Loreley Extratour – Zum Superstar der Rheinromantik

28. Februar 2015

Diese traumhafte, aussichtsreiche Wanderung führt in die Umgebung des berühmten und sagenhaften Felsens am Rhein – der Loreley. Die Loreley Extratour führt den Wanderer auf verschlungenen Pfaden und wunderbaren Wegen an das Rheinufer, zu panoramareichen Aussichtspunkten hoch über dem Rheintal, die sich wie Perlen an einer Kette an einander reihen, in das pittoreske Forstbachtal bei Bornich und am Ende der Wanderung werden die schwindelerregenden Felsen von Spitznack und Loreley erobert, von denen aus Orte und Schiffe wie eine Spielzeugwelt aussehen.

IMG_2688Wir beginnen die Wanderung am „Loreley Besucherzentrum“ und wandern mit dem Rheinsteig neben der Sommerrodelbahn „Loreley-Bob“, mit der man mit 40 km/h zu Tal rauschen kann, über Wiesen aufwärts in eine offene Feldlandschaft. Mitten in ihr trennen wir uns vom Rheinsteig und biegen nach links zum Waldrand ab und treffen rechts auf einen Pfad, auf diesem wandern wir teils über Stufen abwärts und erreichen bald darauf eines von zwei Wildgattern, das wir problemlos übersteigen und vor uns breitet sich eine wunderschöne Aussicht auf das Rheintal, die Burg Katz und die Festung Rheinfels aus, die die einzigartige Szenerie beherrschen und zwischen ihnen windet sich der längste Strom Deutschland – der Rhein. Wir steigen weiter abwärts durch brachliegende Weinbergareale und unterqueren durch einen Tunnel die Bahnstrecke und gleich dahinter mit etwas Vorsicht die vielbefahrene B 42.

IMG_2608Über eine Treppe erreichen wir das Rheinufer und  den Treidelpfad, den braucht man heute nicht mehr um Kähne mit ihrer schweren Ladung den Rhein entlang zuziehen. Das „Treideln“, Schiffziehen, ist am Rhein seit dem 8. Jahrhundert belegt. Vor Beginn der Dampfschifffahrt zogen starke Treidelpferde und Treidelknechte die schweren Lastkähne am Rhein stromaufwärts. Es war eine harte und nicht ungefährliche Arbeit. Erst mit den maschinengetriebenen Schiffen ging die Treidelschifffahrt zu Ende. Wir biegen nach rechts ab und wandern zwischen Rhein und Ufermauern weiter und genießen den herrlichen Blick auf St. Goar und die größte und grandioseste Burgruine am Rhein – Burg Rheinfels. Über eine Treppe verlassen wir später wieder das Ufer und queren die B 42 im Bereich von St. Goarshausen und beginnen den langen Aufstieg zum Rheinplateau.

IMG_2636Nach der Unterführung gibt sich auch der Rheinsteig wieder ein Stell dich ein und gemeinsam mit ihm biegen wir nach links auf einen aufwärtsführenden Pfad ab. Auf einem mit Schiefer durchsetzten Pfad entlang von Weinbergmauern gewinnen wir schnell an Höhe und genießen nach wenigen Minuten die herrlichen Ausblicke auf Burg Katz und den Rhein. Wir verlassen nun wieder den Fernwanderweg und gehen nach rechts in den Ort und biegen bei der Freiwilligen Feuerwehr nach links auf einen Feldweg ab, passieren den Patersberg und erreichen unterhalb des Sportplatzes einen Querweg, diesem folgen wir nach links. An der nächsten Weggabelung gehen wir nach rechts, steigen über eine Böschung und befinden uns wieder auf offener Flur. Wir wandern nun leicht aufwärts über das Hochplateau, queren die Straße nach Patersberg, dass auf einem langgestreckten Bergrücken liegt und von den Tälern des Forst- und Hasenbachs begrenzt wird, und steigen weiter aufwärts. Immer wieder bleiben wir stehen, denn der Blick zurück ist einfach überwältigend.

