Eifel

Durch die Kyllburger Waldeifel – Von Schloss Malberg zur Römischen Villa Otrang

26. April 2014

Diese lange abwechslungsreiche und landschaftlich sehr reizvolle Wanderung verbindet Natur- und Kulturerlebnis. Auf breiten und schmalen Pfaden führt sie durch das stille und idyllische Kylltal. Von dem kleinen Städtchen Kyllburg, das im waldreichenTeil und am längsten Fluss der Eifel liegt wandern wir über das einzigartige Barockschloss Malberg nach Fließem mit seiner sehenswerten Kylltalbrücke und Römischen Villa Otrang. Wer die Stille und Einsamkeit sucht, abseits ausgetretener Pfade, für den ist diese Wanderung genau richtig.

IMG_8092Am Bahnhof in Kyllburg starten wir die Wanderung durch die Kyllburger Waldeifel. Vom Bahnhof gehen wir zur Hauptstraße und folgen der Bahnhofstraße aufwärts in den Ort hinein. Nach etwa 250 Meter biegen wir nach rechts in eine schmale Gasse ein, die zwischen Häuser aufwärts zu einem Platz führt, gehen rechts in die Marienstraße, gehen einige Meter nach rechts und biegen nach links in eine abwärtsführende Gasse ab, gehen über die Straße nach Malberg hinweg und folgen gleich links einem Sträßchen abwärts zur Kyll. Über eine Brücke queren wir die Kyll und folgen am anderen Ufer dem asphaltierten Wanderweg nach rechts nach Malberg. Nach der Flussbiegung erblicken wir Vis à Vis das Schloss Malberg. Nun geht es an Kleingärten und Felder vorbei und wir treffen auf die schöne Kyllburger Brücke, diese überqueren wir und gelangen über die Tellstraße in den Ort hinein.

IMG_8106Der Straße folgen wir etwa 300 Meter bis zu einem Gasthaus, gehen links die Schlossstraße aufwärts, gehen an der Alten Kirche vorbei und erreichen eine Weggabelung, dieser folgen wir nach links zum Schlosseingang. Die Anlage war einst eine frühmittelalterliche Burganlage und wurde in den Jahren 1708 bis 1715 im venezianischen Barockstil ausgebaut. Wir folgen nun der Schlossstraße leicht aufwärts, passieren eine Häuserzeile und treffen links auf einen abwärts führenden Forstweg (B9), der uns hinunter zum Talboden führt. Im spitzen Winkel (B6) geht es rechts durch das stille Tal und wir treffen etwas später auf ein Steinkreuz von 1821 und auf rötliche Sandsteinfelsen. Nach einem Viehunterstand queren wir einen Bach und gelangen auf der anderen Seite nach rechts zu einem Waldweg und folgen der Markierung B6 nach links, der zu einem höher gelegenen Fahrweg mit Wegweiser führt.

IMG_8101Nun wandern wir für längere Zeit durch einen bewaldeten Talhang in Richtung Fließem und erreichen ein kleines Seitental (Kreuzgraben) und steigen aufwärts zu einem Asphaltweg mit Wegweiser. Auf diesem gehen wir aufwärts, unterqueren die Autobahn und wandern weiter geradeaus und treffen auf eine Gabelung mit Wegweiser und erreichen über einen abwärtsführenden Linksbogen den kleinen Ort Fließem. Entlang der Kylltalstraße gelangen wir in den Ort hinein und über die Otrangerstraße wieder hinaus. Wir wandern an der Mariengrotte vorbei und erreichen über einen Fußweg der parallel zur Straße verläuft in 10 Minuten zur Römische Villa Otrang. Nach Besichtigung gehen wir auf dem Fußweg bis zum Ende des Sportplatzes zurück und gelangen etwa 35 Meter vor dem Ortsschild rechts auf einen Asphaltweg.

IMG_8207Von hier gehen wir in Richtung Wanderbrücke und durch Feldfluren und gelangen zu einem Wegweiser. Von hier biegen wir nach etwa 70 Meter nach links auf einen Pfad ein und überqueren einen Bach und wandern talabwärts und gelangen unter der Autobahnbrücke zu einer Wanderbrücke. Vor einer Schutzhütte biegen wir nach rechts ab und gelangen zu  einem Holzsteg, überqueren ihn, steigen über einen steilen Pfad abwärts und folgen dem Wegweiser „Willsecker“ und gelangen zu einem Bahngleis. Wir überschreiten die Gleise und biegen links auf einen breiten Weg ab und folgen diesem den Hang aufwärts und erreichen nach einer Kehre eine Wegverzweigung, halten uns links und gelangen zu einer Straße von Erdorf und folgen dieser nach links in den Ort Wilsecker.

