Moselsteigseitensprung „Cochemer Ritterrunde“ – Eine erlebnisreiche Tafelrunde

5. Juni 2016

Diese Wanderung auf der „Cochemer Ritterunde“, dem neuen Seitensprung hoch über dem Moseltal, hat alles zu bieten was sich ein Wanderer wünscht: prächtige Burgen, beeindruckende Felsklippen, herrliche Waldpassagen, steile Mosel-Rebhänge, großartige Ausblicke und am Ende der Wanderung kann man in zahlreiche Lokalitäten einkehren und den berühmten Moselwein genießen.

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Wir starten die Wanderung am Bahnhof in Cochem und gehen zur Tourist-Information Cochem, der Startpunkt dieser traumhaften Wanderung. In wenigen Minuten erreichen wir die Sesselbahn und steigen in Serpentinen steil hinauf zum „Pinnerkreuz“, wo uns das pittoreske Städtchen, im wahrsten Sinne des Wortes, zu Füßen liegt. Unser Blick reicht weit hinein ins Enderttal, zur stattlichen Reichsburg und Winneburg. Von der Bergstation der Sesselbahn wandern wir über den Aussichtspunkt „Wakelei“, mit herrlichem Blick auf Reichsburg, Winneburg und ins Enderttal. Nun erfolgt ein längerer Anstieg hinauf zur „Winneburg“ durch herrlichen Wald.

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Die Winneburg, auch Winnenburg genannt, wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts erbaut. Urkundlich erwähnt wurde sie zum ersten Male um 1304 in einem Vertrag zwischen dem Erzbischof von Trier und Wirich von Wunnenberg. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burg stetig erneuert und verblieb im Besitz der Familie von Wunnenbergs. Nach dem das Geschlecht von Wunnenbergs  um 1637 ausgestorben war, gelangte sie im 17. Jahrhundert in den Besitz der Familie von Metternich. Im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde die Burg 1689 von französischen Truppen belagert und gesprengt. Seit dieser Zeit wurde die Burg nie wieder aufgebaut und blieb eine Ruine. Lothar von Metternich kaufte die Burg 1832 aber ein Wiederaufbau erfolgte nicht. Seit 1932 ist sie im Besitz der Stadt Cochem. Der dominante 22 m hohe Bergfried, mit einem Durchmesser von 8,5 m, prägt das Erscheinungsbild der einst so imposanten Burg. Die weitläufige Burg wird von Norden über eine Holzbrücke betreten und wurde in den letzten Jahren restauriert um sie vor dem Verfall zu schützen. Reste des Palas, der Wohn- und Wirtschaftsgebäude, der Vorburg und der Ringmauern sind noch gut erkennbar. Die Burgruine wird nicht bewirtschaftet und ist für Jedermann frei zugänglich. Um die Entstehungsgeschichte der Burg rankt sich auch eine furchtbare Sage.

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Von der Winneburg steigen wir über einen schmalen Pfad abwärts zu einem Winzerhaus. Wir queren die Stadtwaldstraße und wandern in den Stadtwald hinein. Nun haben wir die erste Schleife auf der Cochemer Ritterunde hinter uns. Schräg gegenüber der Sesselbahn beginnt nun die zweite Schleife. Nun wandern wir durch den Stadtwald hinauf zur „Viktoriahöhe“ mit Schutzhütte. Hier queren wir die K 18 und wandern zunächst auf dem Holzrückeweg weiter zum Aussichtspunkt „Wilhelmshöhe“ im Cochemer Stadtwald. Anschließend passieren wir den „Scharfburger Hof“ und treffen auf den Park- und Rastplatz am „Antoniuskopf“. Wir queren abermals die K 18 und folgen einem Pfad hinauf zum Aussichtspunkt „Hubertshöhe“, mit einem tollen Blick zur Reichsburg . Von dort wandern wir in den “Märtschelt“ und queren über eine Brücke den Märtscheltbach.

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Die Reichsburg Cochem thront auf einem 100 Meter hohen Bergkegel inmitten der Stadt Cochem. Zerstörungen, Besetzungen und Besitzerwechsel zeugen von einer bewegten Geschichte der Burg. Aufgrund ihrer exponierten und aussichtsreichen Lage über dem Moseltal diente die Reichsburg im Mittelalter als Zollburg. Die Reichsburg wurde vermutlich um das Jahr 1000 unter Graf Ezzo, dem Sohn von Pfalzgraf Pussilius, erbaut. Die Burg wurde im 17. Jahrhundert zerstört und von dem Berliner Kaufmann „Louis Frèdericc Jacques Ravenè“ in den Jahren 1868 bis 1877 im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Die Relikte der spätgotischen Burg blieben beim Wiederaufbau ein fester Bestandteil. Sie war 75 Jahr im Besitz der Familie Ravenè und diente ihr als Sommersitz. Im Jahr 1942 wurde die Burg Eigentum des Deutschen Reiches und seit 1978 ist sie im Besitz der Stadt Cochem und wird von der „Reichsburg GmbH“ verwaltet.

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In den Jahren des Wiederaufbaus durch Hermann Ende und Julius Raschdorff wurde zur gleichen Zeit am Burgfuss ein Landschaftsgarten angelegt. Dieser zog sich entlang eines neu geschaffenen Weges. Oberhalb der Mosel sprengte man einen Weg in den Felsen, dieser schlängelte sich serpentinenartig vom äusseren Burgtor bis zum Tor des Burgfriedens. Von diesem Weg hat man einen herrlichen Ausblick auf das Tal der Mosel. Auf einer Ravenèführung kann man alle Zimmer der Privatwohnung der Familie Ravenè bewundern und das Flair des 19. Jahrhunderts genießen. Von Mitte März bis November finden mehrmals am Tage 40 minütige Burgführungen statt.

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Auf einem Waldweg wandern wir Richtung Schulzentrum und weiter an der Reichsburg vorbei über die „Peterskapelle“ zum Martinstor. Nun geht es durch den Burgfrieden über den Marktplatz und die „Bernstraße“ zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Man kann die gesamte Wanderung auch auf zwei Schleifen aufteilen.

  • Winneburg-Runde: Sesselbahn –  Pinnerkreuz – Bergstation der Sesselbahn – Wakelei – Enderttal – Winneburg – Winzerhaus – Stadtwald – Sesselbahn.
  • Reichsburg-Runde: Stadtwald – Viktoriahöhe – Wilhelmshöhe – Parkplatz am Antoniuskopf – Hubertushöhe – Märtschelt – Reichsburg – Peterskapellchen – Burgfrieden – Marktplatz – Bernstraße – Carlfritz-Nikolay-Platz.

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 18 km

Gehzeit: 5 bis 6 Stunden

Ausgangs-/Endpunktpunkt: Endertplatz Cochem

Auf-/Abstiege: 800 m

ÖPNV: Cochem ist mit der Regionalbahn zu erreichen

 

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