Rheinburgenweg – Von Bacharach nach Trechtingshausen

16. Juni 2013

Die 12. Etappe des Rheinburgenweges von Bacharach nach Trechtingshausen stellt  konditionelle Ansprüche an den Wanderer. Sie führt von Bacharach über die Burgruine Fürstenberg, Niederheimbach und die Burg Sonneck nach Trechtingshausen. Als Entschädigung  für die steilen Anstiege wird der Wanderer mit abwechslungsreichen Wegen, historischen Gassen, idyllischen Winkeln, Fachwerkschönheiten und mit phantastischen Panoramablicken auf das Rheintal belohnt.

bacharach30Ausgangspunkt dieser Wanderung ist das altbekannte, stimmungsvolle und malerische Weinstädtchen Bacharach, das auch als „Perle der Rheinromantik“ bezeichnet wird. Hier schrieb 1801 Clemens Brentano sein berühmtes Gedicht „Zu Bacharach am Rheine“.  Auch der französische Dichter Victor Hugo brachte seine Empfindungen auf seiner Rheinreise 1840 zum Ausdruck: „Wenn die Sonne die Wolkendecke durchdringt und ihr Licht durch eine Luke am Himmel lächelt, gibt es nichts Hinreißenderes als Bacharach“. Das mittelalterliche Kleinod verzaubert seine Besucher und auch mir fällt es schwer loszulassen. Bevor ich mich auf den Weiterweg mache steige ich an der sehenswerten gotischen Wernerkapelle vorbei und in Serpentinen aufwärts zur Burg Stahleck , die auf einem aussichtsreichen Bergsporn über Bacharach liegt und mir traumhafte Blicke auf den historischen Stadtkern und das Rheintal im Süden gewährt. Heute ist auf der Burg einer der schönsten Jugendherbergen von Rheinland-Pfalz untergebracht.

bacharach31Am Eingang der Burg gehe ich nach links und folge dem Rheinburgenweg entlang der Burgmauer rheinaufwärts, der in eine offene Landschaft führt und dichte Heckengebüsche begleiten meinen Weg. Durch Streuobstwiesen wandere ich weiter aufwärts zur Villa Sonnenhöhe bis zu einer Wegkreuzung, hier biege ich links ab und genieße die Weite der Landschaft. Ab und zu gewährt der Weg mir auch schöne Ausblicke auf den Rhein. Bei der nächsten Abzweigung überquere ich die K24 und wandere 500 Meter an der Straße aufwärts und erreiche den Friedhof von Medenscheid. Von hier gelange ich hinunter ins Dorf und zu einem schönen Aussichtsplatz mit Blick auf Bacharach, Rhein und Lorchhausen. Weiter führt der Weg bis zur Dorfmitte von Medenscheid und über einen Fußweg an der K24 gelange ich nach Winzberg und am Sportplatz vorbei zu einem Feldweg. Auf ihm wandere ich durch Weinberge hinunter ins Gailsbachtal und weiter in Richtung Rheindiebach.

bacharach32Nach einem kurzen Abstecher zur Burg Fürstenberg, die reizvoll von Weinbergen umgeben ist, wandere ich weiter nach Rheindiebach, am Turm der Stadtmauer vorbei und steil bergauf in eine herrliche und aussichtsreiche Wiesenlandschaft hinein. Von hier schweift mein Blick zur Burg Stahleck und Vis à Vis grüßt die Burgruine Nollig bei Lorsch. Ich passiere einen Rastplatz mit herrlicher Aussicht und gelange auf einem Wirtschaftsweg zu einer Weggabelung am Friedhof von Niederheimbach. Nun führt der Weg ins Heimbachtal und ins Ortszentrum des Winzerortes.  Nach Besichtigung der Pfarrkirche „Sant Mariä Himmelfahrt“, die ihr Aussehen verschiedener Baustile verdankt, schweift mein Blick hinauf zur Heimburg, die auch unter dem Namen Burg Hohneck bekannt ist.

bacharach15Von hier führt der Weg am Chamtoceaux-Platz vorbei und weiter aufwärts an der Burgmauer vorbei in Richtung Trechtingshausen. An der Straße biege ich rechts ab und wende mich kurz nach links und folge dem Weg hinauf zu einer Bank und weiter ins Erschbachtal. Nach überqueren des Baches gelange ich in durch eine offene Landschaft in den Wald und erreiche die Abzweigung zur Burg Sooneck, wo ich eine kleine Rast einlege. Nach Besichtigung der Burg wandere ich weiter zum „Siebenburgenblick“ mit Aussichtsturm. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Rheinlandschaft und die Burgen Sooneck, Hohneck, Stahleck und Fürstenberg sowie auf der anderen Rheinseite zur Burg Nollig wogegen die Ruine Waldeck und Sauerburg nur schemenhaft zu erkennen sind. Nach so viel Augenschmaus setze ich meine Wanderung zur „Köhlchen Wiese“ fort und folge anschließend dem Weg zum Palmkopf.

bacharach23Hier teilt sich der Rheinburgenweg und man hat die Wahl der Qual zwischen zwei Varianten. Ich entscheide mich für den Wegweiser nach Trechtingshausen und steige am gleichnamigen Bach zum „Sankt Georgsbrunnen“ ab und erreiche Trechtingshausen, ein überaus reizvolles Winzerdorf.  Ein Abstecher zur ehemaligen Pfarrkirche Sankt Clemens, einem malerischen Bau der niederrheinischen Romanik lasse ich mir nicht entgehen. Oberhalb von ihr erhebt sich zwischen dem Rhein und Morgenbachtal die Burg Reichenstein, hier residierten Anfang des 13. Jahrhundert die Vögte von Bolanden und um 1241 der berüchtigte Raubritter Philipp von Hohenfels. Die Burg wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut und war ab dem 16. Jahrhundert dem Verfall preis gegeben und wurde erst im 19. Jahrhundert erneut aufgebaut. Heute ist in der Burg ein Hotel, Restaurant und Museum untergebracht.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Ausgangspunkt: Bacharach

Endpunkt: Trechtingshausen

Wegstrecke: 21 Kilometer

Anforderungen: gute Kondition, zum Siebenburgenblick, 2 km langer Anstieg

Gehzeit: 6,00 Stunden

ÖPNV:

Linksrheinische Bahnstrecke, Trier-Koblenz, Mittelrheinbahn bis Bacharach

Sehenswertes:

  • Bacharach
  • Burg Stahleck
  • Wernerkapelle
  • Burg Sooneck
  • Burg Hohneck (Heimburg)
  • Ruine Fürstenberg
  • Burg Reichenstein

 

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