Eifel

Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig – Wandern zwischen Himmel und Hölle

Diese abwechslungsreiche Wanderung bietet einzigartige Naturerlebnisse:  beeindruckende Felswände, endlose Panoramablicke, eine Wolfsschlucht mit Urwaldatmosphäre und Wasserfall, verträumte Bachtäler, schöne Waldpassagen und sprudelnde Quellen am Wegesrand.

IMG_2140Wir beginnen die Wanderung auf dem Höhlen- und Schluchtensteig am „Parkplatz Bergwege“ bei der K 57. Bereits nach wenigen Metern eröffnet sich uns ein herrlicher Blick nach Westen ins „Pöntertal“, einem kleinen Seitental des Brohlbachtales, das von großer ökologischer Bedeutung ist und als zukünftiges Naturschutzgebiet ausgewiesen werden soll. Das artenreiche Tal ist Heimat für über 300 Pflanzen- und 80 Vogelarten. Wir wandern entlang der K57 in südlicher Richtung bis wir die Straße queren und einem Feldweg hinaus in die offene Landschaft folgen. Die Sonne steht tief am Horizont und taucht die Landschaft in ein magisches Licht, wir lassen unsere Blicke schweifen und genießen die Stille bis wir nach links auf einen Wirtschaftsweg abbiegen. Nun geht es über Äcker und Wiesen und an einigen Obstbäumen vorbei und wir erreichen das Flurstück „Auf der Kehr“. In einer Spitzkehre biegen wir scharf nach rechts auf einen Feldweg ab und wandern abwärts.

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IMG_2121Nach etwa 1,6 Km erblicken wir, in nicht allzu weiter Ferne, eine Rastbank mit Obstbaum. Doch bevor wir diese erreichen folgen wir dem Weg nach links und treffen auf einen Naturweg und wandern zwischen Feldern und Wiesen zum nahegelegenen Waldrand.  An diesem steigen wir nach rechts zum Talgrund  abwärts. Unten angekommen biegen wir auf einem Feldweg nach links ab. Die Szenerie ändert sich nun und Hecken säumen nun unseren Weg durch das Krayerbachtal. Nach etwa 2,8 km haben wir die Krayermühle erreicht und treffen auf die K 58. Nun geht es auf einem Wiesenpfad entlang der Straße bis zu einer Bushaltestelle, an dieser queren wir die Straße und wandern weiter geradeaus in Richtung Tönisstein. Der Splittweg führt uns durch den Talgrund, in dem sich neben dem Pönterbach weitere Quellen befinden.

IMG_2104Weitere Wegverzweigungen ignorieren wir und wandern im Talgrund weiter und erreichen nach etwa 3,5 km die Pöntermühle. Den Splitt lassen wir nun hinter uns und tauchen in den Wald ein, der schon längst sein herbstliches Farbenkleid verloren hat. Es ist Dezember, die Bäume knarren und der Wind streift durch die kahlen Äste der Bäume. Es ist still, nur der Bach plätschert leise vor sich hin und oberhalb des Weges lädt uns die „Pöntertal-Hütte“ zu Rast ein. Wir wandern weiter und bald lädt uns eine weitere Bank am Waldrand, an einem lauschigen Plätzchen, zu Rast ein und unterhalb der steilen Böschung hat sich der Pönterbach tief eingegraben. Nach etwa 4,4 km wechseln wir die Richtung und gehen nach links, queren einen Steg und steigen einen steilen Pfad aufwärts, den nächsten Querweg beachten wir nicht und steigen weiter bergan. Nach einer Linkskehre setzt sich der Pfad moderat fort und eine Bank lädt zu Erholung ein.

IMG_2000Wenig später macht der Traumpfad eine Spitzkehre nach rechts, wir folgen dem Hinweisschild Schützenhaus und wandern unter hohen Buchen weiter bergan und treffen nach etwa 5,5 km auf ein Hochplateau, wenden uns nach rechts und kurz darauf nach links zum nahen Schützenhaus. Am Parkplatz gehen wir nach rechts und tauchen in den Hochwald ein. Wir folgen dem Waldweg zur Hangkante und wandern auf einem Pfad Richtung Westen und bevor der Strommast auf eine Wiese trifft, machen wir einen kurzen Abstecher (50m) zum Schweppenburgblick, mit wunderschönem Blick zur Burg und ins bewaldete Brohltal. Wir kehren zum Strommast zurück und nach einer Biegung tauchen wir in einen Niederwald ein und Hecken säumen unseren weiteren Weg. Nach etwa 6,5 km erreichen wir den Aussichtspunkt Heimatblick mit Bank, an der wir eine kleine Rast einlegen. Nun änder sich die Umgebung, die Hecken weichen langsam zurück und wir wandern durch herrlichen Mischwald.

IMG_1972Die nächste Schutzhütte lassen wir links liegen und biegen nach etwa 90m an einer Bank nach rechts zur „Schönen Aussicht“ ab. Nun geht es über einen Pfad abwärts bis wir nach etwa 7 km den Aussichtspunkt „Schöne Aussicht“ erreichen, von dem wir einen herrlichen Blick auf die Strecke des Vulkanexpress und die Trasshöhlen im Brohltal haben. Über einen Serpentinenpfad steigen wir abwärts und befinden uns nun auf dem „Krippenweg“, der auf einem breiten Waldweg endet. Wir gehen nach rechts und werden nun für ein kurzes Stück vom Quellenweg begleitet, einem 24 km langen Rundweg der in Bad Breisig beginnt. In einer Kurve verlassen wir ihn wieder und wandern auf dem „Hermann-Löns-Pfad“ zur B 412 und zum Jägerheim, übrigens der einzigen Einkehrmöglichkeit auf diesem Traumpfad.

