Hunsrück/Nahe

4. Etappe Soonwaldsteig – VonEllerspring nach Rheinböllen

8. September 2014

Auf der vierten Etappe des Soonwaldsteigs wandern wir vom Quellgebiet des Gräfenbachs zum Naturschutzgebiet Glashütter Wiesen, zu den Naturwaldreservaten Schwappelbruch und Katzenkopf zum Aussichtsturm Hochsteinchen und hinab ins Guldenbachtal.

„Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit!“  (Elisabeth von Arnim)

Auf der 4. Etappe haben wir am Ellerspring (657 m) die höchste Erhebung des Soonwaldes und damit auch des Soonwaldsteiges erreicht. Vom Wanderparkplatz Ellerspring mit dem Fernmeldeturm führt ein Pfad in Serpentinen durch den Niederwald zu einer Weggabelung, an dieser halten wir uns auf einem Waldweg  links bergauf bis wir auf eine Kreuzung mit Bank treffen. Nun befinden wir uns auf der Ellerspring.

IMG_0075Hinter dem Turm geht es weiter auf einem Grasweg in Richtung „Gräfenbachtal“ durch uralten Buchenbestand hinauf zur „Ödesborner Höhe“ (638 m), hier trifft der Steig auf den Rennweg, der uns schon einige Zeit begleitet. Von hier steigen wir abwärts und wandern weiter geradeaus und kreuzen etwas später den E3. An der Kreuzung halten wir uns weiter geradeaus, queren einen Bach und gehen an diesem rechts weiter. Nun führt der Weg lange geradeaus auch bei der nächsten Gabelung. Rechterhand plätschert leise der Grafenbach vor sich hin. An der kommenden Kreuzung folgen wir dem Forstweg ins Gräfenbachtal zum Naturschutzgebiet „Glashütter Wiesen“, unterhalb des Schanzenkopfes, unserem nächsten Ziel.

IMG_0080Wir passieren die „Albert-Eiche“, die dem Leiter des Forstamtes Erich Albert gewidmet ist. Bei der nächsten Gabelung gehen wir weiter geradeaus und nehmen den nächsten Forstweg der links leicht bergan führt. Das der Soonwaldsteig abseits der Zivilisation durch unberührte Natur verläuft erfährt man am Hochsitz mit Wegweiser. Auf ihm sind weit entfernte Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten angegeben, weil es in der näheren Umgebung keine gibt. Nun biegen wir nach rechts auf einen Forstweg ab und wandern durch das Feuchtgebiet im „Naturwaldreservat Schwappelbruch“. Das Gebiet ist wegen seines Bestandes an Buchen, Stieleichen und Hainbuchen geschützt. An der nächsten Wegkreuzung nehmen wir den linken Weg der leicht aufwärts führt, queren einen Asphaltweg und gehen an der nächsten Gabelung nach links auf einen schmalen Pfad.

„Nun sind wir draußen in der grünen Stille… Nur Blätter sprechen laut um uns mit sausen…“(Maximilian Albert)

Der Naturpark Soonwald-Nahe – Wald, Wein, Wohlfühlen..

IMG_0084„Er umschließt auf kleinem Raum Landschaften, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Er reicht von den herbschönen Hochflächen des Hunsrücks, über die Quarzitkämme des „sagenhaften“ Soonwaldes mit seinen tief eingeschnittenen Bachtälern, bis hin zu den Rebhängen ins sonnenreiche und regenarme Tal der Nahe. Dieses Zusammenspiel der Gegensätze macht den unverwechselbaren Charakter des Naturparks aus und sorgt für eine einmalige Lebensqualität. Besonderen Stellenwert hat dabei der Nahewein, der längst kein Geheimtipp der Experten mehr ist, sondern anerkannte Spitzenlage für Rot- und Weißweine. Die Bergrücken des Soonwaldes schützen die Weinhänge des Nahetales gen Norden wie eine grüne Kappe.

IMG_0097Die ausgedehnten Laubwälder bringen frische sauerstoffreiche Luft zu den Kurstädten Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein und Bad Sobernheim. So können die Gäste den Besuch der drei Kurbäder mit einem Besuch des urigen Waldgebietes verbinden. Im Soonwald waren der Schinderhannes und der Jäger aus Kurpfalz zuhause. Hier fühlen sich Hirsche genauso wohl wie die scheue Wildkatze, die keine Straßen mag. Noch hat der Soonwald nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben. Aber man kann ihnen nachspüren. Die alten Gemäuer tief im Wald und die vielen Schlösser und Burgen erzählen von Kelten, Römern und vom Mittelalter. Doch auch in der Moderne hat diese Landschaft ein großes Epos hervorgebracht. Die Fernsehserie „Heimat“ führt die Geschichte einer Familie vor Augen, die im Hunsrückdörfchen „Schabbach“ beginnt“.

