Auf dieser anspruchsvollen Etappe, die gute Kondition verlangt, wandern wir vom Wein- und Ferienort Mehring durch die Wälder der Mehringer Schweiz über aussichtsreiche Höhen zum Weinort Leiwen, das an einer der schönsten Moselschleifen zwischen Trier und Bernkastel-Kues liegt. Für die vielen  An- und Abstiege wird der Wanderer mit herrlichen Aussichten auf das Moseltal belohnt.

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Die Mosel gehört zu den schönsten Flusslandschaften Europas und ist immer eine Reise wert. Heute wandern wir an der Römischen Weinstrasse auf dem Moselsteig von Mehring nach Leiwen. Hier kann man nicht nur Geschichte und Weinkultur erleben sondern hier kommen auch Wanderer voll auf ihre Kosten. Aussichtsreiche Höhen, steile Rebenmeere und idyllische, gastfreundliche Weinorte laden den Wanderer zum verweilen ein. Als wir in Mehring ankommen liegt noch ein dichter Nebel- und Wolkenteppich über dem Moseltal. Wir schultern unsere Rücksäcke und gelangen über die Brücke zu anderen Moselseite.  Gleich zu Beginn wird unser Kreislauf angeregt, es geht über 96 Treppenstufen hinauf zu einem Pfad. Auf diesem wandern wir am Sportplatz und an einigen Wohnhäusern vorbei, bevor er im Wald verschwindet. Nach einem kurzen Anstieg führt der Weg hinunter zur Mosel, zum Glück können wir uns an den Steinmännchen am Wegesrand orientieren, denn der Nebel wird zunehmend dichter und unsere Sicht reicht nur wenige Meter.

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Kurz vor dem Moselufer biegen wir nach links ab und ein Hinweisschild macht uns auf den Freizeitpark „Triolago“ aufmerksam, der nur wenige Minuten entfernt liegt. Von hier wandern wir immer steiler aufwärts durch das Moselbachtal und der dichte Nebel scheint den Wald förmlich aufzusaugen. Wir kommen nur langsam voran und nach einiger Zeit erreichen wir eine Hinweistafel, die uns darüber Auskunft gibt, dass es hier eine Alternative zum Steilpfad „Extratour Mehringer Schweiz“ gibt. Der Moselsteig führt über die Normalroute hinauf zum Gipfel des „Kumer Knüppchen“. Wir aber nehmen die sportliche Herausforderung an und steigen im dichten Nebel den sehr steilen Felsenpfad hinauf, der an den schwierigsten Passagen mit Drahtseilen abgesichert ist und kommen schweißgebadet am Gipfelkreuz an.

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Unsere Mühen für den anstrengenden Aufstieg werden leider nicht belohnt, anstatt  überwältigenden Panoramen präsentiert sich uns eine kompakte dichte Wolkenwand vor unseren Augen. Zum Glück haben sich die Bilder von der letzten Extratour tief in unser Gedächtnis eingeprägt. Nach einer kleinen Rast wandern wir weiter durch lichten Wald bis der Moselsteig nach links abzweigt. Nun steigen wir auf einem sehr steilen Pfad auf Moselschiefer in Serpentinen abwärts, der im Nebel unsere ganze Aufmerksamkeit verlangt. Der Pfad endet auf einem Forstweg und die schwierigsten Passagen auf dem Moselsteig haben wir jetzt hinter uns. Wir wandern weiter durch den Wald und nur wenige Sonnenstrahlen verirren sich durch das dichte Blätterdach zu uns. Auch wenn wir von der Umgebung wegen des Nebels nicht viel wahrnehmen können, so genießen wir wenigstens mit unserem dritten Sinn den herzhaften Duft von Tannen und Fichten.

