Kulturgüter

Kaiserthermen – Im Labyrinth der römischen Bäderanlage

23. Dezember 2013

Die Kaisertherme ist die jüngste der drei großen Badeanlagen der Stadt Trier aus dem 4. Jahrhundert und war die größte nördlich der Alpen. Ihre Relikte vermitteln heute noch dem Besucher auf eindrucksvolle Weise das luxuriöse Badevergnügen der Römer. In mitten der Stadt Trier liegt der Palastgarten und an dessen Ende die Kaisertherme, die jüngste der drei Badeanlagen in Trier.

IMG_6020Sie bildete zur damaligen Zeit die südliche Grenze des kaiserlichen Palastbezirks. Baden gehörte wie der Wein zum römischen Lebensstil. Öffentliche Thermen galten als gesellschaftliche Treffpunkte deren luxuriöse Ausstattung man hoch zu schätzen wußte und zudem für Jedermann erschwinglich war. Bei der Planung und dem Bau der Badanlage  konnten die Römer auf eine dreihundertjährige Erfahrung im Thermenbau zurückblicken. Der Entwurf der Kaisertherme richtete sich nach der Barbaratherme war aber technisch viel ausgereifter, das kann man an dem Untergeschoss, den Bedienungsgängen und Abwasserkanälen feststellen. Die Kaiserthermen erstrecken sich auf einer Länge von 250 Meter und einer Breite von etwa 145 Meter.

IMG_5945Der Gebäudekomplex war geteilt in einen großen Hof in der Westhälfte und war als Paleastra (Gymnastikplatz) vorgesehen und sollte von drei Seiten von Säulenhallen eingefasst werden. Im westlichen Flügel befand sich der Eingang der Therme mit einem beeindruckenden Torbau und im östlichen Teil befand sich das Badegebäude. In seinem Zentrum lagen die drei Haupträume, die nach der jeweiligen Badetemperatur Kaltbad, Warmbad und Heißbad genannt wurden. Ihnen waren weitere Räume angegliedert und so entstanden drei Badebereiche mit unterschiedlichen Temperaturen. Der Badevorgang sollte folgendermaßen Ablaufen:  Man betrat die Badeanlage vom Hof durch eine der Eingangshallen, die das Kaltbad flankierten. Von den Auskleideräumen die ausserhalb angelegt waren gelangte man durch das Kaltbad in die Warmbaderäume, wo man sich reinigte und auch ein Schwitzbad nehmen konnte.

IMG_5962Das Hypocaustum (Fußbodenheizung) sorgte dabei für angenehme Temperaturen, von dort ging man weiter zum Caldarium (Heißbad) im östlichen Teil des Gebäudes und badete sich im Becken mit sehr heißem Wasser. Darauf folgte eine kurze Entspannungsphase im runden Tepidarium (Warmbad) und kehrte anschließend in das Kaltbad zurück, um sich mit kaltem Wasser zu erfrischen. Die Kaiserthermen wurden zu Beginn des 4. Jahrhunderts begonnen und blieben unvollendet, nach dem Konstantin I Trier verließ, nur der Rohbau wurde ausgeführt. Erst in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts  erhielt der Rohbau unter Kaiser Valentin I eine neue Bestimmung, der hochaufragende Hauptbau  des Badesaals wurde zu repräsentativen Zwecken umfunktioniert, zu dem der kreisrunde Wärmeraum (Tepidarium) den Vorraum bildete.

Wie viele Römerbauten der Stadt wurden auch die Kaiserthermen im Mittelalter als Steinbruch genutzt, nur ein Teil des Heißbades (Caldarium) mit einer Höhe von 19 Meter blieb erhalten, ein Teil davon wurde in die mittelalterliche Stadtbefestigung mit einbezogen. Dabei diente das linke untere Fenster der Süd-Apsis des Caldariums als Stadttor.

 

Öffnungszeiten:

  • April – September:  täglich 9:00 bis 18:00 Uhr
  • Oktober und März: täglich 9:00 bis 17:00 Uhr
  • November – Februar: täglich 9:00 bis 16:00 Uhr
  • Letzter Einlass: jeweils 30 Minuten vor Schließung
  • Weitere Informationen: Tourist-Information Trier
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