Rheinburgenweg – Von St. Goar nach Oberwesel

Die 10. Etappe des Rheinburgenweges ist mit 12 km nicht sehr lang und man kann sie in 3 Stunden gut bewältigen. Dafür bietet sie ein traumhaftes Wandererlebnis mit wunderschönen Aussichten auf das Rheintal und die Loreley. Und der Ölsbergsteig sorgt zusätzlich für einen kleinen Nervenkitzel. In Oberwesel gibt es vieles aus dem Mittelalter zu bestaunen, wie die begehbare Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert , die Schönburg oder die Liebfrauenkirche.

„Große Steine, Müde Beine, saure Weine, Aussicht keine“ dichtete einmal Heinrich Heine in das Gästebuch vom Brockenhaus. Das bleibt dem Wanderer bei dieser traumhaften Wanderung erspart. Der Rhein ist bekannt für seinen guten Wein, seine malerische Winkeln, seine idyllische Flusslandschaft und seine aussichtsreichen Höhen. Und müde Beine bekommt man bei dieser Wanderung auf keinen Fall.

IMG_1815Die Wanderung beginnt in St. Goar, das zu den beliebtesten Ausflugorten am Mittelrhein zählt. Nach dem Besuch der Burg Rheinfels, die fast 500 Jahre lang die mächtigste und größte Burg am Rhein war, geht es über eine Holzbrücke durch den Reusche-Park, einem Naturlehrpfad, der seinen Namen einer Künstlerfamilie verdankt, die im „Gut Rheinfels“ gewohnt hat. Nach einem Wasserfall geht es über einen Treppenweg zum Rheinhöhendorf Biebernheim, dass an einem Steilhang über dem Rheintal liegt. Von hier aus erreicht man in kurzer Zeit den Rastplatz „Uhlenhorst“, von ihm hat man einen herrlichen Blick auf die Burgen Rheinfels, Katz und Maus. Von hier verläuft der Weg an der Plateaukante entlang  bis man auf einen schmalen Pfad trifft, der am Seelenbach hinunter zum „Loreleyblick“ führt, einem Denkmal für die Schöpfer des Loreleyliedes, mit Blick auf den gleichnamigen Schieferfelsen.

IMG_1895Die weltweit bekannte Sage von der unheilvoll singenden Schönen wurde 1801 von Clemens Brentano erfunden und wurde erst durch Heinrich Heines Ballade von 1824 ein Gassenhauer. Bis heute kennt jeder die erste Strophe und die Melodie – „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Dass ich so traurig bin; Ein Märchen aus uralten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn“. Vertont wurde die Ballade von Friedrich Silcher. Das Lied wurde in viele Sprachen übersetzt und sogar japanische Kinder lernen in der Schule „Heinrich Heines Lied von der Loreley“ das heute ein fester Bestandteil japanischen Kulturgutes ist.

Von hier führt der Weg am Waldrand entlang zu einer sehr schönen Schutzhütte, wo man eine Rast einlegen kann. Direkt links neben der Hütte beginnt der „Ölsbergsteig“, der auch für nicht trittsichere und schwindelfreie Wanderer zu begehen ist. Ausgesetzte Stellen sind auf dem 1 km langen Steig mit Drahtseilen versichert und zwei Leitern können umgangen werden.  Wer sich den Klettersteig nicht zutraut kann ihn auf dem „Skulpturenweg“ umgehen.

IMG_1837Nach dem Steig trifft man auf einen sehr schönen Rastplatz mit einem Wetterschutz unter einem Felsen. Von hier hat man einen schönen Blick auf das Rheintal, das Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.  Viele Dichter, Maler und Schriftsteller entdeckten diesen sagenreichen und geschichtsträchtigen Fluss. „Er durchbricht es und die Felsen weichen ihm aus und blicken mit Erstaunen und Bewunderung auf ihn herab“, schrieb Heinrich von Kleist 1803 auf seiner Rheinreise.

Über den „Königsweg“ in Oberwesel gelangt man zum 90m hohen „Kölner-Torturm“, der im Mittelalter den Weg nach Köln sicherte. Zur damaligen Zeit führte eine Fernstraße von Mainz nach Köln durch diesen Turm. Heute kann man auf drei Etagen verteilt in einer der Turmzimmer übernachten und von der Turm-Terrasse hat man einen einzigartigen Blick über die Dächer von Oberwesel und die Flusslandschaft.

IMG_1934Der Weg an der Stadtmauer  entlang führt durch den linken Torbogen in das Zentrum von Oberwesel. Der Rheinburgenweg umgeht aber Oberwesel westlich und man gelangt geradeaus durch einen Torbogen und über einen Treppenweg aufwärts zu St. Martin und der Straße zum Stadtmauerdurchbruch. Von hier führt ein Pfad entlang der Stadtmauer mit ihren prachtvollen Türmen und mit einem schönen Blick auf Schönburg und die Liebfrauenkirche oberhalb der Stadt weiter abwärts zur Hauptstraße.

An ihr gelangt man nach 50m zu einem Hinweisschild „Elfenley-Burg“ diesem folgt man zu einem Felsrücken aufwärts. Der Weg rechts führt zur Schönburg hinauf, man geht geradeaus und erreicht die Historische Weinwirtschaft und die Liebfrauenkirche und den Bahnhof. Für  Oberwesel, die Stadt der Türme und des Weins, wie sie auch genannt wird, sollte man auf jeden Fall genügend Zeit einplanen, denn die Stadt hat viel Sehenswertes zu bieten.

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 12 km

Gehzeit: 3 bis 3,15 Stunden

Anfahrt ÖPNV:

Regionalbahn von Trier nach Koblenz, Mittelrheinbahn bis St. Goar

Anfahrt PKW:

B9 und A 61, Fähre zur B 42, kostenloses Parken südlich des Fähranlegers

Sehenswürdigkeiten Oberwesel:

  • Burg Rheinfels
  • Begehbare Stadtmauer
  • Schönburg
  • Liebfrauenkirche
  • Martinskirche
  • Minoritenkloster
  • Mutter-Rosa Kapelle, ehem. Wernerkapelle,
  • Gründerrodehaus

 

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