Kulturgüter

Weyrichsbruch – Geheimnisvolles Moor im Hochwald

19. Januar 2015

Im Osburger Hochwald, in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück, befindet sich am Rösterkopf, der höchsten Erhebung das etwa 7 ha große Quellmoor „Weyrichsbruch“. Das bis heute erhaltene Quellmoor ist Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz. Der in den Jahren 1968/69 errichtete Knüppeldamm am westlichen Rand des Quellmoors gibt den Wanderern und Waldbesuchern die Möglichkeit auf einem 300 Meter langen Steg den Hangbruch zu durchwandern, ohne das Biotop zu betreten.

Moore sind nasse Lebensräume, die aufgrund von Wasserüberschüssen aus Niederschlägen oder Quellen eine dauerhafte Wassersättigung aufweisen. Wegen des geringen Sauerstoffmangels können pflanzliche Reste nicht vollständig abgebaut werden. Dadurch wächst die Höhe und Oberfläche eines intakten Moores stets mit dem Torf an. Aufgrund dieser Bedingungen findet man hier speziell angepasste Tier- und Pflanzenarten vor. Das Quellmoor wird permanent ergiebig und gleichmäßig aus dem Untergrund mit Wasser versorgt, so dass eine ständige Wassersättigung für die Entstehung von Torf gegeben ist.

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Seit Jahrhunderten wurden immer wieder durch den Menschen Moore entwässert und dadurch besondere Lebensgemeinschaften bedroht. Auch der „Weyrichsbruch“ wurde im 19. und 20. Jahrhundert weitgehend trocken gelegt, um es forstwirtschaftlich nutzen zu können. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts erkannte man die ökologische Bedeutung des Moores und man begann den Wasserspiegel wieder anzuheben. Das Basisgestein unter dem Moor ist eine mächtige Quarzitschicht. Der Stickstoffvorrat im Boden stammt ausschließlich aus der Atmosphäre, andere Nährstoffe sowie Spurenelemente fehlen im Quarzit, trotzdem wachsen hier dichte Wälder.

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Der Moorbirkenbruchwald der hier wächst besteht zum Teil aus 150 Jahre alten Moorbirken, die sich auf einer Fläche von etwa 4 ha in einem Höhenbereich von 610 m bis 640 m befinden. Aufgrund des Quarzit, das zu einem krustigen Material verwittert und ihn besonders wasserdurchlässig macht führt zu einer hohen Wasserqualität. Dadurch konnte sich eine speziell angepasste Vegetation im Weyrichsbruch entwickeln. Hier findet man Torfmoospolster und Pfeifengras, das zwischen den Moorbirken wächst. Aber auch verschiedene Blüten und Farnpflanzen kommen hier vor, wie das Scheidiges Wollgras, Siebenstern, Rundblättriger Sonnentau, Moosbeeren oder Rippenfarn.

Weitere Informationen: Ferienland Hochwald

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