Bergtouren

Der Lechweg – 1.Etappe: vom Formarinsee nach Lech

2. Juli 2017

Am Morgen nach dem Aufstehen lugte ich aus dem Fenster und es regnete in Strömen. Nach dem gemeinsamen Frühstück nahmen wir den ersten Wanderbus der uns bequem über eine Mautstraße hinauf zum Formarinsee, auf knapp 1800 m, brachte. Bei der Ankunft am Formarinsee schloss der Himmel für kurze Zeit seine Regenpforten und wir hatten bereits von der Formarinalp  einen traumhaften Blick auf den See, mit seinem intensiven Blau, in dem sich die umliegenden Bergkämme spiegelten. Wir machten einen kurzen Abstecher zum See und waren begeistert von der traumhaften, malerischen Bergkulisse – was für ein Auftakt! Über dem See erhob sich die Rote Wand und die Freiburger Hütte, des Deutschen Alpenvereins.

Wir umrundeten den See und stiegen aufwärts zur Freiburger Hütte, von der wir einen traumhaften Blick auf den See und die umliegenden Berggipfel hatten. Kaum hatten wir die Hütte verlassen kam starker Wind auf und es setzte ein heftiger Regen ein. Wieder zurück an der Bushaltestelle machten wir es uns an der überdachten Bushaltestelle gemütlich und warteten die weitere Wetterlage ab. Bei leichten Nieselregen wanderten wir weiter und die  Orientierungstafel und das Lechweg-Symbol stimmten uns auf den Fernwanderweg ein, das wie der Fluss, nun unser ständiger Begleiter sein würde.

Von der Formarinalpe folgten wir dem Lechweg-Symbol in einen Steig hinein, der uns zum Steinbockdenkmal brachte. Das Denkmal wurde zur Erinnerung an die Wiederansiedlung des Steinwildes errichtet, aus der sich einer der größten, wenn nicht sogar die größte Steinbockkolonie Europas entwickelt hat. Nach einem Wegweiser wandern wir in Richtung  Älple-Zug, einem wunderschönen felsdurchsetzten Hochtal, das zugleich auch das Quellgebiet des Lechs ist. Es ist noch zu früh im Jahr, erst im Juli kann man hier eine einzigartige, artenreiche  Alpenflora bewundern, dann blühen auf den Almwiesen die Alpenrosen, der Enzian und andere seltene Arten.

Nur wenig später passieren wir eine kleine Brücke über einen dahin plätschernden Bach und steigen bergab. Immer tiefer schnitt sich der Bach in die Landschaft ein und überraschte uns immer wieder mit wunderschönen Wasserfällen. Nach Querung einer Straßenbrücke wanderten wir weiter Richtung Älple/Zug, passierten eine Bank, eine kleine Brücke und wechselten bei der nächsten Brücke die Uferseite. Nun wurde es abenteuerlich, über Holzstege ging es entlang an Felswänden und Flusswindungen zur Mündung des Spullerbachs, der vom Stausee her kam und sich unter einer Brücke tosend und rauschend in den Formarinbach ergab.

Der Zusammenfluss der beiden Gewässer bildete nun endgültig den Lech. Nach dem wir eine Straße passiert hatten wanderten wir auf einem Steig in das Gebiet des Unteren Älpele bis zu einer Brücke und machten einen Abstecher zum urigen Gasthof Älple, wo wir eine längere Rast einlegten. Zurück auf dem Weg, mit schönem Ausblick auf das Älple und den Fluss wanderten wir abwärts zu einem Hang und am Wasser entlang zu einem Feuchtgebiet. Später passierten wir Weiden, einen schönen Rastplatz und eine Lechbrücke, an der wir kurz vorher nach rechts bergan abiegten und wanderten entlang des rauschenden Flusses.

Nun blickten wir auf die Häuser der Gemeinde Zug  und wandern am Abzweig Zuger Tobel geradeaus weiter. Mit einem Anstieg umrundeten wir einen Hangrutsch und wandern durch Wald hinunter zu einem Fahrweg und zur Brücke nach Zug. Nach dem passieren des Golfplatzes, der Zuger Bergbahn, einer Brücke und Kneipanlage wandern wir weiter und folgen dem Symbol Richtung Schwimmad. Nach einigen Richtungswechseln traffen wir auf den Weg zur Rudalpe und wanderten  über einen Panoramweg hinab nach Tannberg. Von hier war es nicht mehr weit zur alten Holzbrücke, diese passierten wir und erreichten die Bushaltestelle am Rüfiplatz. Von hier waren es nur wenige Minuten bis zu unserem Hotel.

Am Abend trafen wir uns mit Heidi in einer Pizzeria, die mit ihrer Hündin Jule auf dem Lechweg unterwegs war. Da wir uns nur online von Facebook kannten, hatten wir uns viel zu erzählen. Heidi und Juli sollten wir auf einer der nächsten Etappen wieder sehen.

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