Saar

Moselsteig Seitensprung „Saar-Riesling-Steig“ – Wo König Riesling Hof hält

18. April 2016

Dieser Moselsteig Seitensprung bietet dem Wanderer gleich drei Einstiegsmöglichkeiten: in Schoden am Sportplatz, in Wiltingen an der Geispifferhütte und in Ockfen am Angelweiher. Die Wanderung führt abwechslungsreich durch Weinberge, Laub- und Nadelwälder, Bachläufe und Wiesen mit traumhaften Aussichten in das Saartal. Der Seitensprung bietet aber auch einige sehr schöne Aussichtspunkte wie am Schleidkreuz, am Saar-Steilhang, am Heppenstein sowie eine leichte Klettertour am Bockstein und eine Rast am Bismarckturm.

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Die Geschichte des Weinbaus an der Saar reicht weit zurück. Bevor die Römer vor 2000 Jahren über Burgund und Lothringen an die Saar kamen, betrieben dort bereits die keltischen Treverer den Weinbau. Die Römer kultivierten den Weinanbau und pflanzten Reben auf großen Flächen an. Die Klöster setzten im Mittelalter die Pflege der Rebkultur weiter fort und waren auch die größten Weinbergbesitzer. Es ist vor allem dem Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus zu verdanken, dass der Riesling an der Saar angebaut wurde. Er verpflichtete im 18. Jahrhundert die Winzer zum Anbau der Rieslingrebe. Die Rieslingrebe wurde erstmals 1465 erwähnt. 100 Jahre später wurde der Rieslinganbau an der Saar durch den preußischen Staat durch Einrichtung von Staatsdomänen gefördert. Heute sind fast 80% der Rebflächen an der Saar mit dem König der Rebe, dem Riesling bepflanzt.

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Wir beginnen unsere Wanderung am Bahnhof von Schoden. Der kleine Weinort ist von herrlichen Wälder und Weinreben umrankt und liegt in einem romantischen Flussbogen der Saar. Ludwig I. (Ludwig der Fromme), nannte den Ort um 900 „Scoda“ und im Jahr 953 wurde „Scodam“ als Besitz der Trierer Abtei St. Irminen genannt, die den Anbau von Reben pflegten. Von hier gelangen wir in wenigen Minuten zum Sportplatz, wo uns eine Infotafel über den Verlauf der Wanderung informiert. Wer am Bahnhof aussteigt, kann gleich bei der Unterführung  der Bahnstrecke in den Wanderweg einsteigen. Nun steigen wir bergan zum Ortsrand und zur Marienkapelle. Ab hier wandern wir aufsteigend durch herrlichen Wald und queren ein Tal und erreichen nach einigen Richtungswechseln eine Bank, die uns eine wunderschöne Aussicht in das Tal der Saar gewährt.

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Oberhalb führt ein kleiner Abstecher, etwa 200m, zur Aussicht am Schleidkreuz, von dem man eine herrliche Aussicht auf Schoden, die Saarschleuse und den Saarkanal sowie die umgebenden Weinberge hat. Nach dem wir zurück auf dem Seitensprung sind, wechselt dieser auf einen Pfad und wir wandern entspannt weiter durch Wald, ohne größere Höhenunterschiede. Wir erreichen eine Wiese mit Obstbäumen, an der wir entlang wandern, queren später ein freies Plateau und wandern an einer bewaldeten Hangkante weiter. Wir erreichen eine kleine Wiese und der Blick ins Saartal wird wieder frei. Abermals queren wir ein Plateau und nach einem kurzen Abschnitt führt der Seitensprung wieder zur Hangkante zurück. Nun wandern wir durch einen Eichenwald und erreichen den Aussichtspunkt „Am Saar-Steilhang“, hier legen wir eine kleine Rast ein und genießen von den Bänken die traumhafte Aussicht in das Saartal und auf das Naturschutzgebiet „Wiltinger Saarbogen“.