IMG_0108Noch heute kann man die Filmkulissen in verschiedenen Dörfern der Hochebene wiederentdecken. Der Wechsel von Landschaft und Klima auf engem Raum spiegelt sich auch in einer großen Artenvielfalt der Fauna und Flora. Im Naturpark Soonwald-Nahe finden sich so unterschiedliche Lebensraumtypen wie blütenreiche Waldwiesen, Moore, Schieferstollen, Wachholderheiden, Streuobstbestände, naturnahe Bachläufe, Flussauen, Trockenrasen und Weinbergsbrachen mit üppigen Orchideenbeständen. Wein und Wald sind in im Naturpark eine spannungsreiche Verbindung eingegangen“. Weitere Informationen: Naturpark Soonwald-Nahe

IMG_0082Nun wandern wir aufwärts zur „Ochsenbaumer Höhe“. Dort gehen wir nach rechts und erreichen die L 242 und biegen auf ihr nach etwa 20 Meter nach links in ein kleines Wäldchen ein und wandern an der kommenden Lichtung links bergan. Oben angekommen folgen wir dem Asphaltwegweg nach rechts und biegen an der nächsten Gabelung nach links ab und erreichen den „Schanzenkopf“ (643 m) mit Schutzhütte, von der wir eine schöne Aussicht ins Tal haben. Im Winter ist der Schanzenkopf ein beliebtes Wintersportgebiet, ein Ausläufer des Schanzenkopfes ist in südlicher Richtung der Rotenfels, er ist die höchste Steilwand nördlich der Alpen. An der Schutzhütte biegen wir rechts ab und laufen durch den Wald bis zu einer Kreuzung, hier nehmen wir den linken Weg und gehen abwärts über einen Graben hinweg zur L 239, diese führt links nach Ellern.

IMG_0039Wir überqueren die Straße und gehen an der nächsten Gabelung hinter der Schranke nach links auf einen Waldweg, über den Eichenberg hinweg zu einem Rastplatz. Von hier wandern wir geradeaus bis zu einer Gabelung und wandern gemeinsam mit dem E3 nach links bergan durch den Buchenwald und später durch Nadelwald bis zu einer Wegkreuzung mit Schranke. Hier treffen wir auf den „Naturerlebnisweg Schinderhannes“, er führt am südlichen Soonwaldrand von Gemünden nach Rheinböllen. Auch nach über 200 Jahren ist der „Schinderhannes“  in aller Munde. Wer kennt nicht den berühmten Spielfilm von Helmut Kräutner aus dem Jahr 1957, nach einem Theaterstück von Carl Zuckmayer, mit Curd Jürgens in der Hauptrolle als Schinderhannes und dem singenden Mädchen namens „Julchen“ verkörpert durch Maria Schell.

Schinderhannes – Der Lumpenhund, der Galgenstrick…

Der Mythos vom dem Räuberhauptmann der im 19. Jahrhundert entstand, machte ihn über den Hunsrück bis in die Nordpfalz bekannt. Die kriminelle Karriere des Johannes Böckler (Schinderhannes) begann bereits im zarten Alter von 15 Jahren. Ihm konnten 130 Straftaten (Raub, Diebstahl und räuberische Erpressung) nachgewiesen werden. Aber auch Wegelagerei und Mord zählten zu seinen Verbrechen. Er wurde 1779 im Taunus geboren und trieb von 1795 bis 1803 in der Region des Soonwalds sein Unwesen. Sein Spitzname erhielt dieser während seiner Lehre als Abdecker, die damals auch Schindler genannt wurden. Viele halten ihn heute noch für den deutschen „Robin Hood“ der die Armen beschützte und ihnen Almosen gab. Vielen Menschen gefiel es auch wie er mit der Obrigkeit und den französischen Besatzern umging und ihnen auf der Nase herumtanzte. In Wirklichkeit war er ein Schwerstkrimineller, Totschläger und Mörder. Am 24. Oktober 1803 begann der Prozess. Die Verlesung der Anklageschrift umfasste 72 Seiten und wurde in deutscher und französischer Sprache verlesen, was eineinhalb Tage dauerte. Am 28. November 1803 wurde er enthauptet.

IMG_0091Nun wandern wir den „Katzenkopf“ hinauf, passieren später einen Gedenkstein für Soldaten und biegen vor der Schranke links ab. Der letzte Anstieg auf dieser Etappe führt auf den 648 Meter hohen „Hochsteinchen“, der zweithöchsten Erhebung des Soonwaldes. Auch hier wurde wie auf der Alteburg zur gleichen Zeit ein  18  Meter hoher Aussichtsturm mit Schutzhütte errichtet. 89 Stufen führen über eine Wendeltreppe auf die Aussichtsplattform des stählernen Turmes, der 1893 errichtet wurde und von dem wir einen schönen Panoramablick über die Dörfer und die Landschaft genießen. Mit der Ruhe ist es hier leider vorbei seitdem Windkraftanlagen errichtet worden sind. Solange die Baustelle besteht ist der Soonwaldsteig mit einer Umleitung ausgeschildert. In Rheinböllerhütte, einem Ortsteil von Rheinböllen endet für uns die 4. Etappe auf dem Soonwaldsteig.

 

Schwierigkeitsgrad: leicht

Wegstrecke : 15,7 Kilometer

Gehzeit: 5 Stunden

Unterkünfte:

  • Hotel Pension Krämer, 55496 Argenthal, Telefon: 06761/ 3432
  • Gästehaus Ungelenk, 55566 Entenphul, Telefon 06756/ 158837
  • Tiefenbacher Hof, 55471 Tiefenbach, Telefon: 06761/ 2759

Taxi:

  • Taxi Klumb, 55469 Simmern, Telefon: 06761/ 96333
  • Taxi Frey, 55469 Simmern, Telefon: 06761/ 2279
  • Mietwagen Eckes, 55444 Schöneberg, Telefon: 06724/ 245075
  • Taxi-Stromberg, 55442 Stromberg, Telefon: 06724/ 8571

 

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