Kulturgüter

Matthiaskapelle in Kobern-Gondorf

22. Mai 2013

Sie ist ohne Zweifel einer der bemerkenswertesten, geheimnisvollsten und bedeutendsten spätromanischen Gebäude in Rheinland-Pfalz. Bemerkenswert ist alleine schon der Erbauungszweck, zur Aufbewahrung einer heiligen Reliquie.

In der Matthiaskapelle wurde 130 Jahre lang das Haupt des heiligen Matthias aufbewahrt, das Heinrich I von Kobern aus dem Kreuzzug von Damiette, einem von der Kirche geforderten Kreuzzug zur Rückeroberung Jerusalems, 1217 – 1221 mitbrachte. Diese wurde 1927 in die Abtei St. Matthias in Trier überführt.

Außergewöhnlich ist die einzigartige Architektur der Kapelle, die zwischen 1220 und 1240 nach Christus erbaut wurde. Der untypische Baustil lässt sich mit Kirchen in Spanien, Portugal oder Kleinasien vergleichen, die alle stilistisch auf die Grabeskirche in Jerusalem zurückgehen, die zur damaligen Zeit durch Kreuzzüge und Pilgerfahrten bekannt waren. Heinrich I hat die Kapelle nach dem Vorbild von Tomar in Portugal errichten lassen.

Aufgrund ihrer Schönheit und Besonderheit der Matthiaskapelle wurde diese im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erneuert und restauriert. Die Kapelle hat etwas mystisches, allein beim Anblick des sechseckigen Grundrisses mit einem Durchmesser von 11 Meter öffnet sich in der Mitte nach oben hin ein 14 Meter hoher, laternenartiger Mittelbau, der den Innenraum erleuchtet. Die Matthiaskapelle ist ein Muß für jeden Besucher an der Mosel und ein eindrucksvolles Erlebnis.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Print Friendly

You Might Also Like