Diese abwechslungsreiche Wanderung durch die Hunsrücklandschaft führt durch verwunschene Täler, entlang murmelnder Bäche und alten Gemäuern zu traumhaften Rastplätzen inmitten einer einzigartigen Natur.  Wer Stille und Naturidylle sucht, für den ist diese Wanderung genau das richtige.

DSC01161Die längste Hängeseilbrücke von Deutschland wollten wir uns nicht entgehen lassen und entschlossen uns die Wanderung, auf der Traumschleife „Masdascher Burgherrenweg“, in Mörsdorf zu beginnen. Erst gegen Mittag trafen wir in Mörsdorf ein und folgten der Beschilderung „Geierlay“ aus dem Ort heraus. Bei Ankunft an der Brücke treffen wir auf eine riesige Menschentraube, die wie wir, nur ein Ziel hatten, den schwindelerregenden Stahlseilakt über dem Mörsdorfer Bachtal in Angriff zu nehmen. Die Brücke ist 360 m lang, 100 m hoch und erstreckt sich über ein bewaldetes Seitental der Mosel und verbindet die Hunsrücker Ortschaften Mörsdorf und Sosberg miteinander.  Wie auf einer Ameisenstraße drängelten sich die Menschen unter einem wolkenverhangenen Himmel über das eindrucksvolle Bauwerk.

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Die zwei Fundamente der Brückenköpfe wurden 25 m tief in den Fels eingelassen. An ihnen hängen vier Stahlseile über das Tal, die mit dicken Holzplanken aus Douglasien verschraubt sind. Zusätzlich wurde die Brücke auf beiden Seiten mit Windabspannseilen gesichert, die nicht nur für eine stabile Lage der Brücke sorgen sondern auch Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h standhalten. Die Brückenkonstriktion trägt ein Gewicht von 50 Tonnen, das etwa 600 Personen mit einem Durchschnittsgewicht von 80 kg entspricht. Die Brücke wurde in einer sechsmonatigen Bauzeit errichtet und im Oktober 2015 fertiggestellt. Der Bau der Brücke wurde von einer Schweizer Spezialfirma durchgeführt und kostete 850 000 Euro.

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DSC01172Am anderen Ende der Brücke angekommen, folgen wir dem Logo des Saar-Hunsrück-Steigs nach links und wandern durch Wald abwärts und können noch einmal die eindrucksvolle Brücke von unten bestaunen. An einer Weggabelung folgen wir der Beschilderung „Balduinseck“ und erreichen den idyllischen Rastplatz „ Am Herzenauer Hannes“ und damit den Einstieg in den „Masdascher Burgherrenweg“. Wir verlassen nun das Sosberger Tal und wandern durch das Mörsbacher Bachtal. Der Pfad schlängelt sich entlang des Baches und wir genießen die Stille und ganz besondere Atmosphäre, die ein wenig an den Lieserpfad erinnert. Über einen Serpentinenpfad erreichen wir den „Römischen Brunnen“. Von hier geht es pfadig und zum Teil über Stufen schweißtreibend aufwärts zum Burgberg, dieser soll bereits im 1. Jahrhundert nach Christus als wichtiges Bollwerk gegen die Germanen befestigt worden sein.

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DSC01215Wir erreichen einen Feldrand wechseln auf einen Graspfad und erreichen kurz darauf einen asphaltierten Wirtschaftsweg und passieren nur wenig später den Rastplatz „Herges Garten“. Wir erreichen eine Sinnenbank die uns zu einer kleinen Rast einlädt und von der wir einen schönen Talblick genießen. Nach einigen Richtungswechseln tauchen wir in den Wald ein und genießen die Stille des Waldes. Wir erreichen den nächsten großen Rastplatz „In der Au“. Von hier geht es an seilversicherten Felsklippen entlang, wir queren über Stege den Bach und treffen auf eine Bank, die uns zum verweilen einlädt. Nur wenig später unterqueren wir durch einen Tunnel die Straße und erreichen an der L 203 die „Burg Balduinseck“. Die Burgruine wurde aufwendig restauriert und so vor dem Einsturz bewahrt. Zwischen Burg und Straße folgen wir dem Logo nach links in den Wald hinein und die mit Moosen überzogenen Felsklippen bereichern die Waldszenerie.

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DSC01216Wir passieren ein einsames Waldhaus und genießen die unberührte Natur um uns herum. Wir wechseln zweimal die Bachseite und treffen auf ein Kreuz mit Sinnenbank. Wir wandern weiter und erreichen die Relikte der „Bucher Mühle“. Mit bunten Herbstlaub unter den Füßen und dem Murmeln und Blubbern des Wassers wandern wir durch eine einzigartige Szenerie. Wir passieren später einen vergitterten Stollenmund und erreichen den Rastplatz „Katzenloch“ und wandern an Felsklippen entlang durch das Masterhausener Bachtal. Wir wechseln auf einen breiten Grasweg und biegen nach einiger  Zeit nach rechts ab hinauf zum Rastplatz „Am Dolsberg“. Hier steht auf einem Podest eine Sinnenbank, von der wir einen schönen Talblick genießen. Nach einer Waldpassage und über offene Flur erreichen wir die Freizeitanlage Hallgarten.

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Von hier laufen wir in Richtung Straße und biegen kurz vor dieser nach rechts ab und erreichen über einen Holzsteg einen idyllischen Rastplatz. Wir queren die Straße und erreichen über eine offene Flur- und Wiesenlandschaft den Römerturm auf dem Galgenberg. Von hier genießen wir die grandiose Aussicht in eine einmalige Hunsrücklandschaft.  Bei guter Sicht reicht der Blick von der Vulkaneifel bis zum Siebengebirge. Über den Aussichtspunkt „Winterberg“, die „Grube Apollo“, den Rastplatz „Am Todtenberg“ und den Sosberg erreicht man wieder den Ausgangspunkt „Herzenauer Hannes“. Von hier geht es über den Zuweg und die Hängeseilbrücke zurück nach Mörsdorf.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Erlebnispunkte: 92

Wegstrecke: 17 km mit Zuweg von Mörsdorf

Gehzeit: 5 bis 6 Stunden

ÖPNV: An Wochenende nur schwer mit Bus zu erreichen

Sehenswürdigkeiten:

  • Freizeitanlage Masdascher Hallgarten
  • Aussichtsturm auf der Galgenhöhe
  • Hängeseilbrücke Mörsdorf

Übernachten: Pension Platten/Mörsdorf

Tipp:

Die beiden Traumschleifen „Masdascher Burgherrenweg“ und „Dünnbachpfad“ liegen in unmittelbarer Nähe der Geierlay. Den Masdascher Burgherrenweg erreicht man über Sosberg: Ein Zuweg verläuft ab dem Dorfgemeinschaftshaus in Richtung Mastershausen. Von da an verläuft die Traumschleife auf einer Länge von rund 14 km rund um die Ortsgemeinde Mastershausen.

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