Wer Lust auf einen Kurztrip in die Toskana hat, der fährt in die Eifel, dort liegt im Süden von Blankenheim ein wunderschöner Landstrich mit sanften, grünen Hügel und Wacholderbüschen, die aussehen wie Zypressen – das Lampertstal. Beim Anblick dieser herrlichen Landschaft denkt man sofort an die Toskana. Mitten in dieser reizvollen Landschaft liegt ein zauberhafter Ort – der Kalvarienberg. Hier kann man für kurze Zeit dem Stress und der Hektik des Alltags entfliehen. Na dann! Auf in die Eifel!

DSC00254Wir beginnen diese wunderschöne, abwechslungsreiche Wanderung auf dem „Curtius-Schulten-Platz“ in Blankenheim, der seinen Namen einer der berühmtesten Landschaftsmaler der Eifel zu verdanken hat. Wir sagen dem pittoresken  Blankenheim ade und laufen die Johannistraße hinauf zur Ahrstraße. Hier wenden wir uns nach rechts, queren die Straße und gehen in die kleine Gasse „Am Lühberg“.  Über einen Fußweg und Treppenstufen gelangen wir zur Straße „Unter dem Heltenbusch“, wo wir weiter geradeaus aufwärts steigen.

Über Treppenstufen erreichen wir die „Lühbergstraße“, wenden uns auf ihr nach links, laufen zwischen den Häusern hindurch und haben einen wunderschönen Blick auf Blankenheim und die Burg. In einer Rechtskurve halten wir uns geradeaus und gehen auf einem Weg weiter. Dieser verengt sich allmählich und führt uns durch ein Waldstück abwärts. Über Treppenstufen gelangen wir zu einer Straße, die durch ein Wohngebiet führt, den „Nonnenbacher Weg“, laufen weiter aufwärts und lassen Blankenheim hinter uns. Am letzten Haus (Ortsschild) gehen wir nach links, treffen auf einen Wirtschaftsweg und wandern durch offene Weiden mit Blick über das Ahrtal und gelangen auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg, queren diesen, und tauchen auf einem schmalen Pfad in den Wald ein.

IMG_3433Dieser führt uns nun talwärts in Richtung Talgrund. Bevor wir diesen erreichen biegen wir nach rechts auf einen breiten Waldweg ab und folgen ihm weiter ins Tal hinein. Bald darauf erreichen wir ein Wegedreieck mit Tisch, Bänken und einer Informationstafel. Nun wenden wir uns nach rechts und biegen bald darauf auf einen Pfad ab, der von links abgeht. Über Stufen gelangen wir zum Nonnenbach, den wir über eine Brücke queren und steigen auf einem Pfad weiter bergan. Hier treffen wir auf den „Brotpfad“, der einst von Bewohner der umliegenden Dörfer genutzt wurde, um frisch gebackene Brote nach Blankenheim zu transportieren, um sie dort zu verkaufen. Beim weiteren Aufstieg schweifen unsere Blicke zu den ausgedehnten Wäldern die sich über Berge und Täler ausweiten. Auf einer Anhöhe treffen wir auf einen breiten Waldweg, halten uns rechts und wandern an der folgenden Kreuzung geradeaus weiter und erreichen die „Brotpfad-Hütte“, die uns zu einer kleinen Rast einlädt.

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IMG_3439Von der Hütte wandern wir geradeaus talwärts durch einen Buchenwald, an seinem Ende erhaschen wir den ersten Blick auf „Ripsdorf“. Nun wandern wir durch ein herrliches Bachtal mit prächtigen Wiesen bis zu einer T-Kreuzung, wo wir eine weitere Rast einlegen und über eine Infotafel wissenswertes über die Renaturierung des „Dreisbaches“ erfahren. Wir wenden uns nach rechts, gehen über eine Brücke und hinter dieser direkt links aufwärts und verlassen den Brotpfad. Nach dem Anstieg wandern wir über eine blühende Wiese und genießen die herrlichen Aussichten. Am Ende der Wiese erreichen wir den Wald und wandern in ihm abwärts. Nur wenig später erblicken wir links  unterhalb vom Weg eine Schutzhütte, nach einer kleinen Rast wandern wir weiter hinunter zum Schafbach, der uns nun für einige Zeit durch das Tal begleiten wird.

