Hunsrück/Nahe

Auf dem Saar-Hunsrück-Steig von Kell am See nach Riveris

Die 14. Etappe auf dem Saar-Hunsrück-Steig führt von den Hunsrückhöhen in die wunderschönen Weintäler von Ruwer und Mosel und vermittelt dem Wanderer ganz unterschiedliche Eindrücke und Erlebnisse. Von Kell am See steigen wir über ein schönes Bachtal hinauf in den Osburger Hochwald, queren über Stege das Quellmoor am Rösterkopf und wandern hinunter zur Riveristal-Sperre und am Römerlager erwartet den Wanderer ein atemberaubender Blick auf das Moseltal.

IMG_2219Die Sonne blinzelt am Morgen durch die Wolkendecke, es ist kalt und ein Duft von Schnee liegt in der Luft, als wir unsere Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig beginnen. Vom Rathaus in Kell folgen wir dem „Ruwer-Hochwald-Radweg“ in Richtung Hermeskeil-Reinsfeld aus dem Ort heraus. Nach etwa 10 Minuten treffen wir am Radweg auf einen Rastplatz, hier verlassen wir den Radweg nach links und wandern leicht bergab in Richtung Schillingen, Waldrach und Trier. Auf einem Wiesenweg erreichen wir ein nahegelegenes  Waldgebiet, wandern Richtung „Keller See“ und passieren die „Ruwerfichte“, die 1850 gepflanzt wurde. Sie ist 40 Meter hoch, hat einen Umfang von 3,70 Meter und gilt als mächtigster Baum im Keller Wald. Nicht weit von ihr entspringt auf 660 Meter Höhe die Ruwer am Rösterkopf, sie ist der wasserreichste Nebenffuss der Mosel im Hunsrück und fließt auf einer Länge von 46 Km durch Kell am See und mündet bei Ruwer-Eitelsbach in die Mosel.

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IMG_2236Von der Ruwerfichte wandern wir weiter durch Wald, den wir kurz vor der K 75 wieder verlassen, queren die Straße, halten uns rechts, biegen nach wenigen Metern nach links ab und haben die Ufer des Sees erreicht. Nun wandern wir durch Wald immer weiter aufwärts bis zum „Weyrichsbruch“ einem Quellmoor am Rösterkopf, das noch über einen intakten Wasserhaushalt verfügt. Hier findet man noch eine Vielzahl von seltenen Pflanzen und Tierarten vor. Das Quellmoor liegt auf einer Höhe von 640 Meter und ist geprägt von Pfeifengrasbeständen, Torfmoospolstern und Moorbirkenbruchwald. Wir wandern weiter über den Knüppeldamm durchs Bruch mit herrlichen Aussichten auf das Moor. Nun geht es noch einmal für längere Zeit durch den Osburger Hochwald bis zur L 146.

Keller Stausee  – Natur und Entspannung pur

IMG_2224Der Keller Stausee ist etwa 14 Hektar groß und liegt wunderschön eingebettet von Kreidbach, Fronbach und Lehbach, im Naturpark Saar-Hunsrück. Zum See gehören auch schöne Spazierwege, man kann Angeln und Tretbootfahren oder kann einfach nur entspannen. Er ist ein beliebter Ausgangpunkt für Wanderer und Mountainbiker und im Winter bietet er vielfältige Möglichkeiten zum Rodeln und Skiwandern. Zum Bau des Stausees entschloss sich die Gemeinde 1960, um den Fremdenverkehr als Wirtschaftszweig zu entwickeln. Neben den günstigen Voraussetzungen war es vor allem die sehr gute Luft und der Verein Erholungsgebiet Hochwald, der extra dafür gegründet wurde und das Projekt vorantrieb. Nur innerhalb weniger Jahre entstand der Stausee und im Jahr 1979 erhielt Kell das staatliche Zertifikat als staatlich anerkannten Luftkurort. Seit dem ist der Keller See einer der begehrtesten Ausflugziele im Saar-Hunsrück Raum.

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IMG_2228Wir verlassen den Wald bevor wir die L 146 queren und wandern auf einem kurzen Wiesenweg weiter und nach einigen Wegbiegungen erreichen wir den Rastplatz Römerlager. Von hier haben wir eine wunderschöne Fernsicht auf das Moseltal. Von nun an wandern wir nur noch bergab und über Felder und Wiesen erreichen wir im Tal den Stausee. Die Riveristalsperre wurde in den Jahren von 1954 bis 1958 erbaut, er hat eine Breite von 178 Meter und ragt 50 Meter in die Höhe. Die Talsperre wurde als Trinkwasserreservoir für die Stadt Trier gebaut und verfügt über ein Fassungsvermögen von fünfmillionen Kubikmeter. Wir wandern nun entlang der Talsperre in Richtung Riveris, das nur 400 Meter entfernt liegt. Kurz hinter der Talsperre leitet uns ein Hinweisschild nach Riveris, wandern nach rechts steil bergab und erreichen das Neubaugebiet von Riveris, queren die Straße, gehen weiter und erreichen über Treppenstufen die nächste Straße, gehen nach links und am Ende der Langenstein-Straße erreichen wir das Hotel-Restaurant „Zum Langenstein“ ,mit Biergarten.

