Mosel

Römerpfad Butzweiler – Abenteuer im Butzebachtal

15. April 2013

Unweit von Trier, zwischen den Orten Butzweiler und Kordel, führt der Römerpfad durch eine urwüchsige und wilde Schlucht entlang des Butzerbachs. Über schmale Pfade, Stege und atemberaubende Hängebrücken führt er vorbei an wunderschönen Felsformationen, Buntsandsteinhöhlen, antiken römischen Relikten und rauschenden Wasserfällen.

rmer1Es ist Herbst – die Zeit der Farben aber auch der Melancholie. Einerseits ist es die schönste Zeit zum Wandern, andererseits das Ende eines wunderschönen Wandersommers. Milde, klare Luft und ein strahlend blauer Himmel begleiten uns an diesen Tag . Über einen schmalen Pfad steigen wir durch sonnendurchfluteten Wald, immer am Butzerbach entlang, leicht ansteigend hinauf, vorbei an Wasserfällen, über Stege und schwankende Hängebrücken zum römischen Steinbruch und römischen Kupferbergwerk. Die „Pützlöcher“ werden sie genannt, was so viel wie Wasserlöcher bedeutet. Sie zählen zu den ältesten und größten römischen Bergwerken in Deutschland. Hier sollen auch die Quader, so erfahren wir über eine Hinweistafel, für den Bau der Porta Nigra stammen.

rmer2Nach so viel römischer Geschichte wandern wir weiter zur Geyersley, einem Felsvorsprung, hoch über dem Kylltal. Von hier haben wir einen wunderschönen Blick ins Tal und auf die Burg Ramstein. Wir wandern weiter durch den Wald und bewundern immer wieder die schöne Färbung der Blätter und das funkeln dunkelgrüner Moose an Felsen und Bäumen. Nach kurzer Zeit erreichten wir die Klausenhöhle. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts wurde der heilige Athanasius von Ägypten nach Trier verbannt. Von dort brachte er die heilige Kunde von einem Heiligen mit, der sein ewiges Heil durch ein Leben in Abgeschiedenheit suchte. Diese Nachricht verbreitete sich sehr schnell im Trierer Lande und fand viele Nachahmer. Meistens waren es Mönche die sich mit Erlaubnis der Klosteroberen in die Einsamkeit zurückzogen umso Gott näher zu sein.

rmer3Beim durchwandern des Kestenwaldes bekamen wir großen Appetit auf die braunen Köstlichkeiten, wir unterbrachen die Wanderung, sammelten sie eifrig von Waldboden auf um sie anschließend genussvoll zu verspeisen. Kesten wie sie bei uns im Südwesten genannt werden, sind Esskastanien auch “Maroni” genannt und sind von einer grünen stacheligen Hülle umgeben. Sie können gekocht oder geröstet gegessen werden. Ein Tipp von uns: eine gefüllte Ente oder Martinsgans mit Kesten ist einfach eine herbstliche Delikatesse. Oder man bereitet aus ihnen die berühmte “Crème marrons” , eine Art Süßspeise bzw. Maronenpürree zu oder man genießt sie als “marrons glacèe, kandierte Kastanien.

rmer4Höhlen mit diesem Namen gibt es sehr viele in Deutschland. Bis Mitte des 19.Jahrhundert war sie unter dem Namen „Kuthbachhöhle“ bekannt. Ein Beamter der aus Mayen nach Pfalzel versetzt wurde entdeckte diese bei einer Wanderung und benannte sie in den heutigen Namen um.Genoveva war eine Adlige und die Tochter des Herzoges von Brabant und die Ehefrau des Trierer Pfalzgrafen Siegfried. Viel Historisches gibt es bei dieser Tour zu erfahren und zu sehen, dachten wir uns und wanderten zu unserem letzten Höhepunkt der Burg Ramstein.

rmer9Die Burgruine Ramstein trotz auf einem kleinen Felsen und ist umgeben von grünbewaldeten Bergen. Die Burg wurde um 915 als Lehensgebäude unter Erzbischof Ratbod gegründet und wurde einige Jahre später zu einer Burg erweitert. Wahrscheinlich stand an der gleichen Stelle bereits einmal eine Anlage mit dem Namen„Rumesstein“. Bereits seit 1798 gibt es auf der Burg Ramstein ein Gasthaus, dass heute ein Hotel und Restaurant beherbergt. Es ist nicht nur für Trierer ein begehrtes Wander- und Ausflugsziel, vor allem am 1. Mai strömen riesige Menschenmassen zur Burg und lassen es sich bei einem Bier, Moselwein und gutbürgerliche Küche es sich wohlergehen. Auch wir ließen diesen wunderschönen Herbsttag bei einem Glas Moselwein ausklingen.

 

 

 

Schwierigkeitsgrad: leicht

Ausgangs-/Endpunkt:

Wanderparkplatz unterhalb der Burg Ramstein

Streckenlänge: 13,5 Kilometer

Gehzeit: 3 bis 4 Stunden

Karte:

topographische Karte wk25tr,Trier und Trier-Land

 

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