Eifel

Traumpfad Vier-Berge-Tour – Ein eruptives Wandererlebnis

28. Juni 2015

Diese abwechslungsreiche und interessante Wandertour hat einiges zu bieten: idyllische Täler, herrliche Wiesenabschnitte, urige Waldpfade, stille Wälder, Steinbrüche, Sandhöhlen, steile Felswände und so manch andere geologische Besonderheiten sowie eine Ameisenstraße. Steile Anstiege führen zu herrlichen Aussichtspunkten mit großartigen Fernsichten und wunderschönen Panoramablicken über die Vulkaneifel, Pellenz und das Neuwieder Becken. Ein Traumpfad in einer reizvollen Landschaft,den man zu jeder Jahreszeit gerne mehrmals geht.

DSC00640Wer eine Reise in die Welt der Vulkane erleben will, kommt in die kleine Stadt Mendig in der Osteifel. Sie ist nicht nur das Zentrum des deutschen Vulkanismus, hier steht auch das Deutsche Vulkanmuseum und hier hat auch die Deutsche Vulkanologische Gesellschaft ihren Sitz. Über viele Jahrhunderte prägte das Gestein und das Bier diese Stadt. Einst war Mendig die Brauerei-Hauptstadt Deutschlands – Zentrum deutscher Bierkultur. Früher gab es hier 28 Brauereien die ihr Bier in den unterirdischen Lava-Kellern 32 Meter tief unter Mendig lagerten, bei einer konstanten Temperatur von 5 bis 8 Grad Celsius. Hier konnte das Bier in Ruhe gären, reifen und lagern. Vor ungefähr 200.000 Jahren ergoss sich ein Basaltlavastrom aus dem Wingertsberg und wurde vor 13.000 Jahren mit Bimslava des Laacher-See-Vulkans zugeschüttet. Später schufen Bergleute in einer Tiefe von 32 Meter eine 3 km² großes Bergwerksystem mit riesigen bis zu 20 Meter hohen Hallen – das größte Basaltbergwerk der Welt. Der Vulkanismus schuf aber auch eine einzigartige Landschaft in der eruptive Wandererlebnisse garantiert sind. Durch diese traumhafte Landschaft führt der Traumpfad „Vier-Berge-Tour“.

DSC00567Wir beginnen diese schöne, ereignisreiche Wanderung am Parkplatz „Erlenmühle“ am Ernteweg in Mendig, hier wurde seit der Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert Basaltlava abgebaut und verarbeitet. Wir folgen zunächst dem Zuweg entlang des Kellbachs, lassen die Erlenmühle links liegen und halten uns an der folgenden Weggabelung links. Vom Wirtschaftsweg wechseln wir auf einen Pfad und erreichen nach etwa 800 Meter den Startpunkt des Traumpfades am Erlenbrunnen, dieser wurde 1809 erbaut und erhielt seinen Namen nach einem in der Nähe gelegenen Steinbruch. Neben der Schutzhütte folgen wir einem Pfad in die Hangflanke der leicht zum Wald hin ansteigt. Nach Querung eines Waldweges machen wir zunächst einen Abstecher zum „Layfelsen“, den wir über einen Pfad erreichen und stehen plötzlich vor einer mächtigen Tuffsteinwand, die im Wald nach oben ragt. Hier am „Rauhbuur“ wurden Tuffsteine für den Backofenbau gewonnen.

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DSC00570Hierbei handelt es sich um vulkanisches Eruptivgestein das sich verfestigte. Das Farbenspektrum der weltweit vorkommenden Tuffgesteine reicht von grau, gelblich, bräunlich bis hin zu rötlich und starkem Rot. Wieder zurück auf dem Traumpfad gehen wir kurz vor dem Waldrand nach links und wandern durch lichten Wald, überschreiten eine Kuppe und wandern durchs freie Feld talwärts bis wir auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg treffen. Hier biegen wir links ab, passieren ein Wasserhäuschen und wandern am Rand einer Feuchtwiese aufwärts und treffen nach einiger Zeit auf die L 82. Wir folgen links kurz einer Böschung, queren dann die Straße und gehen zum Parkplatz Schweinsgraben und tauchen an seinem Rande in den Wald ein. Dabei fallen unsere Blicke auf Tuffsteinwände, die ebenfalls Rohstoffe für den Ofenbau lieferten. Über zwei Stege queren wir Gräben und steigen über Stufen eine Böschung hinauf.