IMG_2671Etwas später erreichen wir vor der Römerstraße eine Anhöhe mit einem grandiosen Panorama, das sich bis zum Horizont erstreckt. Von hier gehen wir abwärts zur Römerstraße, wenden uns für wenige Meter auf ihr nach links bergauf, biegen bald darauf nach rechts ab und erreichen wieder offene Flur. Nun wandern wir auf Feldwegen bis zum Friedhof von Patersberg, biegen an diesem nach links ab und wandern im leichten Auf und Ab entlang des Forstbachtals. Nun wandern wir an Hecken entlang und durch Waldparzellen bis wir endgültig  wieder in den Wald eintauchen. An der nächsten Weggabelung halten wir uns rechts und wandern Richtung Bornsmühle. Wenig später passieren wir eine Abzweigung des Zuwegs nach Reichenberg und wandern auf einen Pfad weiter und immer näher dringt das rauschen des Forstbachs an unsere Ohren. Wir wandern entlang an Felsen, die von Moosen in allen Grünnuancen bewachsen sind durch einen idyllischen, knorrigen Niederwald bis zu einer seilgesicherten Passage.

IMG_2673Von hier steigen wir ins Tal hinunter zur Bornsmühle, an dieser biegen wir auf einen breiten Forstweg nach rechts ab, queren bald darauf den Forstbach und biegen nach links auf einen Waldweg ab. Kurze Zeit später biegt der Weg nach rechts ab und wir wandern durch einen Wald zur Napsmühle, diese lassen wir linker Hand liegen und wandern immer höher leicht aufwärts bis wir auf den Zuweg zum Immenhof treffen. Hier biegen wir rechts ab und verlassen das Forstbachtal und steigen aufwärts durch Mischwald zurück zum Rheinplateau. Nach einiger Zeit queren wir eine Landstraße und wandern durch Felder bis zu einer Kreuzung, an dieser biegen wir links ab und wandern in Richtung Bornich, queren die Zufahrt zum leiselhof und wandern weiter geradeaus  bis zur Bornicher Grillhütte, die uns zu einer kleinen Rast einlädt.

IMG_2677Von hier wandern wir bis kurz vor eine Straße, biegen scharf nach rechts auf einen Grasweg ab, der uns an den Ortsrand von Bornich bringt. Hier biegen wir nach rechts ab und wandern auf einem Grasweg leicht abwärts in Richtung Rheintal. Schon bald darauf säumen Hecken unseren Weiterweg bis wir auf einen markanten Felsen mit Bank treffen. Nach einer kleinen Pause wandern wir weiter und treffen auf einen Wegweiser am Bornichbach, wo sich der Rheinsteig wieder zu uns gesellt und bis zum Ende der Wanderung begleiten wird. Wir biegen nach rechts ab und wandern über offene Wiesen und treffen wenig später auf den Fünf-Seenplatz. Nun geht es auf einem Pfad leicht abwärts bis zur Zufahrt zum Leiselhof. Eine weitere Rast wollen wir keine mehr einlegen und wandern weiter zur Hangkante und erreichen den Zuweg zur ersten Felskanzel, hier biegen wir rechts ab und erreichen das Felsmassiv Spitznack, mit einem grandiosen Blick auf den Rhein und die Loreley.

IMG_2692Wir verlassen die Hangkante und biegen nach rechts ab und unternehmen einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspavillon, von dem wir wieder herrliche Ausblicke genießen dürfen. Von hier führt uns der Weg zum Weinlehrpfad, wir passieren einen Rastplatz mit Brunnen und wandern auf Asphalt aufwärts durch die Weinberge. Oberhalb des Campingplatzes am Waldrand, queren wir die Zufahrt zur Loreley und biegen links ab und nähern uns jetzt dem Anziehungsmagneten des Mittelrheintals – dem Loreleyfelsen. Wir passieren die Parkplatzzufahrt und erreichen die sagenhafte Loreley. Von einem lauschigen Plätzchen aus genießen wir die grandiosen Weit- und Tiefblicke auf das Rheintal. Von hier ist es nicht mehr weit zum Besucherzentrum, dem Ende unserer wunderschönen, aussichtsreichen Wanderung auf der Loreley Extratour.