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Nun geht es hinab zu den Relikten eines Westwall-Bunkers und weiter bergab über einen Pfad, der einen Blick auf die Kirche von Wiltingen gewährt. Unten angekommen lädt uns eine Sinnenbank zu einer kleinen Pause ein, mit herrlichem Blick auf die Weinberge. Von hier wandern wir weiter in Richtung  Zappborntal. Auf westlicher Seite steigen wir bergauf, queren einen Bach und wandern ein Stück talwärts und erreichen die Abzweigung zur „Geispifferhütte Wiltingen“, die man ebenfalls als Einstieg zum Seitensprung wählen kann. Nun geht es durch das Zapphorntal bergauf und wir stoßen auf den Waldlehrpfad mit Infotafeln. Nun geht es etwa 2,3 km steil hinauf zum Zapphorn, mal wandern wir in Bachnähe dann wieder etwas entfernter von ihm durch ein immer enger werdendes Tal. Mal dominieren die Buchen mal die Eichen.

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Am Zapphorn queren wir den Bach und wir können endlich durchschnaufen nach dem langen Anstieg. Nun geht es fast eben durch den Wald, doch bei einer großen Wiese erfolgt ein neuer Anstieg, von dem man aber eine wunderschöne Fernsicht in Richtung Saarburg und das Moseltal sowie auf Igel und Konz genießen kann. Wir können uns kaum von der herrlichen Aussicht losreißen, doch wir müssen weiter. Der Weg führt nun auf einem verschlungenen Pfad durch den Wald etwas bergan. Wir passieren einen Sendemast und haben damit den höchsten Punkt der Tour erreicht. Nun wandern wir durch einen lichtdurchfluteten Eichenwald bergab bis zu einem Wegweiser. Hier machen wir einen kleinen Abstecher zum nahegelegenen „Krohkreuz“ mit Bank. Wieder auf dem Seitensprung zurück wandern wir auf einem Pfad steil bergab, der später in einen Forstweg übergeht.

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Wir wandern an alten Weinbergmauern entlang und verlassen die Talsohle wieder. Wir erreichen ein Weinberggelände und haben abermals einen schönen Blick in Richtung Saarburg. Nun geht es durch ein Seitental wieder bergauf und wir wechseln auf einen Waldweg, der zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Weinberge führt. Hier legen wir eine kleine Rast ein und genießen den herrlichen Blick nach Saarburg und Ockfen. Nach dem wir reichlich ferngeschaut haben wandern wir zwischen Wald und Weinbergen leicht bergan. Doch jetzt wird es leicht alpin, nach einer Treppe folgen wir einem felsigen Abschnitt hinauf zum „Bockstein“, einem Felsmassiv mit Gipfelkreuz. Nach einer kurzen Waldpassage gelangt der Seitensprung wieder in die Weinberge und wir erreichen den herrlichen Aussichtspunkt „Heppenstein“ mit Rastplatz.

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Von hier führt der Weg zwischen Reben und Wald auf einen Pfad in den Wald hinein, der steil bergab zum „Bismarckturm“ am Fahrweg führt. Der Blick ins Saartal ist von hier einfach traumhaft und wir können uns abermals nur schwer losreißen. Nun geht es zur Kreuzung unterhalb der Marienkapelle und Wandern auf dem uns bekannten Weg wieder zum Ausgangspunkt zurück.

 

Schwierigkeitsgrad: schwer

Gehzeit: 6,00 Stunden

Wegstrecke: 17,5 km

Startpunkt der Tour:
Parkplatz am Sportplatz Schoden bzw. Bahnhaltepunkt Schoden

Zielpunkt der Tour:
Parkplatz am Sportplatz Schoden bzw. Bahnhaltepunkt Schoden

ÖPNV: Regionalzug Trier-Homburg, stündlich

Einkehr: diverse Lokalitäten in Schoden

 

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