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DSC00582Nun geht es über eine interessante Brücke im Wald, die eine Ameisenstraße vor der Zerstörung bewahren soll. Hier bauen Waldameisen, die unter Schutz stehen, beeindruckende Hügel. Nach Querung einer Waldschneise erreichen wir ein Waldstück, wir halten uns links und steigen moderat aufwärts und erreichen nach etwa 3 km eine lohnende Abzweigung, die uns zur „Marxe Lay“ führt, ein Schluchtengebiet aus vulkanischem Gestein, bei dem die Tuffwände bis zu 12 Meter hoch ragen, einem ehemaligen Steinbruch der im Privatbesitz der Familie Marx war und über Jahrzehnte ein Schattendasein im Wald unterhalb des „Schmitzkopfes“ fristete. Wieder zurück auf dem Traumpfad wandern wir durch abwechslungsreichen Wald weiter und treffen nach einiger Zeit auf ein besondere Sehenswürdigkeit den „A-Baum“, ein zweiwurzeliger Eichenbaum die in Form eines „A“ miteinander verbunden sind.

DSC00617Nun steht uns der Aufstieg zum ersten Berg bevor, dem „Gänsehals“. Auf einem Pfad steigen wir bergan und können an einer schönen Stelle einen herrlichen Blick auf den „Laacher See“ genießen, bevor wir auf 517 m Höhe den Parkplatz des Gänsehals erreichen. Doch bevor wir bergan weiter wandern folgen wir der Verlockung eines Hinweisschildes zur 100 m entfernten Schutzhütte am Gänsehals. Hier legen wir eine kleine Rast ein und berauschen uns an der phantastischen Aussicht über die Vulkaneifel, zum Neuwieder Becken und zum Laacher See. Nur schweren Herzens können wir uns von diesem Ort trennen. Gemeinsam mit dem Waldseepfad steigen wir weiter aufwärts und treffen auf eine Wegkreuzung, wir halten uns links und folgen einem Forstweg. Auf der rechten Seite öffnet sich eine Wiese, wir steigen rechts weiter bergan und verlassen den Waldseepfad und lassen den zweiten Berg, den „Schmitzkopf“, hinter uns und wandern am Waldrand entlang weiter.

DSC00632Hecken säumen nun unseren Weg und unser Blick schweift über offenes Feld. Wir treffen am Wald ein, halten uns links und wechseln nach etwa 7 km in den Wald und wandern auf abwechslungsreichen Waldwegen bis zum Hasenborn, wo wir aus dem Wald austreten. Wir queren herrliche, offene Wiesen und haben nun den dritten Berg fest im Visier, den 553 m hohen „Sulzbusch“ mit dem gleichnamigen 128 ha großen Naturschutzgebiet. Wir wandern unterhalb des Gipfels weiter, umrunden auf einem Waldweg den Berg und treffen nach etwa 8 km auf die Schutzhütte „St. Florian“ und legen eine weitere kleine Rast ein, mit herrlichem Ausblick ins Nettetal bis hin nach Kürrenberg. Ausgeruht wandern wir weiter abwärts und nach dem Hochwald geht es durch eine Heckenlandchaft mit Blick auf den vierten Berg, dem 563 m hohen „Hochstein“, der sich zwischen den Gemeinden Bell im nordöstlicher und Ettringen in südlicher Richtung erhebt.