IMG_3444Am Ende des Weges erreichen wir die K 69, wir queren diese über eine Brücke und laufen auf der anderen Bachseite links den Berg hinauf. Oben erwartet uns die Landstraße, mit ihr gelangen wir nach Ripsdorf. Auf der „Tränkgasse“ gehen wir auf die kleine Kirche zu, passieren einige schöne Fachwerkhäuser und treffen an der „Ripsdorfer Kirche“ auf die Hauptstraße, die durch den Ort verläuft. Wir passieren ein Restaurant und folgen der Hauptstraße weiter durch den Ort, bis wir auf der linken Straßenseite eine moderne Kapelle in einem Vorgarten entdecken.  Hier queren wir die Hauptstraße, passieren ein kleines Haus mit Marienstatue und laufen weiter in die Straße „Auf der Reusch“. Am Ende der Straße gehen wir nach rechts, verabschieden uns von Ripsdorf  und wandern durch herrliche Weiden. Nur wenig später erreichen wir die Landstraße nach Alendorf, queren diese und wandern schräg links auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg weiter.
IMG_3450Nur wenige Meter danach haben wir einen wunderschönen Blick zurück auf Ripsdorf und die Höhenzüge. Auf einer Bank machen wir es uns gemütlich, bevor wir auf einem schmalen Weg  abbiegen der zwischen Kiefern talwärts führt. Auf diesem wandern wir durch Felder und Wiesen bergauf zum „Griesheuel“ (564 m), einer Kuppe die zu einem Naturschutzgebiet gehört, das bei Pflanzen- und Orchideen-Liebhaber bekannt ist. Nichtbotaniker haben von hier einen schönen Blick bis zur „Hohen Acht“ und der „Nürburg“ in der Hocheifel. Der Weg endet auf einem Wirtschaftsweg wo wir in einer Spitzkehre nach links in Richtung Alendorf gehen, das bald darauf in Sichtweite gerät. Wir wandern nun durch eine wunderschöne Landschaft, mit zypressenartigen Wacholderbüschen, die an die Toskana erinnern und an der sich unsere Augen nicht satt sehen können – eine Bilderbuchlandschaft.

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IMG_3525Inmitten dieser sanften, grünen Landschaftsidylle liegt auf einem Hochplateau das kleine Dorf Alendorf, umrankt von Wachholderhügel. Wo man auch hinschaut, wachsen die zypressenartigen Bäume, die man wegen ihrer Wuchsform auch als „Zypressen des Nordens“ bezeichnet. Als hätte sie ein Maler mit feinsten Pinselstrichen in die Landschaft gezaubert. Die Szenerie erinnert uns unweigerlich an ein Gemälde von Fritz von Wille, „Kirche in Alendorf“. Er war einer der berühmtesten regionalen Landschaftsmaler, der durch seine Malerei der Eifel ein positives Image gab. Der Eifelsteig führt uns nun zum Friedhof an der Alten Kirche, St. Agatha, die jedes Jahr Ausgangspunkt für Prozessionen auf den Kalvarienberg ist, die über alte Kreuzwegstationen führen, die zum Teil aus dem 17. Jahrhundert stammen. Sieben dieser Bildstöcke ließ ein Blankenheimer Graf aus rotem Sandstein errichten für seine Untertanen.

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IMG_3521Der wohltägige Graf garantierte seinen Untertanen Religionsfreiheit und setzte sich für den Schulunterricht ein. Da die Menschen nicht viel Geld hatten um ins Heilige Land zu pilgern, errichtete der fromme Graf die Passion Jesu in Alendorf. Vom Kalvarienberg mit seinem Gipfelkreuz, das die Jahreszahl 1675 trägt, genießen wir die traumhaften Ausblicke über die Eifelhöhen und die besondere Atmosphäre an diesem Ort. Zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten kann man hier ganz besondere Stimmungen erleben, besonders im Herbst wenn die Sonne die Landschaft in ein diffuses Licht taucht, strahlt sie etwas magisch, geheimnisvolles und unwirkliches aus. Auf der anderen Seite des Kalvarienberges steigen wir nun abwärts zwischen Wachholderbüschen hindurch ins „Lambertstal“. Viele Besucher kommen jedes Jahr ins Lambertstal um Schmetterlinge zu fotografieren und botanisieren.

