Auf dieser abwechslungsreichen Moselsteig-Etappe von Reil nach Zell wird der Wanderer mit traumhaften Aussichten auf das Moseltal belohnt. Zunächst folgt der Moselsteig der Kanonenbahn, einem Eisenbahn-historischen Zeitzeugnis hinein in die Weinberge. Anschließend geht es hinauf zum Reiler Hals, zum Prinzenkopf und zur Marienburg  und über Kaimt nach Zell. Immer wieder eröffnen sich dem Wanderer auf dieser Etappe einzigartige Bilderbuchblicke auf die Moselschleife und die umliegenden Weinorte und wer will, kann in Zell dem Geheimnis der Schwarzen Katz auf die Spur kommen.

IMG_3581Wir beginnen unsere Wanderung in dem kleinen über tausendjährigen Weinort Reil, das schon zur Römerzeit existierte. Der Ort ist von steilen Weinbergen und den Wälder von Eifel und Hunsrück umgeben. Damals wie heute prägt der Weinbau und Weinhandel die Menschen und die Kultur. Wir starten die Tour in der Kaiserstraße und laufen zum Bahnhof hinauf, passieren ihn rechter Hand und setzen unsere Wanderung in der Kringsstraße fort und queren vor dem Ortsrand die Gleise. Ihnen folgen wir ein kurzes Stück in Richtung Bullay, bevor wir bei der nächsten Wegverzweigung nach links auf den Kreuzweg wechseln, der steil durch Weinberge ansteigt. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir die Kreuzwegkapelle am „Reiler Hals“. Hier sollte man unbedingt eine längere Pause einlegen, denn dieser Aussichtspunkt gehört zu den schönsten am Moselsteig.

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Von hier blickt man auf den Prinzenkopf und die Marienburg, die wir später noch passieren werden. Am fernen Horizont erblickt man Europas steilsten Weinberg – den Calmont und flussaufwärts hat man einen schönen Blick auf die Weinlagen von Reil. Der Reiler Hals auf 204 m Höhe liegt auf einem schmalen Sattel zwischen Mosel und Alfbachtal und wird gekrönt von der Dreifaltigkeitskapelle und einem Bildstock. Während des Dreißigjährigen Krieges war der Reiler Hals sehr stark befestigt. Als 1650 der Friede beschlossen wurde rückte ein französisches Regiment unter General von Rosen in das Zeller Amt ein und erstürmte den Reiler Hals, was 50 Menschen das Leben kostete. Nun tauchen wir in den Wald ein und folgen einem Kammweg bergauf und halten uns an einer Weggabelung links. Der Weg führt um eine Kuppe herum und lässt nur selten Blicke auf die Burg Arras zu.

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Wer will kann einen Abstecher zur eindrucksvollen Befestigungsanlage aus dem 12. Jahrhundert unternehmen (etwa 2,5 km zusätzlich), die man über den Leo-Felsen erreichen kann, dazu biegt man an der Schutzhütte links ab. Auf breitem Waldweg wandern wir in einem Rechtsbogen weiter zur „Drieschhütte“, wo wir wieder die Weinberge erreichen und einen schönen Blick auf die Moselschleife um Pünderich haben. Nun geht es zwischen Weinreben und Wald am Ehrenmal vorbei zum eisernen Aussichtsturm auf dem „Prinzenkopf“. Von hier haben wir ein traumhaftes Panorama auf die Burg Arras, die aus dem Wald lugt, die Marienburg und auf die Mosel, die Halbinsel Barl, der jüngste Höhenstadtteil von Zell, der von der Moselschleife umschlossen ist. Während der Fluss auf seinem Weg zum Zeller Hamm etwa 11 Flusskilometer zurücklegt, misst das Plateau der Marienburg gerade einmal 400 m.

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Nach etwa 800 Meter erreichen wir die „Marienburg“, die eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Schon zu Urzeiten hat dieser Ort oberhalb der engsten Moselschleife die Menschen magisch angezogen. Hier bauten einst die Kelten eine Kultstätte, die Römer eine Befestigung und im Mittelalter stand hier ein Kloster für adelige Augustinerinnen. Heute beherbergt die Marienburg eine Jugendschulungsstätte des Bistums Trier. Nun geht es durch den Gebäudekomplex hindurch auf einen Pfad der sich nach unten schlängelt und auf einem Querpfad endet, wir gehen nach rechts zu einem Sträßchen, das von der Burg herunterkommt. Auf ihm steigen wir abwärts auf den Sattel des Bergrückens des „Zeller Hamm“, der von der Mosel umflossen wird. Dieser Teil der Strecke ist ein wahrer Panoramaweg mit herrlichen Aussichten auf das Moseltal und die Steillage „Briedeler Herzchen“.

IMG_3646Nach einer Legende soll der Wein dieser Lage eine heilende Wirkung besitzen. Ein Mädchen gab den guten Tropfen einem erkrankten Fährmann, der nach seiner Genesung das Briedeler Herzchen heiratete und mit ihm einen Knaben (Nikolaus von Kues) zeugte, der später zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des Moseltals wurde. Nun wandern wir nach Kaimt abwärts, einem linksmoselanischen Stadtteil von Zell und folgen dem Moselsteig-Logo zu schönen Fußgängerbrücke, die einzigartig an der Mosel ist. Beschwingt queren wir die Brücke und steigen zum Moselufer hinunter und gelangen nach rechts auf die Promenade, die flussaufwärts führt. Dieser folgen wir, bevor wir nach links zum Brunnen der „Schwartzen Katz“ ins Zentrum von Zell abbiegen. Der malerische Moselort der seit 1221 die Stadtrechte besitzt und nach Piesport die größte Weinbaugemeinde in der Moselregion ist, ist weit über die Region hinaus bekannt für ihre Weinlage „Schwarze Katz.

Die Weinbaugemeinde musste 1848 und 1857 zwei schwere Brände überstehen, von denen auch mittelalterliche Bauwerke betroffen waren. Immerhin überstanden diese Brandkatastrophe das neugotische Haus Caspary, das ehemalige kurfürstliche Schloss und die spätbarocke katholische Pfarrkirche St. Paul, die man unbedingt besichtigen sollte.

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 13 km

Gehzeit: 3,45 Stunden

Ausgangspunkt: Reil Bahnhof

Endpunkt: Zell Ortskern

ÖPNV:

  • Regionalbahn Trier-Koblenz, Umsteigen Bahnhof Bullay und mit dem Zug nach Reil.
  • Von Zell (Zeller Brücke) mit Bus 333 nach Bullay, von dort mt dem Zug nach Trier.

Sehenswürdigkeiten:

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