Wanderstöcke – Fest im Griff

 

Vor 38 Jahren brachte die Firma “Leki” die ersten Wanderstöcke aus Metall für Bergsteiger auf den Markt. Wurde der Einsatz von Wanderstöcken im alpinen Gelände damals noch mit Skepsis begegnet, so sind sie heute aus dem Berg- und Wanderalltag nicht mehr wegzudenken. Durch technische Innovationen haben sie sich längst zu modernen High-Tech Sportgeräten weiterentwickelt.

Entspannung für unsere Gelenke

Beim Wandern sind Stöcke so selbstverständlich geworden wie richtiges Schuhwerk und Bekleidung. Medizinisch ist längst bewiesen das Wanderstöcke die Beinmuskulatur, die Knie, die Hüfte und das Sprunggelenk entlasten und im schwierigen Gelände helfen das Gleichgewicht zu halten. Beim bergaufgehen unterstützen sie die Beine im stufigen Gelände und trainieren gleichzeitig die Arm- und Schultermuskulatur. Bei einer Bachüberquerung helfen sie einem die Balance zu halten und beim bergabgehen entlasten sie Fußgelenke, Knie, Hüfte und die Wirbelsäule bis zu 20 Prozent, vorausgesetzt, die Stöcke werden richtig eingesetzt. Aber der Gebrauch von Stöcken ist nicht immer ratsam. Vor allem für Unerfahrene, die zum ersten Mal im alpinen Gelände unterwegs sind.

Am Anfang ist es sinnvoll das freie Gehen und das Gleichgewichtsgefühl zu trainieren und den Gelenken und Muskeln die Möglichkeit zu geben sich an die Belastungen zu gewöhnen. Daher raten Mediziner, wer nicht in schwierigen Gelände unterwegs ist sollte hin und wieder auf den Stockeinsatz verzichten. Bei älteren Menschen ist der Einsatz von Stöcken sinnvoll sowie bei Problemen der Wirbelsäule, Gelenke und bei Übergewicht. Kinder und Jugendliche sollten ganz auf Wanderstöcke verzichten, auch wenn die Werbung suggeriert, dass beim Bergsteigen die Knie, Gelenke und  Wirbelsäule der Kinder über Jahre hinweg geschädigt würden. Dem entgegen spricht, dass der Erwerb einer sicheren, elastischen und gelenkschonenderen Gehtechnik ohne Wanderstöcke besser aufrechterhalten werden kann.

Wanderstock-Innovationen

Welcher Wanderer kennt die Probleme mit alten Wanderstöcken nicht. Durch zu starke Belastungen lässt sich das Rohrsystem nicht mehr zusammen schieben oder durch jahrelange Beanspruchung funktioniert der Drehverschluss nicht mehr. Bei den neuen Klemmsystemen von verschiedenen Herstellern hat man diese Probleme nicht mehr. Heute verfügen Wanderstöcke über “Flickflock” oder “Speed Lock” Klemmsysteme. Aufgrund der High-Tech Materialien wie “Carbon” und “Aluminium” sind die Wanderstöcke extrem leicht geworden. Zudem bieten Hersteller Wanderstöcke mit Fotoadapter an. Die  Griffe bestehen ebenfalls aus unterschiedlichen Materialien , die über besondere Eigenschaften verfügen wie Kork, Kunststoff oder EVA-Schaum (Ethylen Vinyl Acetat).

Von Wanderstöcken mit Kunststoffgriffen ist abzuraten, sie neigen zur Blasenbildung, starken Schwitzen und sind zu dem noch schwer. Griffe aus Kork hingegen sind sehr angenehm, griffig und kaum schweißbildend. Griffe aus EVA-Schaum sind angenehm, sehr leicht, griffig und verfügen über eine Schaftverlängerung, dass ein angenehmes tiefgreifen bei bergaufgehen sinnvoll macht.

Klemmsysteme

Die Markenhersteller bieten unterschiedliche Klemmsysteme an um das Rohr festzustellen bzw. zu klemmen: den Drehverschluss, den Spannhebelverschluss und das Faltsystem. Wie bei allen Systemen gibt es auch hier Vor- und Nachteile. Bei unseren Bergtouren haben wir die Erfahrung gemacht, dass bei den Außenklemmsystemen (Flick Lock, von Black Diamond) und das (Speed Lock von Leki) die Vorteile gegenüber den Drehverschluss und dem Faltensystem weit überwiegt. Sie sind mit einem Handgriff auch mit Handschuhen schnell längenverstellbar, sie verfügen über eine sehr hohe Haltekraft und Stabilität. Wer nicht über genügend Erfahrung mit Trekkingstöcken verfügt sollte sich in einem Fachgeschäft für Bergausrüstung beraten lassen.

Wanderstöcke aus Aluminium und Carbon

Alumnium-Stöcke bestehen aus einer hochwertigen Aluminiumlegierung (7001) oder (7075) und werden in einem speziellen Umlage-Härteverfahren hergestellt. Aufgrund ihrer elliptischen Rohre verfügen sie über eine hohe Bruchfestigkeit und ihr Gewicht beträgt durchschnittlich 500 Gramm pro Paar. Carbon-Stöcke bestehen aus Kohlestofffasern. Diese industriell hergestellte Fasern werden aus kohlestoffhaltigen Materialien hergestellt. Für Wanderstöcke verwendet man das HM Carbon das über eine hohe Steifigkeit verfügt. Ob man sich für Aluminium oder Carbon-Stöcke entscheidet liegt im Auge des Betrachters. Beide verfügen abgesehen vom Preis über Vor- und Nachteile.

 

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