Traumschleife Elfenlay – Naturtheater und Eisenbahnromantik

16. März 2015

Ob es hier Elfen gibt? Haben wir uns gefragt. Nein! Dafür aber die größte Rheinschleife der Welt und die steilste Eisenbahnstrecke von Deutschland. Die „Traumschleife Elfenlay“ führt den Wanderer durch idyllische Täler, herrliche Wälder, an schroffen Felsen entlang, über herrliche Streuobstwiesen, zu grandiosen Aussichtspunkten und bietet immer wieder spannende Begegnungen mit der Hunsrückbahn. Die Wanderung verlangt etwas Kondition, denn es geht immer wieder bergauf und bergab, dafür wird man aber mit wunderschönen Ausblicken belohnt.

IMG_2702Die „Traumschleife Elfenlay“ wurde im März 2014 feierlich eröffnet und wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 81 Erlebnispunkten gekrönt und gehört damit zu den schönsten Premium-Wanderwegen in Deutschland. Die Stadt Boppard, am romantischen Rhein, hat sich in den letzten Jahren zu einem kleinen Mekka für Wanderer entwickelt. Hier sind traumhafte Wanderwege um Boppard herum entstanden, die das Rheintal und die Hunsrückhöhen umspannen und zu den Schönsten in Deutschland gehören. Neben dem einzig echten Klettersteig am Mittelrhein verläuft die Traumschleife Elfenlay. Sie ist knapp 11 Kilometer lang mit 450 Höhenmetern, bietet grandiose Ausblicke und liefert dem Wanderer gleich Antworten auf die Fragen „wo befindet sich die größte Rheinschleife der Welt, wo verläuft die steilste Eisenbahnstrecke in Deutschland.“

Wir beginnen unsere Wanderung am Bahnhof von Boppard. Es ist ein wunderschöner Frühlingstag, wenn dieser auch kalendarisch erst am 21. März beginnt. Meteorologisch gesehen, hat er bereits begonnen und man kann ihn bereits in den Vorgärten und am Wegesrand bewundern –  die Vorboten des Frühlings. Schneeglöckchen haben bereits vor einigen Wochen ihre Hälse aus der kalten Erde gen Himmel gestreckt.  Gärten und Wiesen werden grüner und Gänseblümchen, Schlüsselblumen und Krokusse kündigen mit ihrer leuchtenden Farbenpracht den Frühling an. Die Sonne strahlt über Boppard und Glückshormone sorgen zusätzlich für Wohlbefinden und Euphorie.

IMG_2708Am Bahnhof gehen wir gleich links und folgen der Koblenzer Straße zum St. Remigius-Platz, den wir nach 15 Minuten erreichen. Wir gehen durch die große Bahnunterführung, biegen direkt nach links und bald darauf nach rechts ab und gehen durch die Unterführung der Hunsrückbahn und stehen am Portal der Traumschleife. Wir gehen nach rechts und folgen einem schmalen Pfad zwischen Berghang und Hunsrückbahn ins Mühltal hinein. Wir gehen ein Stück entlang der Gleise aufwärts bis der Pfad nach links abbiegt. Nun steigen wir über Serpentinen durch herrlichen Mischwald aufwärts und  erreichen bereits nach wenigen Minuten einen schönen Aussichtspunkt an der Hangkante, mit Blick auf den Rhein. Von hier steigen wir auf dem Pfad weiter aufwärts bis der Wald sich öffnet und uns eine Bank am Elfenlay zum verweilen einlädt. Von hier aus genießen wir die herrlichen Ausblicke auf Boppard und das Rheintal. Nur schwer können wir uns von diesem herrlichen Fleckchen lösen und wandern auf alten Weinbergwegen ins Kalmuttal.

IMG_2718An der folgenden Wegkreuzung mit Bank halten wir uns rechts und steigen zu einer Bergkuppe aufwärts. Oben angekommen gehen wir nach rechts und erreichen den „Kurt-Alich-Blick“ und genießen etwas unterhalb vom Felsen die herrlichen Ausblicke. Anschließend wandern wir in den Hangwald zurück und treffen auf eine Bank, an dieser steigen wir abwärts bis zu einem querenden Pfad und setzen unsere Wanderung nach links durch einen Mischwald fort. An der folgenden Weggabelung halten wir uns rechts, wandern talwärts und treffen auf die Gleise der Hunsrückbahn, die wir überschreiten, wandern an Felsen vorbei weiter in den Talgrund bis zu einer Wegkreuzung. Von hier folgen wir nach links dem Kronprinzenpfad durch das Mühltal. Bald wandern wir schon in Bachnähe und genießen die herrliche Natur des idyllischen Tales. Am Ende verlassen wir das Mühltal über einen Serpentinenpfad und beginnen den Aufstieg zum Rauher Berg.