IMG_2036Nach etwa 7,6 km unterqueren wir links neben dem Jägeheim das Eisenbahnviadukt und laufen über eine Wiese und erblicken vor uns die bis zu 60m hohen, weißen Trasswände. Nun können wir es kaum abwarten durch die Höhlen zu wandern. Der Traumpfad führt  uns gemeinsam mit der „Geo-Route U“ auf Entdeckungsreise durch die Höhlen.  Eine Taschenlampe benötigt man nicht und die Höhlen sind groß genug um gemütlich durch sie hindurch zu schreiten. Der Pfad windet sich durch das Höhlenareal und die Eisenbahntrasse hindurch und von der Wiese aus haben wir einen schönen Blick auf die Eisenbahnstrecke. Nun geht es durch die letzte Höhle und über eine Wiese erreichen wir die B 412, queren gemeinsam mit der Georoute  nach etwa 8,1 km die Straße und kurz darauf einen Bach. Wir gehen nach links und treffen auf die L 113, an dieser biegen wir nach rechts auf einen parallelen Fußweg ab.

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IMG_2072Kurz vor den Häusern von Tönisstein gehen wir nach rechts und laufen hinter einem Haus entlang bis zu einer Weggabelung, an dieser steigen wir auf einem Pfad nach rechts aufwärts. Nach etwa 800 Meter wird an einer Infotafel unser geologisches Wissen aufgefrischt. Emporragende Schiefer aus dem Devon werden von waagerechten Bims- und Trassschichten überlagert. Von hier führt uns der Pfad an den Resten des Klosters Tönisstein vorbei, das im 14. Jahrhundert hier gegründet wurde. Der Pfad endet bald darauf auf einem Waldweg, der uns nach links zu einer Straße bringt und gelangen auf einen Pfad der uns zur Wolfsschlucht bringt. Wir wandern an hohen Trasswänden vorbei durch eine urwaldähnliche Atmosphäre und unter uns plätschert der Bach vor sich hin, der sich immer tiefer in das vulkanische Gestein eingräbt.

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IMG_2098Nach einer schönen Passage queren wir den Bach und sehen einige rote Stellen im Bachbett, aus denen Kohlenstoffdioxid heraufsteigt, das noch immer aus den tiefen Magmakammern unserer Erde nach oben dringt. Wir wandern weiter durch die Wolfsschlucht und erreichen nach etwa 9,7 km den Wasserfall, den wir vom Steg aus sehen können. Wir steigen zur Straße aufwärts, queren die L 113 und setzen die Wanderung mit der Georoute U weiterfort. Etwas später passieren wir am Waldrand eine Wasserpumpenstation und den Stollen der Grube Bernhard und laufen anschließend durch ein Gehöft weiter geradeaus und steuern zielgerichtet die Römerquelle an, ein weiterer Höhepunkt dieser Wanderung. Aus ihr strömt ein schwefeliges, stark riechendes Wasser heraus. Nun geht es am Waldrand entlang in das Wassenachertal, dessen Wiesengrund sich nun vor unseren Augen eröffnet und geniessen das weite Tal.

IMG_2130Nach etwa 10,7 km erreichen wir eine Bankgruppe die sich um eine Mineralquelle rahmt, auch hier strömt kohlenstoffoxidhaltiges Wasser aus der Erde. Nun verabschieden wir uns von der Georoute U und biegen am Waldrand scharf nach links auf einen aufwärtsführenden Pfad ab. Durch Buchenstämme wandern wir nun weiter bergan und erreichen ein Hochplateau. Der Wald lichtet sich allmählich und auf einem Feldweg wandern wir durch offenes Terrain, passieren die Bank des Siebengebirgsblickes, mit phantastischem Panorama und erreichen wieder den Parkplatz, unseren Ausgangspunkt.

Trasshöhlen und Vulkanasche

Es geschah vor ungefähr 13 000 Jahren als der Laachersee-Vulkan bei seiner gewaltigen Eruption gewaltige Bims- und Aschewolken ausstieß. Die vulkanischen Gase und die viele hundert Grad heiße Asche gingen als pyroklastische Ströme in die naheliegenden Täler ab und drangen bis in das Rheintal vor. Dort stauten die gewaltigen Glutlawinen-Ablagerungen bei Andernach den Rhein auf. Im Brohltal hinterließen die Glutlawinen 60 Meter hohe Bims- und Ascheablagerungen. Das massige, bimsreiche Gestein, das auch Trass genannt wird, abgeleitet vom flämischen Wort Tyrass, was Kitt oder Kleber bedeutet, war als Baustein und zur Mörtelherstellung sehr begehrt und wurde in Höhlen und Steinbrüchen abgebaut. Bereits die  Römer bauten den Trass im 1. Jahrhundert n. Chr. ab. An der Georoute am Jägerheim befinden wir uns mitten im Verlauf der einstigen pyroklastischen Ströme des Laachersee-Vulkans durch das Brohltal.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 12 Kilometer

Gehzeit: 3 bis 3,45 Stunden

ÖPNV:

Regionalbahn Trier-Koblenz, umsteigen nach Andernach, Bus 310 bis Kell

Höchster Punkt: 328 m

Wegmarkierung: Traumpfadlogo, sehr gut markiert

Parken:

Bergwege, K57, Bürgerhaus, Pöntertalstraße Kell

Einkehrmöglichkeit:

Jägerheim, an der Strecke

 

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