Kulturgüter

Römische Villa Otrang bei Fließem

27. April 2014

Einer der schönsten und am besten erhaltenen römischen Landsitze ist die Villa Otrang bei Fließem. Sie liegt nur 5 Kilometer nördlich der antiken Heerstraße von Trier nach Köln. Die über 1500 Jahr alte Villa wurde 1838 wiederentdeckt.

Villa Otrang

Villa Otrang

Die Villa gehört zu den größten und am besten erhaltenen Römischen Villen nördlich der Alpen. Die zu ihr gehörenden Ländereien erstreckten sich von der ehemaligen römischen Höhenstraße Bitburg-Köln bis zum östlichen Kylltal und umfasste einen Tempelbezirk und ein Gräberfeld. Anhand der Münzfunde konnte man eine Besiedlung von der Zeit Kaiser Augustus bis zum Ende der römischen Herrschaft um etwa 400 n.Chr. datieren. Das aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammender Kernbau des Herrenhauses wurde vermutlich dreimal umgebaut und erweitert und hatte eine Fläche von 3.600 Quadratmetern.
Als die Villa durch die Franken zerstört wurde dienten die Trümmer der ansässigen Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg als Steinbruch und gerieten mit der Zeit in Vergessenheit. Anfang des 19. Jahrhundert wurden bei Feldarbeiten Reste eines Mosaikfußbodens entdeckt und somit rückte Otrang wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit.

Caladarium mit Fußbodenheizung

Caladarium mit Fußbodenheizung

Die preußische Regierung übernahm das Gelände auf Veranlassung von König Friedrich Wilhelm IV. und ließ Schutzhäuser über den noch vorhandenen Mosaiken errichten und veranlasste weitere archäologische Untersuchungen. Das komplett freigelegte Herrenhaus setzte sich aus 66 ebenerdigen Räumen zusammen, von denen 14 mit herrlichen Mosaikfußböden ausgestattet waren. Vier von diesen sind fast unversehrt erhalten geblieben, besonders der als Wohn- und Speisezimmer gedeutete Apsidensaal, dessen Bodenschmuck sich in drei verschieden große und gemusterte Flächen mit farbenfrohen Dekor gliederte und einen Eindruck von der einstigen Pracht vermittelt. Zwei große Hauptthermen beweisen die überaus luxuriöse Ausstattung der Villa, die sich durch aus mit den Villen der Oberschicht in Rom messen konnte. Alle drei Bäder verfügten über ein ausgeklügeltes Fußbodenheizungssystem.

Weitere Informationen: Villa Otrang

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