Lahn

Auf dem Lahnwanderweg von Balduinstein nach Obernhof – Auf Goethes Spuren

14. Februar 2015

Auf dieser anspruchsvollen, sportlichen Etappe auf dem Lahnwanderweg geht es in einem Auf und Ab durch herrliche Talabschnitte und zu  schönen Aussichtspunkten über der Lahn, zum Saukopp, Gabelstein, Wolfslei und berühmten Goethepunkt. Gegen Ende der Tour wartet zwischen dem Goethepunkt und Obernhof ein ganz besonderes Highlight auf den Wanderer. Es geht über einen seilgesicherten Felsenkamm, der Schwindelfreiheit und Trittsicherheit verlangt. Für den der es gerne etwas bequemer mag, gibt es eine Alternative, er folgt dem Forstweg entlang des Weinbergs nach Obernhof. Egal für welche Variante man sich auch entscheidet, am Ende erwartet den Wanderer ein köstlicher Tropfen vom Goetheberg.

IMG_2415Wir beginnen unsere Wanderung am Bahnhof von Balduinstein. Wir wandern durch den wunderschönen kleinen Ort, der zu den schönsten im unteren Lahntal zählt. Wir passieren einige Sehenswürdigkeiten, unser Blick schweift dabei hinauf zum Schloss Schaumburg und Burg Balduinstein, die etwas unterhalb liegt. Der Name des Ortes geht auf den Erzbischof Balduin von Trier zurück, der um das Jahr 1319 mit dem Bau der Burg begann. Die Stadtrechte bekam der kleine Ort 1321 von Kaiser Ludwig dem Bayern verliehen. Von der Bahnhofsstraße biegen wir vor dem Port-Turm der Stadtmauer nach links  in die Hauptstraße ab und folgen ihr bis zur Kirche. Hinter dem Kirchenchor steigen wir über Treppen aufwärts, passieren das Nepomuk-Grab und wandern auf einem schmalen Pfad oberhalb der Gärten weiter, mit einer herrlichen Aussicht auf die Ruinen der Burg Balduinstein. Nun geht es durch Wald bis zu einer Weggabelung, an dieser machen wir einen kleinen Abstecher zur Statue des Heiligen Nepomuk. Anschließend wandern wir an der Hangkante entlang und treffen auf einen Pavillon am Saukopp, mit herrlichem Blick auf Balduinstein und die schmale Lahnschleife.

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IMG_2426Nach dem wir reichlich ferngeschaut haben verlassen wir den Wald und halten uns am Waldrand rechts und folgen dem Weg über die Wiese und steigen steil bergauf zu einem Wegweiser. An diesem biegen wir nach rechts ab und wandern am Hang entlang und erreichen beim Waldeintritt eine Grillhütte, passieren eine Rastbank und biegen an dieser links und kurz darauf wieder nach links ab, queren die K34 und wandern weiter über eine Wiese. Wir passieren einzelne Bäume, halten uns rechts, wandern auf der Wiese abwärts und erreichen die K34, gehen nach links und darauf wieder links, bald darauf nach rechts und folgen dem Wegweiser „Ob dem Gabelstein“  ins Naturschutzgebiet  „Gabelstein-Hölloch“ abwärts bis zu einem Abzweig „Aussichtspunkt Gabelstein, mit Schutzhütte. Von hier haben wir einen wunderschönen Blick ins Lahntal und zu den Höhen von Taunus und Westerwald.

IMG_2427Der Gabelstein gehört zu den markantesten Aussichtspunkten im Lahntal, dabei handelt es sich um einen sagenumwobenen Fels aus vulkanischem Diabas-Mandelstein.Nach einer kleinen Rast folgen wir an der Abzweigung der Schutzhütte einem Pfad nach links und wandern leicht abwärts durch Wald und den Berg herum talabwärts ins Hölloch. Den Talgrund queren wir und verlassen den Wald und erreichen Steinsberg. Noch bevor wir die ersten Häuser erreichen folgen wir dem Wegweiser scharf nach rechts und gehen nach etwa 80 Meter nach links und streifen durch die Wiese auf eine Lagerhalle zu, gehen an ihr nach rechts und wenig später nach links, folgen dem Wiesenpfad und queren eine kleine Straße. Nun geht es wieder aufwärts zum nächsten Aussichtspunkt hoch über der Lahn. Anschließend wandern wir an der Abzweigung zum Aussichtspunkt zum Waldrand und gelangen an einem Holzpfosten nach rechts wieder in den Wald hinein.

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Nun steigen wir auf einem Pfad und über Serpentinen abwärts durch das Rupbachtal zum kleinen Ort  Rupbach. In dem kleinen Ort gab es früher mehrere Mühlen und auch die Rupbachtalbahn dampfte hier einst vorbei. Im Ort gehen wir nach rechts und auf der L322 überqueren wir die Brücke und gehen hinter ihr nach links und wandern in einem Linksbogen um ein Anwesen und wandern steil aufwärts zur K39, diese queren wir, folgen ihr in einem Rechtsbogen und steigen weiter aufwärts, queren abermals die K39 und wandern auf dem unteren Weg durch Wald weiter. Der Weg führt nun abwärts und in einer Doppelkehre queren wir ein Nebental in Richtung Laurenburg. Der Weg steigt nun wieder bis zu einem querenden Forstweg weiter an, diesem folgen wir in Kehren talabwärts ins Lahntal und können schon bald darauf einen Blick auf die Laurenburg werfen.

