Vom Rubihorn zum malerischen Gaisalpsee – Hoch über Oberstdorf

Wer ist der schönste Aussichtsgipfel in den Allgäuer Bergen? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Ohne Zweifel gehört der Pyramiden-ähnliche Gipfel des Rubihorn zu einer der schönsten und aussichtsreichen Logenplätzen die das Allgäu zu bieten hat und ist zudem, ohne schwierige Kletterei für jeden tritt- und schwindelfreien Bergwanderer zu erreichen. Diese Bergwanderung auf das Rubihorn und zu den Gaisalpseen gehört zu einer der schönsten Touren in den Allgäuer Alpen und ist ein ganz besonderes Glanzlicht für jeden Bergwanderer.

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Viele Wege führen auf das Rubihorn, wir entscheiden uns für den südwestseitigen Aufstieg und schweben mit der Nebelhornbahn hinauf zur „Mittelstation Seealpe“. Wer nicht die Seilbahn benutzen möchte, kann die 500 Höhenmeter über den Faltenbachtobel bis zur Seealpe aufsteigen. Gegenüber vom „Gasthof Seealpe“ folgen wir links dem Wegweiser „Rubihorn“ auf einem schmalen Pfad über Almweiden hinauf zu einer Alphütte. Von hier steigen wir weiter aufwärts über die aussichtsreichen und blumenreichen Almwiesen des „Roßbichls“. Nun geht es schweißtreibend über Serpentinen steil aufwärts bis zu einem oberen Latschengürtel, hier müssen wir einige Felspassagen mit Hilfe von Drahtseilen überwinden und erreichen anschließend das „Niedereck“. Von hier haben wir die ersten wunderschönen Tiefblicke ins Tal hinein, wo sich die funkelnden Juwelen, die Gaisalpseen noch vor uns verstecken.

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Über einen Felsgrat erreichen wir eine Scharte, an dem später der steile Abstieg zur Gaisalpe beginnt. Wir queren auf einem schmalen Steig eine steil abfallende Bergflanke und steigen bergauf zum Gipfel des Rubihorn. Vom Gipfel genießen wir eine atemberaubende Aussicht die uns begeistert. Gen Süden bauen sich die mächtigen Gipfel der Allgäuer Hochalpen auf und tief unter uns liegt das wunderschöne, weite Illertal. Nach dem wir reichlich ferngeschaut haben, steigen wir zurück zur Scharte und folgen dem Wegweiser „Gaisalpsee und Gaisalpe“ über einen seilgesicherten Steig nach links, in einen steilen und felsdurchsetzen Hang, der uns steil hinunter in einen Kessel führt. Nur wenig später stehen wir vor dem malerischen „Unteren Gaisalpsee“, dieser liegt auf einer Höhe von 1.508 m, ist 3,5 Hektar groß und entwässert sich über den Gaisalpbach zur Iller.

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Er liegt direkt am Wanderweg von Reichenbach durch das Gaisalptobel. Entstanden sind die „Karseen“ in der letzten Eiszeit, als das Gletschereis tiefe Mulden in den Felsuntergrund hinein fräste und sogenannte „Karrriegel“ stehen ließ. Hinter diesen Dämmen staute sich das Wasser und die Gaisalpseen erblickten das Licht der Welt. Es fällt uns nicht leicht dieses wunderschöne Fleckchen Erde zu verlassen, doch wir müssen weiter. Mit einem letzten Blick auf das Rubihorn, das sich auf der Wasseroberfläche des Sees spiegelt, wandern wir rechts am See entlang und gelangen auf einen Steig, der uns über eine Steilflanke weiter bergab bringt.  Nun queren wir mit Hilfe von Drahtseilen einige felsige Passagen und Bachläufe bis wir auf einen Waldgürtel treffen. Nun steigen wir durch Wald und über Weiden zu einer Wegkreuzung abwärts oberhalb der Unteren Richtersalpe“.

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Nun hat man die Wahl der Qual, auf schmalen Weg zum „Berggasthof Gaisalpe“ oder zur bewirtschafteten „Unteren Richtersalpe“. Nun wandern wir über eine Straße abwärts zum Gaisalpbach, wo sich beide Wege wieder verbinden. Wer den langen Rückweg nach Oberstdorf scheut, kann dem Weg rechts am Gaisalpbach hinunter folgen nach Raichenbach und mit dem Bus zurück fahren. Wir folgen dem Weg zur Gaisalpe und machen es uns bei einem Bier und Kuchen gemütlich und lassen diesen wunderschönen Tag ausklingen.

 

 

Schwierigketsgrad: schwer

Wegstrecke: 14 km

Gehzeit: 6 Stunden

Ausgangspunkt: Mittelstation Seealpe (Nebelhornbahn)

Auf-/Abstiege: 670/1130 hm

Einkehr:

  • Berggasthof Gaisalpe
  • Untere Richtersalpe
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