Naturlandschaften

Maare – Die Augen der Eifel

22. Mai 2013

Die Vulkaneifel – das Land der Maare. Viele kleinere und Größere Maare gibt es in der Vulkaneifel und nur noch neun von ihnen sind mit Wasser gefüllt. Die Mehrzahl der Maare liegen in der Südeifel und stechen wie blaue Augen aus der Landschaft hervor. Der Betrachter kann sich ihres Anblicks kaum entziehen.

Die Maare der Eifel sind einmalig in Mitteleuropa und kommen weltweit nicht häufig vor. Aber was sind eigentlich Maare?  Geowissenschaftlich gesehen, sind Maare durch vulkanische Wasserdampfexplosionen entstandene Krater. Maare entstehen, wenn Magma mit wasserführenden Schichten in Kontakt kommt, dadurch werden enorme Mengen an Wasserdampf erzeugt. Das umgebende Gestein wird dabei von Schockwellen förmlich zerrüttet und explosionsartig herausgeschleudert. Dadurch entsteht ein Hohlraum in dem  Gesteinsschollen solange einbrechen bis ein trichterförmiger Einbruchkrater entsteht. Der Dauner mundartlicher Begriff „Maare“ ist weltweit die gültige Bezeichnung für diese einzigartige, weltweite Erscheinungsform.

In einem Gebiet von circa 30 Kilometer Breite und 50 Kilometer Länge finden sich über 300 größere und kleinere Vulkane, von denen nur noch neun Maare mit Wasser gefüllt sind. Andere sind ausgetrocknet, durch Erosion abgetragen oder enthalten Moore. Vor etwa 45 Millionen Jahren entstanden, in der ersten vulkanischen Phase, die ersten Vulkane, in der zweiten Phase, vor circa 700 000 Jahren, kam es zu vulkanischen Aktivitäten. Die meisten wassergefüllten Maare entstanden vor circa  20 000 bis 40 000 Jahren. Vor ungefähr 11 000 Jahren brach das „Ulmener Maar“, der jüngste Vulkan Deutschlands, aus. Noch heute ist die Erde unter der Vulkaneifel ständig in Bewegung und hebt sich jährlich um etwa 1 Millimeter empor.

In der Vulkaneifel gibt es eine große Anzahl an Kohlendioxidquellen und unter ihr gibt es eine heiße Zone, die weit in den Erdmantel hinein reicht. Das könnten Anzeichen dafür sein, dass der Vulkanismus noch nicht beendet ist, er hat quasi eine Ruhephase eingelegt. Ob es wieder zu Ausbrüchen kommt und wann, können auch die Wissenschaftler nicht vorhersagen. Die Vulkaneifel wird von Wissenschaftlern schon sehr lange erforscht. Sie fanden auch Fossilien, die weltweit einzigartig sind – wie das „Eckfelder Urpferdchen“ und die vielleicht älteste Honigbiene der Welt,  aus dem Eozän, vor circa 56 Millionen Jahren.

Wegen ihres tiefblauen Wassers werden die Maare auch „Augen der Eifel“ genannt. Von den Maarseen in der Eifel sind nur noch folgende Maare übriggeblieben:

  • Ulmener Maar
  • Gemündener Maar
  • Weinfelder Maar
  • Schalkenmehrener Maar
  • Immerather Maar
  • Pulvermaar
  • Holzmaar
  • Meerfelder Maar

Weitere Informationen: Natur- und Geopark Vulkaneifel

 

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