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IMG_2321Wer will kann in Riveris übernachten, wir aber wandern nach einer kleinen Rast weiter nach Kasel. Vom Hotel Langenstein gehen wir durch die Langensteiner Straße und gehen vor dem Haus Nr. 9 einen schmalen Pfad nach oben und überqueren nach einer Treppenpassage die nächste Straße und wandern weiter geradeaus und treffen zwischen Haus-Nr. 23 und 25 auf einen sehr steilen Pfad der uns nach oben leitet. Schnell haben wir die Trasse des SHS erreicht und wandern nach rechts leicht bergab. Nun wandern wir bis Waldrach stetig bergab durch Wald und später an Weinbergen vorbei, bis wir am Ortsrand von Waldrach den Wald verlassen. In dem kleinen Weinbauort Waldrach wird bereits seit 1800 Jahren Wein angebaut, wie auch in vielen anderen Regionen bieten Winzer hier ihre Weine zur Verkostung an, denn die Straußenwirtschaft hat hier eine lange Tradition.

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IMG_2306Wir queren die K 65  gehen nach rechts auf einem Gehweg auf der Morscheider Straße weiter bis wir auf die Hermeskeiler Straße, L 149 treffen, der wir nach links folgen. Wir passieren den Kreisverkehr und gehen in einem Lingsbogen bis zur Brücke und folgen den Treppenstufen steil hinunter und überqueren den Ruwer-Hochwald-Radweg. Nun geht es über einen Trampelpfad unter der Brücke hindurch und wandern an der Ruwer entlang. Doch schon bald sind wir wieder auf dem Saar-Hochwald-Radweg angelangt, gehen nach links und queren auf einer Brücke die Ruwer. Nach dem wir die Ruwer überquert haben wandern wir ein Stück entlang des Ruwer-Hochwald-Radweges, auf dem einst Züge dampften. Die historische Eisenbahnstrecke auf der heute der RHR verläuft ist heute ein beliebter Radweg. Er verbindet auf einer Länge von 50 Km das Moseltal mit den Höhen des Hunsrücks und folgt dabei dem Verlauf der Ruwer. Ausserhalb von Waldrach, am alten Bahnhof, verlassen wir den Saar-Hunsrück-Steig und fahren mit dem Bus (verkehrt am Wochenende fast stündlich) nach Trier zurück. Von Kasel und Riveris fahren nur selten Busse am Wochenende.

Riveristalsperre – Grüne Oase und Ausflugsziel

IMG_2279Die Riveristalsperre ist von großer Bedeutung für das Trinkwasserreservoir für die Stadt Trier und Umgebung. Der Bau der Talsperre begann Ende 1954 im Tal der Riveris. Hierzu wurde ein 50 Meter hoher Erd-Damm mit Bitumen-Dichtung errichtet, der den Stausee abschließt. Er hat eine jährliche Zuflussmenge von etwa 11 Millionen m³ Wasser und einen Inhalt von 5 Millionen m³. Das sogenannte Rohrwasser kann dem Stausee in verschiedenen Tiefen entnommen werden, durch eine Rohrwasserleitung die durch zwei Bergstollen und das Tal der Ruwer verlegt wurden. Es wird der Filteranlage bei Irsch zugeleitet, dabei wird das Gefälle des Wassers zunächst im Krafthaus in elektrische Energie transformiert und über eine Filter- und Aufbereitungsanlagen fließt der Wasserstrom über eine Reinwasserleitung dem Verbraucher zu. Anfang 1957 wurde mit dem Probestau der Talsperre begonnen und bis zum Jahresende war die Sperre ein zweitesmal bis zum Überlauf gefüllt. Aufgrund der fortgeschrittenen Arbeiten an den Rohrleitungen und der Filteranlage wurde die Wasserkraftanlage am 12. April 1958 in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit fließt das Wasser der Talsperre in die Versorgungsleitungen der Stadt Trier.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 20 Km

Gehzeit: 4,30 Stunden

ÖPNV:

Mit der Bahn bis Trier, Buslinie 33 nach Kell am See

Übernachtung Kell am See:

  • Landhotel Restaurant Haus Doris
  • Hotel Restaurant zur Post

Übernachtung Riveris:

  • Landhaus Zum Langenstein
  • Gasthaus Mayer-Krell

Sehenswürdigkeiten:

  • Hochmoor am Rösterkopf
  • Riveristalsperre
  • Nachbau römische Wasserleitung Waldrach
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