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Bäume und Felsen die mit Moosen überzogen sind begleiten uns hinauf zu einem Felssporn mit Bank, von dem wir herrliche Ausblicke über das Tal und den Rauhberg-Tunnel haben. Eine Fahrzeiten-Tafel gibt uns Auskunft wann der nächste Zug kommt, nur einen Bahnhof gibt es keinen. Wir steigen auf einem Pfad weiter aufwärts über den Talberg-Tunnenl mit Bank, von dem wir wieder einen Logenblick auf die Gleise haben. Aber es kommt noch besser, nur wenig später, nach einer Wegbiegung  bietet sich uns ein  grandioser Blick auf das „Hubertusviadukt“ und natürlich gibt es auch an dieser Stelle eine Bank um auf den nächsten Zug zu warten.

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Das Viadukt ist 150 m lang und 50 m hoch. Zur Zeit seiner Erbauung war es die größte Steinbogenbrücke von Deutschland und wurde aus Rotsandsteinquadern aus dem Neckarraum errichtet. Wir wandern weiter und halten uns an der nächsten Wegkreuzung rechts und erreichen die Liesenfelds Hütte, von der wir ebenfalls einen Blick auf das Hubertusviadukt und die Hunsrückeisenbahn haben. Von der Hütte gehen wir scharf nach links und steigen ein kurzes Stück aufwärts um danach rechts entlang des Kamms zu wandern, von dem wir abermals herrliche Ausblicke genießen.

Hunsrückbahn – Der nostalgische Bergsteiger

IMG_2755Bei der Hunsrückbahn kommt nicht nur der Bahnliebhaber sondern auch der Radler  und Wanderer auf seine Kosten. Sie gehört zu den seltenen historischen Bahntrassen in Rheinland-Pfalz und bietet eine idyllische Mittelgebirgsstrecke. Sie fährt zwar nicht sehr weit aber dafür steil hinauf in die Höhen des Hunsrücks. Auf den gerademal 8 Kilometer von Boppard über Buchholz nach Emmelshausen liegen Viadukte und Tunnels, welche die 300 Höhenmeter zu einem echten Abenteuer auf der Schiene werden lassen. Dabei wird die historische Bahntrasse umrahmt vom grünen Bopparder Stadtwald, was die Fahrt zu einem Naturgenuss werden lässt. Bereits seit 1908 arbeitet sich die Hunsrückbahn mühelos in den Hunsrück hinauf und bietet am Ende dem Wanderer die Möglichkeit die wildromantische Ehrbachklamm oder den Hunsrückbahn-Wanderweg, von Emmelshausen nach Boppard, zu erwandern und dem Radler, abseits verkehrsreicher Straßen, auf dem Schinderhannes-Radweg die idyllische Landschaft der Hunsrücks zu erfahren.

IMG_2760Wenig später erreichen wir die Hubertusschlucht mit dem letzten Blick auf die Hunsrückbahn und wandern auf einem Pfad weiter bis wir auf einen Querweg treffen, wir passieren eine Waldwiese und folgen einem breiten Weg  um das obere Kalmuttal herum. Bald treffen wir auf einen neuen Pfad und steigen über Stufen eine Böschung hinauf und wandern durch lichten Nadelwald zu einem Waldweg, dem wir linker Hand folgen und wandern leicht abwärts durch Eichenwald zum Burdental. Hier angekommen gehen wir scharf nach links und beginnen den Abstieg durch die Talschlucht, queren einen kleinen Bach und wandern steil aufwärts zur Hangkante und erreichen offenes Weideland. Wir folgen dem Feldweg durch die Streuobstwiesen bis wir in die Nähe der L 209 angelangt sind und gehen mit dem Hunsrückhöhenweg nach links und wandern durch offene Landschaft.

IMG_2772Nach kurzer Zeit haben wir die Weiden hinter uns und erreichen die Sabelskopf-Hütte, die uns einen herrlichen Blick auf den Rhein und die Stadt Boppard bietet. Nach einer kleinen Rast setzten wir die Tour auf einem Pfad weiter fort, passieren etwas später einen Felsen und queren nach einiger Zeit den Burdenbach und nehmen den Abstieg nach Boppard in Angriff.  Wir wandern an alten Weinbergmauern entlang mit wunderschönen Aussicht auf Boppard. Bevor wir das erste Haus erreichen, gehen wir nach links auf einen Pfad, passieren einige Gärten und einen Fichtenwald und betreten durch ein Wildschutzgatter einen Garten und gehen am Ende des Weges durch eine Gittertür und treffen auf eine Weinstube. Von hier folgen wir der Straße abwärts bis zur Unterführung der Hunsrückbahn, hier endet nun die traumhafte Wanderung auf der Traumschleife Elfenlay.

 

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 10,8 Kilometer

Gehzeit: 3 Stunden

ÖPNV:

Boppard ist mit der Regionalbahn über Koblenz erreichbar

PKW:

Boppard erreicht man über die B 9. Von der A 61 gelangt man über die L 209 nach Boppard

Parken: St. Remigiusplatz

Sehenswürdigkeiten Boppard:

  • St. Severus, romantische Kirche aus dem 12./13. Jahrhundert
  • Karmeliterkloster aus dem 14. Jahrhundert
  • Römerkastell am Rheinufer
  • Kurfürstliche Burg

 

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