Kulturgüter

Römisches Bergheiligtum auf dem Calmont

22. Mai 2013

Zwischen den Orten Bremm und Ediger-Eller an der Mosel, liegt der steilste Weinberg Europas – der Calmont. Auf seiner höchsten Erhebung mit einer ovalen Gipfelfläche von ca. 75 m x 20 m und zwei im Westen und Osten vorgelagerten Absätzen, hatte man schon immer ein römisches Bergheiligtum vermutet.

Nach dem zahlreiche Kleinfunde, Münzen, Keramik und Glasfragmente auf dem Gipfelplateau gefunden wurden vermutet man eine römische Kultstätte. Leider stammten die Kleinfunde, wie sich später herausstellte, aus Raubgrabungen. Bei einer Ausgrabung durch die Archäologische Denkmalpflege Koblenz, konnte man erstmals Überreste einer Tempelanlage feststellen. Trotz nicht genehmigter Schürfungen und Raubgrabungen, die großen Schaden angerichtet hatten, konnte man die freigelegten Mauerreste und Pfostenstellungen eines gallorömischen Umgangstempel mit den Mauern der Cella, Mittelbau, und des Umganges noch gut erkennen.

Ursprünglich bestand der Tempel aus einem quadratischen Mittelbau mit einem Grundriss von 4 m x 4 m und in der Hälfte des Mittelbaus war der Sockel für ein Kultbild oder Altar noch vorhanden. Um den Mittelbau herum verlief ein offener Umgang von ca. 9 m x 9 m, dessen Dach von Säulen getragen wurde. Der Fussboden des Umgangs bildeten mehrere Schieferplatten. Der Tempel war auf dem Calmont an einer besonderen Stelle errichtet worden, mit einem Blick auf die Moselschleife mit Peterskapelle und dem Bergfriedhof. Auf dem Petersberg befand sich ebenfalls in spätrömischer Zeit eine Höhenbefestigung. Das Bergheiligtum stammt laut einer Datierung der Funde aus dem 2. bis 4. Jahrhundert nach Christus. Welche Götter hier verehrt wurden konnten die Ausgrabungen nicht belegen.

Weitere Informationen: Bremmer Calmont

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