Loreley – Superstar forever!

IMG_2633Hunderttausende von Touristen strömen jedes Jahr auf den berühmten Loreleyfelsen. Kaum ein Mythos fasziniert die Menschen so wie die Geschichte der Loreley. Erfunden hat die bekannte Sage  von der betörenden Schönen 1801 Clemens Brentano. Doch erst durch Heinrich Heines Ballade von 1824  und die Vertonung durch Friedrich Silcher wurde sie zum Superstar. Noch heute kennt fast jeder die ersten Zeilen und die Melodie: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin“. Doch ist die singende Jungfrau mit dem goldenen Haar, die vorbeifahrenden Schiffer den Kopf verdrehte und ins Verderben stürzte, wirklich ein Märchen aus uralten Zeiten? Bereits ab dem 10. Jahrhundert fand der Loreleyfelsen handschriftliche Erwähnungen, wenn auch unter verschiedenen Namen: Lurulenberg, Lurlinberg oder Mons Lurlaberch. Doch von einer schönen, betörenden Jungfrau konnte man in den alten Schriften nichts finden.

Dafür wurde ein Echo erwähnt, das ein Rauschen des Rheins an dieser Stelle verstärkte. Davon könnte auch die Namensnennung hergeleitet werden, „Ley“ heißt Felsen und „Lore“ ist nach Meinung einiger Sprachforscher ein altes Wort für einen rauschenden Schall. Auch in Schriften und Bildern bis zum 19. Jahrhundert findet eine Jungfrau Namens Loreley keine Erwähnung. Es ist wohl der Zeit der Romantik zuzurechnen, als die Menschen die Schönheit und Idylle des Mittelrheins entdeckten und der Dichter Clemens Brentano, in einer romantischen Stimmung jener Zeit die Loreley für seine Ballade erfand. Seit dem zieht die Loreley Touristenmassen aus der ganzen Welt an. Auch wenn die gefährlichen Stellen am Rheinkilometer 555 bereits vor langer Zeit gesprengt wurden und ein Echo durch vorbei brausende Züge und Autos nicht mehr zu hören ist, dem Zauber der Loreley kann sich keiner entziehen –  sie war, ist und bleibt für alle Zeit der Superstar am Mittelrhein.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 14,8 Kilometer

Gehzeit: 4:30 Stunden

Ausgangspunkt: Loreley Besucherzentrum

Anfahrt:

Man folgt der B 42 entlang des Rheins bis nach St. Goarshausen, dort biegt man auf die L 338 in Richtung Bornich ab und gelangt über die K 89 zum Loreley Besucherzentrum.

Parken: Loreley Besucherzentrum, kostenpflichtig

ÖPNV:

Mit der Regionalbahn nach St. Goarshausen und mit dem Loreley-Shuttle, Linie 595, zum Besucherzentrum, verkehrt von Ostern bis Ende Oktober.

Zuwege:

  • Wer die Wanderung zu Fuß von St. Goarshausen beginnen möchte, dem stehen drei Varianten zur Verfügung: Man wandert bis zum Marktplatz und steigt hinter der Bahnunterführung auf der rechten Seite zwischen Häusern den Fußweg zur Burg Katz hinauf. Von hier folgt man dem „Rheinstein-Logo“ vorbei am Burgtor, passiert einen Aussichtspunkt mit herrlichem Blick auf St Goar und St. Goarshausen und wandert durch den Ortsteil „Heide“. Der Straße „Loreleyring“ folgt man bis zum letzten Haus, wandert durch ein kleines Wäldchen und erreicht nach etwa 1 Stunde über Wiesen und Felder das Loreley-Plateau.
  • Oder man wählt den Treppenweg, dieser führt parallel zur B 42 auf dem Bürgersteig entlang des Hafens bis zum Treppenaufgang. Von dort erreicht man über ca. 400 Stufen in einer Stunde die Loreleyspitze.

 

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