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Wir wandern in einem ständigen Auf und Ab durch einen herrlichen Buchenwald und treffen auf die K 85, mit einer Übersichtstafel der Extratour und einer Rastbank. Wir überqueren die Straße und folgen einem Wirtschaftsweg, an diesem biegen wir nach etwa 100 Meter rechts auf einen schmalen Pfad ab der uns in einen Buchenhochwald führt. Der Pfad endet auf einem Forstweg, dem wir nach rechts ansteigend folgen und erreichen den Aussichtsturm „Fünfseenblick“. Dieser wurde 1992 von der Ortsgemeinde Detzem als Teil einer Freizeitanlage, zu der auch die Grillhütte gehört, angelegt und vom Architekt H. Bläsius,  aus Longuich, konzipiert und errichtet. Wir schauen nach oben und sehen ein kleines blaues Loch am Himmel und haben die Hoffnung auf eine tolle Aussicht vom Turm. Nach 105 Stufen haben wir den Turm erklommen und blicken wieder einmal auf eine dicke, graue Wolkendecke, die uns die Sicht über das Moseltal versperrt.

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Enttäuscht steigen wir wieder vom Turm herunter und legen eine längere Rast ein. Anschließend wandern wir in Richtung Grillhütte und biegen kurz vor ihr nach links auf einen Waldweg ein und wandern gemütlich bergab. Später passieren wir eine Waldwiese mit Apfelbäumen und tauchen kurz darauf wieder in den Wald ein. Nun geht es ein kurzes Stück über Asphalt bis zu einer Hangkante mit Rastbank, von der wir zum ersten Mal einen wunderschönen Blick auf das Moseltal und den Weinort Schleich genießen können. Von hier wandern wir auf einem Feldweg weiter, begleitet von allerhand Gehölzen und Ginster. Ab und zu geben diese den Blick auf das Moseltal frei und bald darauf haben wir das „Hinkellay“ erreicht, von der wir einen wunderschönen Ausblick auf den Weinort Leiwen haben. Von hier beginnt nun der Endspurt zum Etappenziel.

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Wir wandern gemütlich abwärts zum nächsten Weg und folgen ihm nach rechts und lassen unsere Blicke über das wunderschöne Rebenmeer schweifen, an denen pralle Trauben hängen, die noch geerntet werden wollen. Es geht wieder ein kurzes Stück über einen Teerweg bevor wir auf einen Weinbergweg einbiegen und schlendern inmitten von herrlichen Weinreben, deren Blätter schon zum Teil rot und golden gefärbt sind, durch das Schantelbachtal nach Leiwen. Wir nehmen uns viel Zeit und gehen im Ort auf Entdeckungsreise.  Der gepflegte, idyllische Ort an der Römischen Weinstraße hat viel zu bieten. Hier kann man nicht nur wundervoll entspannen und die Natur und den Wein genießen, der Ort hat auch sehenswertes zu bieten: wie das spätgotische Fachwerkhaus  aus dem 15. Jahrhundert, die Pfarrkirche St. Stephanus, mit seinem spätgotischen Chor, die Kapelle am Josefsberg, die als Erinnerung an die Opfer des 2. Weltkrieges errichtet wurde, der jüdische Friedhof, mit seinen 50 Grabsteinen aus der Zeit von 1863 bis 1933, der Skulpturenpark, mit seinen Kunstobjekten aus Stein, Holz und Stein, die Euchariuskapelle sowie der Weinbrunnen, der 1970 von der Familie Reh gestiftet worden ist.

 

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 14,5 Km

Gehzeit: 4 – 4,30 Stunden

Ausgangspunkt: Moselbrücke Mehring

Endpunkt: Leiwen, Touristinformation

ÖPNV: Busslinie 333, Trier-Bernkastek-Kues

Einkehrmöglichkeiten:

  • Unterwegs keine, Proviant mitnehmen
  • diverse Lokale und Gaststätten in Leiwen und Mehring

Sehenswürdigkeiten Mehring:

  • Römische Villa rustica, am Moselsteig
  • Römische Tunnelwasserleitung (Qanat)

Sehenswürdigkeiten Leiwen:

  • Altes Fachwerkhaus
  • Pfarrkirche St. Stephanus
  • Kapelle am Josefsberg
  • Jüdische Friedhof
  • Skulpturenpark Leiwen
  • Weinbrunnen
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