Kulturgüter

Petersberg Neef – Ein Berg mit 2000-jähriger Tradition

Von Neef aus führt ein Wanderweg durch Weinberge hinauf auf den von der Mosel umflossenen Berggrat des Peterberges. Der Gipfel mit seinen traumhaften Aussichten in den Moselbogen zählt zu den idyllischsten und romantischsten  Plätzen an der Mosel.

Spätrömische Befestigungsanlage Petersberg/Eulenköpfchen

IMG_6250Mosel und Wein – das ist fast schon eine Symbiose. Die Mosel ist die älteste Weinlandschaft Deutschlands. Damals wie heute prägen der Weinbau und die Kultur das Leben der Menschen in Neef. Um 400 v. Chr. hatten die Kelten bereits auf dem Hochkessel einen Ringwall als Befestigungsanlage errichtet. Der Petersberg war einst eine keltische Kultstätte, wo sie ihre Toten begruben und ihre Götter verehrten. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. wurde auf dem Petersberg eine spätrömische Befestigung errichtet, sie gehörte zu einer der zahlreichen Stützpunkten im Moseltal die zum Schutze der Kaiserresidenz in Trier angelegt wurden.

IMG_6251Auf eine militärische Verwendung lassen Fundstücke wie Pfeil- und Geschossspitzen, Beschläge von Soldatengürteln, Schwertscheiden und anderen Gegenständen schließen. Auch sind noch aus dem Fels gehauene Kammern sichtbar sowie ein niedriger Steinwall und Relikte einer Umfassungsmauer, die 1976 freigelegt wurden. Kleinfunde und Münzen deuten daraufhin, dass der Stützpunkt bis zum Untergang der römischen Herrschaft in der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts bestand hatte. Zum Stützpunkt gehörte auch ein Gräberfeld das unterhalb des Petersberges lag und auch zur fränkischen Zeit weiter benutzt wurde.

IMG_6231Auch Jahrhunderte danach war der Platz von militärischer Bedeutung. Im zweiten Weltkrieg war er stark umkämpft, hier wurde eine Flak-Station zum Schutz der Eller-Brücke angelegt. Als die Römer im 5. Jahrhundert von den Franken besiegt wurden, benutzte das fränkische Königshaus das vormalige römische Landgut, von dem aus ein großer Weinberg, der Burgberg bebaut wurde. Später wurde von den Karolinger an Stelle der römischen Befestigungsanlage die Peterskapelle erbaut.

Peterskapelle

IMG_6212Hoch oben auf einem Berggrat des Petersberges liegt sie – die romantische Peterskapelle. Damals war die Peterskapelle mit dem Kloster Stuben durch einen Kreuzweg verbunden. Der Gang zu den „Sieben Fußfällen“  stellt einer der ältesten Formen des Kreuzweges da. Auch heute noch wird in der Eifel dieser fromme Brauch gepflegt. Die Bittgänge von Neef und Kloster Stuben endeten an der Peterskapelle. Die einzelnen Stationen nach Stuben und Neef sind nur noch zum Teil erhalten und stammen aus dem 17. und 19. Jahrhundert.Bereits in karolingischer Zeit hat man an dieser Stelle  eine spätrömische Bergbefestigung, die Mutterkirche für die Urpfarrei von Eller errichtet. Die um 1140 erstmals bezeugte Kapelle und vom Pfalzgrafen dem Kloster Stuben überlassene Kapelle wurde später die Pfarrkirche von Neef. 1190 wurde die Peterskapelle dem Kloster Stuben inkorporiert. Obwohl kurz darauf die Pfarrkirche in den Ort verlegt wurde, blieben Friedhof und Kapelle bis heute bestehen.

 

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