Wir erreichen einen Hauptweg, gehen nach links und wandern gemütlich durch das Tal und treffen später auf eine Infotafel, die uns ein Geheimnis preisgibt: Das der Lambertsbach unweit von hier einfach verschwindet. Einfach so? Ein kleines Schwarzes Loch? Nein, die Lösung ist viel einfacher, es handelt sich um ein Schluckloch im Kalkgestein. Nur wenig später queren wir einen Bach, wenn er sich nicht ins Schluckloch zurückgezogen hat und passieren die Landesgrenze zu RLP, was uns ein Grenzstein verrät.

Die Sage vom Ritter und der Blauen Blume

IMG_3557Die Eifel ist reich an Mythen und Sagen. Auch im Lambertstal existiert eine Sage, von einem Ritter und der „Blauen Blume“. Die „Blaue Blume“ symbolisiert in der Dichtung die romantische Sehnsucht nach dem unendlichen und sie kann auch manchmal ein Weg oder Schlüssel zu einem Schatz sein. Im Lambertstal fand einst ein Ritter eine wunderschöne „Blaue Blume“, als er sie zerbrach, öffnete sich ein unterirdisches Gewölbe und er erblickte eine wunderschöne Jungfrau in einem strahlend weißen Gewand, die ihm Gold- und Silberschätze darbot. Er stopfte sich alle seine Taschen randvoll und verließ das Gewölbe. Was er aber nicht hörte:  „Vergiss das Beste nicht“ und als er das Gewölbe verlassen hatte, waren auf einmal alle Taschen leer und das Gewölbe verschwunden. Denn er hatte die „Blaue Blume“ vergessen, die der Schlüssel zu den Schätzen war. Und in der Sage heißt es, dass sie erst in 100 Jahren wieder blühen werde.

IMG_3572Wegen dem artenreichen Magerrasen findet man hier seltene Orchideen, wie den Händelwurz, das Brand- Knabenbraut und das Zweiblatt und zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Nur wenig später biegen wir auf einen Weg nach rechts ab um das Lambertstal hinter uns zu lassen und biegen in einer Kurve auf einen Waldweg ab. Nun wandern wir durch das Mirbachtal das sich zu den Weiden hin öffnet und wandern leicht bergan. In einer Rechtskurve können wir schon einen Blick auf “Mirbach” werfen, wir passieren einen Bauernhof und erreichen die Dorfstraße und die Schulstraße und gelangen links aufwärts zur neoromanischen Erlöserkapelle, die auch als „Eifeldom“ bezeichnet wird und Mittelpunkt des kleinen Ortes ist. Sie wurde 1902- 1903 von Max von Spitta erbaut, als  Familiendenkmal für Ernst Freiherr von Mirbach, einem Rheinischen Uradel.

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Der prächtige Kirchenbau beherbergt einer der prachtvollsten und einzigartigsten Mosaiken, die vom damaligen führenden Mosaizisten, August Oetken, geschaffen wurden. Zu seinen  bedeutenden Werken gehört zweifellos die „Elisabeth Kemenate“ in Thüringen auf der Wartburg. Nach dem wir uns die Kirche von Innen staunend angeschaut haben, beenden wir diese traumhafte Wanderung auf dem Eifelsteig.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 17 Km

Gehzeit: 4,30 Stunden

Ausgangspunkt: Curtius-Schulten-Platz in Blankenheim

Endpunkt: Mirbach

Rückweg :

  • Am Wochenende nur mit Taxi möglich, Busanbindung schwer, siehe unten.

ÖPNV:

Regionalbahn Trier-Köln bis Bahnhof Blankenheim-Wald und weiter mit Taxi- Bus  832 nach Blankenheim. Der Taxibus muss am Wochenende 30 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt unter der Telefonnummer: 01804/151515 angemeldet werden.

Rückfahrt von Mirbach nach Blankenheim:

 

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