IMG_8247Auf einem Fußweg gehen wir durch den Ort und folgen linker Hand der Hauptstraße nach Etteldorf. Am tiefsten Punkt der Straße geht es nach rechts und nach etwa 50 Meter nach links aufwärts zur Kirche. Diese passieren wir rechts auf einem gesperrten Sträßchen und erreichen die Kyllburger Straße, gehen auf dieser nach rechts und erreichen nach etwa 250 Meter die 500 Jahre alte „Wilsecker Linde“ mit Schutzhütte von der wir einen herrlichen Ausblick auf das Kylltal haben. Wenige Meter neben dem Naturdenkmal (Wegweiser Kyllburg) erreichen wir über einen gestuften Steig hinauf die Wilsecker Straße, auf dieser wandern wir nach rechts nach Kyllburg. Etwa 80 Meter hinter dem Hotel Wehrbüsch biegen wir nach links auf einen Pfad ab (Wegweiser Ringpfad) und steigen über Kehren hinab zur Kyll bis wir auf den Campingplatz treffen.

IMG_8273Von dort gelangen wir über einen blau angestrichenen Steg an das andere Ufer, gehen nach rechts und wandern auf breiten Weg am Uferhang entlang in die Ortsmitte bis zum „Haus des Gastes“ und gelangen links aufwärts zur Stiftskirche. Sie wurde aus rotem Sandstein erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt Kyllburg. Sie bildet mit dem Kreuzgang und dem Kapitelhaus einer der wenigen guterhaltenen Stiftskirchen aus dem 13. Jahrhundert. Als sehr wertvoll gelten die Chorfenster von 1534, die das Leben und Leiden Christi darstellen.Über die Hoch- und Bahnhofsstraße erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt den Bahnhof von Kyllburg.

Römische Villa Otrang

IMG_8125Die Villa gehört zu den größten und am besten erhaltenen Römischen Villen nördlich der Alpen. Die zu ihr gehörenden Ländereien erstreckten sich von der ehemaligen römischen Höhenstraße Bitburg-Köln bis zum östlichen Kylltal und umfasste einen Tempelbezirk und ein Gräberfeld. Anhand der Münzfunde konnte man eine Besiedlung von der Zeit Kaiser Augustus bis zum Ende der römischen Herrschaft um etwa 400 n.Chr. datieren. Das aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammender Kernbau des Herrenhauses wurde vermutlich dreimal umgebaut und erweitert und hatte eine Fläche von 3.600 Quadratmetern. Als die Villa durch die Franken zerstört wurde dienten die Trümmer der ansässigen Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg als Steinbruch und gerieten mit der Zeit in Vergessenheit. Anfang des 19. Jahrhundert wurden bei Feldarbeiten Reste eines Mosaikfußbodens entdeckt und somit rückte Otrang wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit.

IMG_8168Die preußische Regierung übernahm das Gelände auf Veranlassung von König Friedrich Wilhelm IV. und ließ Schutzhäuser über den noch vorhandenen Mosaiken errichten und veranlasste weitere archäologische Untersuchungen. Das komplett freigeleget Herrenhaus setzte sich aus 66 ebenerdigen Räumen zusammen, von denen 14 mit herrlichen Mosaikfußböden ausgestattet waren. Vier von diesen sind fast unversehrt erhalten geblieben, besonders der als Wohn- und Speisezimmer gedeutete Apsidensaal, dessen Bodenschmuck sich in drei verschieden große und gemusterte Flächen mit farbenfrohen Dekor gliederte und einen Eindruck von der einstigen Pracht vermittelt. Zwei große Hauptthermen beweisen die überaus luxuriöse Ausstattung der Villa, die sich durch aus mit den Villen der Oberschicht in Rom messen konnte. Alle drei Bäder verfügten über ein ausgeklügeltes Fußbodenheizungssystem.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 17 Km

Gehzeit: 4 bis 5 Stunden

GPS-Track: herunterladen

ÖPNV: Regionalbahn Köln-Trier

Einkehrmöglichkeiten:

In Kyllburg, Malberg, Fließem und Villa Otrang

Sehenswürdigkeiten:

  • Barockschloss Malberg
  • Stiftskirche Kyllburg
  • Römische Villa Otrang in Fließem

Wanderkarte:

WK 1:25 000; Kyllburger Waldeifel; Karte Nr. 25, des Eifelvereins

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