Kulturgüter

Wernerkapelle Bacharach

18. Juni 2013

Die Wernerkapelle ist das Wahrzeichen der Weinstadt Bacharach. Die Kapelle wurde aus roten Sandstein erbaut und steht auf einem Felsvorsprung zwischen der Pfarrkirche Sankt Peter und der Burg Stahleck. Der historische Hintergrund für den Bau der Wernerkapelle war die Ermordung des Knaben Werner.

Seine Leiche fand man 1287 in der Karwoche in Bacharach. Ohne jeden Beweis wurde der Mord an dem Knaben Werner der Judengemeinde des Nachbachortes Oberwesel angelastet.  Eine unkontrollierte Judenverfolgung fand daraufhin in allen Rheinstädten statt, bei denen 40 Menschen zu Tode kamen. Kurz nach dem Pogrom wurde trotz klerikaler und weltlicher Widerstände eine Kapelle zu Ehren Werner errichtet. Zur gleichen Zeit fanden Wallfahrten zur Kunibertskapelle statt, wo der Knabe Werner beigesetzt worden war.

Um 1293 weihte man den Altar im Südarm der Wernerkapelle ein und 1337 fand die Weihe des Ostchores statt. Die Kapelle selbst wurde erst nach 1426, auf Berteiben des Theologieprofessors und Pfarrers von Bacharach Dr. Winand von Steeg fertiggestellt. Durch eine Sprengung der Burg Stahleck im Jahr 1689 wurde die Kapelle durch herabstürzende Trümmer sehr stark beschädigt. 1752 mußte man das Figurenportal im Nordarm der Kapelle wegen Bergrutschgefahr abtragen und 1787 wurden alle Gewölbe und Dächer entfernt. In den 80er Jahren erfolgten zahlreiche Sicherungsmaßnahmen durch den Dombaumeister Wolff aus Köln. Seit dieser Zeit setzt sich auch der „Bauverein Wernerkapelle“ für die Wiederherstellung der Wernerkapelle ein. Die Wernerkapelle gehört zu den schönsten gotischen Bauwerken im Rheinland. Die Kapelle besticht durch ihren klaren architektonischen und durchsichtigen Aufbau.

Weitere Informationen: Regionalgeschichte.net

 

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