IMG_2480Nun geht es links über die Bahngleise und die Lahn und an einer T-Kreuzung biegen wir nach links auf die Hauptstraße ab und gehen an der linken Straßenseite weiter, queren die Bundesstraße und wandern auf einem steilen Pfad über Serpentinen aufwärts bis kurz vor eine Straße. Wir halten uns links und erreichen den „Aussichtspunkt Wolfslei“, von der wir einen schönen Blick auf die Lahn und die Schleuse haben. Von hier wandern wir weiter in Richtung Goethepunkt hoch über der Lahn an Felsen vorbei hinauf zum Waldrand. Wir verlassen nun den Wald und folgen linker Hand einem Waldsaum aufwärts über eine Wiese und biegen kurz darauf nach links ab. Nun wandern wir an Sträuchern entlang und folgen auf der Wiese weiterhin dem Waldrand. Etwas später verlassen wir den Wald und steigen noch einmal über eine Wiese aufwärts zu einem Wegweiser an einer kleinen Straße.

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IMG_2566Von hier gehen wir nach links in Richtung „Aussichtspunkt Liebeslei“. Hier legen wir eine kleine Rast ein und folgen anschließend weiter dem Waldrand bis zum Ende des Waldes. Hier biegen wir links ab und folgen dem Bach abwärts und über einen Hang  in Kehren aufwärts, passieren eine Hütte, gehen nach links und halten uns an der folgenden Weggabelung nach rechts und erreichen den Abzweig Halfterweg. Von hier gehen wir nach links auf den querenden Forstweg und wandern weiter in Richtung Goethepunkt. Nach etwa 800 Meter laufen wir in einer Linkskurve geradeaus, passieren einen Sendemast und stehen vor dem berühmten Goethepunkt. Von hier genießen wir einen grandiosen Blick in den Westerwald, den Taunus, die Lahnschleife und auf das Gelbachtal. Bereits vor über 100 Jahren beschrieb der junge Goethe den idyllischen Felsvorsprung hoch über Obernhof, auf seiner Lahnwanderung 1772, mit „Zum Sterben schön“. Dieses herrliche Fleckchen ist geradezu prädestiniert für eine Weinprobe in luftiger Höhe. Hier muss man sich nun entscheiden, für die leichte oder etwas anspruchsvollere Strecke über den Klettersteig.

IMG_2572Wir wählen die letztere und folgen dem gut gesicherten Weg über eine Leiter abwärts und gehen an der Hangkante entlang, mal ausgesetzt, mal weniger ausgesetzt und erreichen einen Weg, biegen nach rechts ab, wandern an einem Zaun entlang mit einer schönen Aussicht auf das Kloster Arnstein weiter in Richtung Obernhof. Hier treffen wir nun auf  die ersten Weinberge. Am Ortsrand von Obernhof wandern wir weiter auf der Alten Poststraße und biegen dann nach links in den Neuen Weg ab und wandern unterhalb des Weinberges entlang. Nach etwa 80 Meter biegen wir dann nach rechts in die Borngasse ab, passieren einige Weinstuben und erreichen die Lahnbrücke und das Ende dieser wunderschönen Etappe.

Goethes Lahnwanderung  1772

IMG_2568Johann Wolfgang von Goethe verliebte sich in Wetzlar in seine Lotte. Die Liaison dauerte nur einen Sommer. Er musste sich schmerzvoll eingestehen, dass sie für ihn unerreichbar war, denn sie war inoffiziell verlobt. Um keinen Anstoß zu erregen, verließ er im September 1772  überstürzt und zu Fuß Wetzlar ohne Abschied zu nehmen. „Ich wandle in der Wüste, da kein Wasser ist; mein Haar ist mein Schatten, und mein Blut mein Brunnen“, lies er Kestner seinen ganzen Herzschmerz in einem Brief spüren. Die erste Etappe seiner Lahnwanderung führte ihn von Wetzlar bis Runkel, nach 40 Kilometer und 12 Stunden beendete er die Etappe. Die zweite Etappe mit 24 Kilometer von Runkel nach Holzappel war deutlich kürzer und nach Bad Ems waren es nur noch 20 Kilometer. In seinen Aufzeichnungen bezeichnete Goethe einen Platz oberhalb von Obernhof als ein „schönes Plätzchen zum Sterben schön“. Diesen herrlichen Platz passierte er am Morgen des dritten Tages auf seiner Lahnwanderung. Ein Pfarrer des Dorfes machte sich auf um diesen schönen Platz zu finden. Seit dem können Goetheverehrer auf den Spuren Goethes wandeln und die herrliche Aussicht, wie einst der Dichterfürst, genießen.

 

Schwierigkeitsgrad: schwer

Wegstrecke: 19 Kilometer

Gehzeit: 5 bis 6 Stunden

Startpunkt: Bahnhof Balduinstein

Endpunkt: Bahnhof Oberhof

ÖPNV: Beide Orte sind mit der Regionalbahn zu erreichen

 

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