Schwede-Bure-Tour – Liebeslauben und mittelalterliches Ambiente

2. Mai 2016

Diese erlebnisreiche Wanderung auf der Schwede-Bure-Tour führt vom romantischen Rheintal, mit seinen Steilfelshängen, über aussichtsreiche Hochflächen zum tief eingeschnittenen Oberbachtal. Idyllische Aussichtspunkte laden zum Verweilen und Genießen ein. Kulturelle Höhepunkte dieser Tour bildet das mittelalterliche Ensemble von Oberwesel, der Blick auf die prächtige Schönburg, die Kapelle und die Kreuzwegstation am Kalvarienberg.

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Wir beginnen unsere Wanderung in Oberwesel, im Herzen des Welterbetales, der Stadt der Türme und des Weins. Einst gab es 21 Wehrtürme entlang der drei Kilometer langen Stadtmauer, von denen nur noch 16 Türme erhalten sind. Der größte Teil der mittelalterlichen Stadtmauer ist noch begehbar und wer möchte, kann den Steingassen- und Zehnerturm besteigen und den herrlichen Blick über den Rhein genießen. Wir starten am „Schaarplatz“ im Ortskern von Oberwesel, hier wurden im Jahr 2008 in einer Baugrube römische Abfallgruben entdeckt. Darunter befanden sich spätrömische Gräber mit Beigaben und Bronzebeschläge von Militärgürteln, die von Archäologen als ein Indiz für ein Kastell gewertet werden. Wir folgen dem Wegweiser, passieren einen mittelalterlichen Brunnen und einen Weinberg und gelangen über einen Pfad in den Schützengraben.

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Nun schlendern wir entlang der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren imposanten Türmen in Richtung „Martinskirche“, auch weiße Kirche genannt, die sich nordwestlich oberhalb der Stadt eindrucksvoll in Szene setzt. Ihr mächtiger Glockenturm war einst Teil der prächtigen Stadtmauer. Um 1350 begann man mit dem Neubau der gotischen Stiftkirche. Der imposante Kirchturm mit seinen schießartigen Maueröffnungen ist ein gelungenes Beispiel sakraler Wehrarchitektur. Wir queren die Straße und wandern auf einem aufwärtsführenden Pfad entlang von Gärten zum „Michelfeld“. Nur wenig später erreichen wir den Aussichtspunkt „Auf dem Kackstuhl“, mit einem schickem Holzsitz für Erinnerungsfotos mit Rheinhintergrund, von dem wir einen herrlichen Blick auf den Rhein genießen. Von hier steigen wir hinauf zur Hardthöhe und wandern anschließend über blühende Wiesen und Felder, mit traumhaften Ausblicken weiter.

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Wir passieren den ehemaligen „Jüdischen Friedhof“,  An der grauen Lay, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde. Die alten Grabmale und das wuchernde Grün geben diesem Ort etwas Mystisches. Das älteste der 66 Grabmale stammt aus dem Jahre 1718 und die letzte Beisetzung fand am 25. Januar1942 statt. Nach einem Kilometer bergauf und bergab erreichen wir die „Rheingoldschänke“ und genießen von der Terrasse aus die Natur um uns herum. Nun leitet uns der Schwede-Bure-Weg durch Viehweiden, Wiesen und ein kleines Waldstück zur „Guckshöll“, von der wir einen traumhaften Ausblick durch das Niederbachtal bis zum Rhein mit der Martinskirche und dem Katzen- und Ochsenturm haben. Wir passieren eine Schonung und erreichen den höchsten Punkt dieser Wanderung, mit einem herrlichen rundum Fernblick. Wer will kann von hier einen kurzen Abstecher nach Damscheid unternehmen und einen kurzen Blick in die Pfarrkirche „Johannes der Täufer“, aus dem 12. Jahrhundert werfen, mit ihrem romanischen Turm.

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Von hier wandern wir in südlicher Richtung zum Wanderparkplatz „Hardt“ und weiter auf einem Wiesenweg entlang von Büschen und erreichen nach etwa 2 Kilometer den Aussichtspunkt „Hunsrück“. Hinter diesem biegen wir nach links auf einen Pfad ab, der uns durch herrlichen Niederwald führt und uns zurück in Richtung Oberwesel bringt. Wir passieren einen alten Steinbruch und wandern entlang von alten und bewirtschafteten Weinbergen weiter. Kurz vor einem Asphaltweg steigen wir links auf eine Weinbergmauer und wandern etwa 100 Meter am Fuße der Weinberge entlang. Unser Blick schweift hinüber  zu einem kleinen Winzerdörfchen, mit dem merkwürdigen Namen „Engehöll“, dessen Namen keltischen Ursprungs ist. Nun geht es wieder leicht aufwärts durch Weinberge, wir passieren einen Unterstand der Winzer mit Blick auf die prächtige Schönburg, aus dem 12. Jahrhundert.

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Nach etwa 1 Kilometer leitet uns ein Pfad über Stufen hinauf zu einem herrlichen Eichenwäldchen und zum Aussichtspunkt „Landsknechtblick“, mit einer schönen Aussicht auf Oberwesel und den Rhein. Nach einer kurzen Pause wandern wir weiter und erreichen den „Schweden-Bure“, einen wildromantischen Ort, der vor allem Liebespaare besuchen, um dort ihre Liebesschwüre in einem Schieferfelsen zu verewigen. Tief eingeritzte Herzen zeugen heute noch davon. Im 17. Jahrhundert hatte auch Oberwesel, wie so viele Städte, unter dem Dreißigjährigen Krieg zu leiden. Es waren vor allem die Frauen und Mädchen die 1629 unter den Schwedischen Soldaten zu leiden hatten, denn sie trieben es recht bunt. Die Bewohner suchten daher in den bis zu 6 Meter tiefen Felslöchern, die auch „Schwedenburen“ genannt wurden, unterschlupf. Heute sind die begehrten Felsenhöhlen beliebte Liebeslauben. Wir wandern pfadig weiter zur „Kalvarienberg-Kapelle“, die 1845 erbaut wurde und über den Kreuzweg hinab zu den ersten Häusern von Oberwesel und zum Ausgangspunkt zurück.

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Tipp:

Nach der Wanderung sollte man sich noch etwas Zeit lassen, um die Sehenswürdigkeiten dieser mittelalterlichen Bilderbuchstadt zu besichtigen. Die Liebfrauenkirche, die Stadtmauer, die Martinskirche, das Minoriten-Kloster oder die Schönburg. Ein ganz besonderes Highlight ist das „Meteoriten-Museum“ in Oberwesel. Hier kann man sich auf 170 Quadratmetern einen tiefen Einblick in die Welt der Meteoriten verschaffen. Hier kann man unterschiedliche Meteoriten-Exponate aus der ganzen Welt, die aus dem Asteroiden Gürtel zwischen Jupiter und Mars stammen betrachten.

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Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 12 Km

Gehzeit: 4 Stunden

Auf- und Abstieg: 392m

Empfohlene Laufrichtung: gegen den Uhrzeigersinn

Ausgangspunkte:

  • Schaarplatz, Zentrum Oberwesel
  • Wanderparkplatz Damscheid/Hardt
  • Gasthaus „Rheingoldschänke“

Einkehr:

  • Rheingoldschänke
  • Hofcafe Hardthöhe

ÖPNV: Regionalzug Trier-Koblenz, Mittelrheinbahn nach Oberwesel

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