Eifel

Antoniusweg – Traumhafte und faszinierende Ein- und Ausblicke

23. Juni 2016

Der Antoniusweg ist einer der sechs neuen Themenwanderwegen in der Vulkaneifel. Die Wanderung auf dem Antoniusweg bietet reinen Naturgenuss. Man wandert durch idyllische, verträumte Täler mit sprudelnden Bächen, durch stille Waldpassagen und hat herrliche Ausblicke bei den Ellscheider Fenstern auf die Vulkaneifel. Der Mürmes mit seinen seltenen Tier- und Pflanzenarten runden das Wandererlebnis ab.

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Der Namensgeber des Wanderweges ist der Schutzpatron der Ellscheider Kirche „Antonius“. Er wurde um 250 n. Chr. als Sohn wohlhabender christlicher Eltern in „Kome“, (Mittel-Ägypten, heutiges Qiman-al-Arûs) geboren und übernahm nach deren Tod die Verwaltung der Familiengüter. Durch eine Stelle im Matthäusevangelium stark berührt, so die Überlieferung, verkaufte er seinen gesamten Besitz und wurde Einsiedler. Nach langer Zeit der Abgeschiedenheit sammelte er eine größere Gruppe von Jüngern um sich und es entstanden weitere Einsiedeleien. Damit stand Antonius am Anfang des Klosterwesens und wurde „Vater des Mönchtums“ genannt. Seine Form des Mönchtums wurde von Askese und Zurückgezogenheit geprägt. Der „Antoniterorden“ hielt bevorzugt Schweine, diese durften gegen einen Obolus frei herum laufen und wurden am 17. Januar jeden Jahres in der Kirche gesegnet, anschließend geschlachtet und an die Armen verteilt. Die Attribute von Antonius sind Schein und Bettlerglocke, wie man an der Bronzestatue im Ort sehen kann.

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Wir beginnen unsere Wanderung am „Antoniusplatz“ in Ellscheid, einem kleinen Ort mitten in der Vulkaneifel. Drei Bronzestatuen, die jeder Ellscheider kennt, verschönern den Ort: der  „Antonius der die Schweine hütet“, „der Pumpenmann“ und die „Tant die op de Bus wort“. Um Ellscheid herum befinden sich aber noch andere Sehenswürdigkeiten wie z.B. eine Anzahl von „keltischen Hügelgräbern“, deren älteste aus der Hallstattzeit stammen, aus dem 6. bis 7. Jahrhundert vor Christus, die der Eifel-Hunsrück-Kultur zugeordnet werden. Von hier folgen wir einem schmalen Pfad ins „Laubachtal“ in Richtung Gillenfeld. An Feldern und blühenden Wiesen entlang wandern wir nach rechts eine Anhöhe hinauf, wo uns eine Bank zur Rast einlädt, mit einer herrlichen Aussicht über das Laubachtal und Gillenfeld. Anschließend wandern wir weiter und treffen auf ein „Wegekreuz auf Hombüsch“.

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Bis 1956 wurden die Verstorbenen aus Ellscheid auf dem alten Kirchhof nahe der Pfarrkirche von Gillenfeld beerdigt. Am Tag vor der Beerdigung wurde der Sarg auf einen Wagen, der von einem Pferdegespann gezogen wurde, gestellt. Die Trauergemeinde zog nun in Richtung Gillenfeld und machte am Wegkreuz auf dem Hombüsch halt. Hier war die Grenze der Gemarkung Ellscheid erreicht. An dieser Stelle verließ nun der Tote sein geliebtes Heimatdorf, in dem er die meiste Zeit seines Lebens verbracht hatte. Nach drei Vater- unser ging es nun zur letzten Ruhestätte zum Gillenfelder Friedhof. Von hier wandern wir zur „Waldschule“ und „Walderlebnispfad“ von Gillenfeld, hier legen wir  eine kleine Rast ein und genießen die Stille des Waldes. Nun geht es steil abwärts zum Dorf „Saxler“ mit seiner sehenswerten „St. Wendelin-Kapelle“, einem kleinen Saalbau aus dem 18. Jahrhundert.

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Etwas später passieren wir zwei Aussiedlerhöfe und erreichen den „Mittelweiher“, einem durch einen Damm im Mittelalter aufgestauten ehemaligen Fischweiher des Kurfürsten von Trier, der durch Renaturierungsmaßnahmen wieder in seinen Urpsprungszustand zurück geführt wurde. Der nächste Damm staute den „Mürmes“ ein ehemaliges Maar, zu einem Fischweiher. Heute ist das Moor ein Naturschutzgebiet mit seltenen Tier- und Pflanzenarten. Wir folgen einem Abstecher zum etwa 200 m bergan gelegenen „Ellscheider Fenster“ dem „Mürmesblick“, von dem wir einen wunderschönen Ausblick auf den Mürmes haben. Der Mürmes ist ein Sumpfgebiet und entstand durch vulkanische Tätigkeit vor 10.000 Jahren v. Chr. Auf dem Kesselgrund bildete sich zunächst ein kleiner See, der aber über viele Jahre verlandete. Viele Jahre später erwuchs im Maarkessel ein Bruchwald, der durch ein Flachmoor abgelöst wurde.

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Heute ist die Moorwasseroberfläche mit einem Schwingrasen bedeckt. Wir wandern durch ein weiteres Tal über Baumstämme und tauchen am Ende in den Wald ein. Rechter Hand erscheint ein Talgrund der durch die „Aktion Blau“ freigestellt wurde. Die Aktion Blau wurde 1994 zur Gewässerentwicklung in Rheinland-Pfalz gestartet und dient der landesweiten Wiederherstellung der naturnahen Gewässer. Nun wandern wir aufwärts bis zum höchsten Punkt des Antoniusweges, wo vor etwa 2.400 Jahren die Kelten ihre Toten bestatteten. Wenig später queren wir die B 421 und wandern auf einer alten Römerstraße durch Wald und erreichen das Tal des Heidebaches, dies wurde von Fichten freigestellt um landwirtschaftlich genutzt werden zu können. Wir erreichen den Rastplatz „Heidewies“ und legen eine kleine Rast ein.

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Nun wandern wir bergan, queren die B 421 erneut und erreichen das „Ellscheider Fenster – Dorfblick“, mit Sitzgruppe zum verweilen. Nur kurze Zeit später erreichen wir den „Sauberg“ und das „Ellscheider Fenster- Trockenmaar“, mit herrlichem Blick auf das Trockenmaar. Am Aufschluss kann man sehr gut  die vielen Ausbrüche von Ellscheider Maar und Pulvermaar erkennen. Von hier wandern wir am „Landgasthaus Janshen“ entlang, mit Hofladen und Geflügelhof, in dem man einkehren kann. Hier machen wir es uns auf der Terrasse gemütlichund lassen diesen schönen Wandertag bei einem deftigen Essen und einem Bier ausklingen. Von hier ist es nicht mehr weit bis zu unserem Ausgangspunkt, dem Antoniusplatz in Ellerscheid.

 

 

Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel

Wegstrecke: 12 km

Gehzeit: 3,30 bis 4 Stunden

ÖPNV: keine, sehr schwierig

PKW: 

A 48 Abfahrt Daun/Mehren, B 421 Richtung Zell, erste Abfahrt Richtung Ellerscheid

Parken:

Am Bürgerhaus (100 m vom Antoniusplatz)

Landgasthof Janshen

Highlights:

Naturschutzgebiet Mürmes, Vulkaneifelblick

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