DSC00592Auf einem abwärtsführenden Feldweg erreichen wir nach etwa 10 km das Tal. Nun geht es auf dem Feldweg noch einmal ein kurzes Stück bergan bis zu einem querenden Wirtschafts- weg, wir halten uns rechts und erreichen das Moto-Cross-Gelände. Am Ende des Geländes queren wir die L 82 und stehen vor kleinen Höhlen, die einst von den Bewohnern in den weichen Stein gehauen wurden, um sich vor den Fliegerangriffen zu schützen. Wir folgen einem Wiesenweg und nehmen nun den steilen Aufstieg zum vierten Vulkankegel in Angriff. Auf einem Pfad der durch das Naturschutzgebiet führt steigen wir steil bergauf bis zu einer Bank von der wir aus eine wunderschöne Aussicht genießen. Wir setzen den Aufstieg weiter fort und haben nach etwa 11 km den steilen Aufstieg hinter uns und biegen im Wald nach links auf einen breiten Waldweg ab. Nun geht es zunächst abwärts und vor uns erheben sich Felsen die sich über die Baumwipfel erheben.

DSC00646Über eine Leiter erobern wir den Fels und genießen vom Hochstein die herrliche Aussicht zum Laacher See. Anschließend folgen wir dem Pfad abwärts wo uns das nächste Highlight der Tour unter dem Hochstein erwartet, die „Genovevahöhle“, in der einst die Gräfin Genoveva mit ihrem Kind vor dem verräterischen Golo Zuflucht gefunden haben soll. Der Weg führt weiter abwärts, den Zuweg zum Parkplatz Hochstein lassen wir links liegen und folgen dem Pfad hinunter zur eindrucksvollen, markanten „Dicken Buche“. Nur wenig später erreichen wir einen Forstweg und wandern durch den stillen Wald, bis wir auf einem steilen Serpentinenpfad abwärts steigen. Weiter unten erreichen wir nach etwa 13 km helle Tuffsteinwände, der Wald wird lichter und wir treffen auf eine Wegkreuzung. Hier biegen wir scharf nach links ab und wandern durch eine Wiese mit Blick ins Kellbachtal. Die Behausung der Ritter von Hochstein lassen wir links liegen und steigen zum Kellbach hinunter.

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Über einen Steg gelangen wir auf die andere Bachseite, queren eine Wiese über Trittsteine und erreichen den Erlenbrunnen, an dem wir uns erfrischen, bevor wir das letzten Stück des Traumpfades in Angriff nehmen. Nun geht es auf dem Zuweg durch den Talgrund zurück, wo wir nach 14,5 km am Parkplatz diese traumhafte Wanderung beenden.

Lava-Dome und Lavakeller – Deutsches Vulkanmuseum Mendig

Das Deutsche Vulkanmuseum das im Jahr 2005 eröffnet wurde gehört zum Pflichtprogramm für jeden der sich für das Thema Vulkanismus interessiert. Auf einer Fläche von 700 m² gibt es den Besuchern einen Einblick in die vulkanische Vergangenheit rund um die Region des Laacher Sees. Die fesselnde Geschichte des Vulkanismus in der Eifel wird dem Besucher sehr anschaulich nahe gebracht. Die vielen interaktiven Elemente sind auch für jüngere Besucher lehrreich und bieten ein einzigartiges Erlebnis. Die Ausstellung ist in drei anschauliche Bereiche gegliedert: Das Land der Vulkane, die Vulkanwerkstatt und die Zeit der Vulkane. Weltweit einzigartig sind die historischen Lavakeller, die der Mensch im Laufe der Zeit geschaffen hat. In 32 Meter tiefe unterhalb der Stadt Mendig breiten sich auf 3 km² die unterirdischen Lavakeller aus, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden können. Weitere Informationen finden Sie hier: www.lava-dome.de.

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 14,5 km

Gehzeit: 4,45 bis 5 Stunden

Ausgangspunkte:

Erlenmühle Mendig, Wanderparkplatz Schweinsgraben, Wanderparkplatz Gänsehals, Wanderparkplatz Hochstein.

ÖPNV:

Regionalbahn von Trier nach Koblenz, Umsteigen nach Mendig, Fahrzeit 2:19 Std.

Sehenswertes:

  • Lava-Dome Mendig
  • Nacht der Vulkane, vom 18.07 bis 25.07.2015
  • Skulpturengarten, Obermendig Ernteweg/Ecke Erlengrund
  • Florinshof, St. Laurentius-Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, St. Florinstraße
  • Kaiserbahnhof von 1877
  • Natursteinlehrpfad Obermendig

Weitere Informationen: www.mendig.de

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