Die Vulkaneifel ist nicht nur geologisch interessant sondern auch ein Paradies für Wander- und Naturfreunde. Der Vulkanismus hat hier die Landschaft entscheidend geprägt und so bestimmen zwei Landschaftsbilder den Weg des Eifelsteigs auf dieser Etappe:  Die Maare, die blauen Augen der Eifel, die umwandert und deren Krater erklommen werden müssen und im zweiten Abschnitt bestimmt das einsame, wildromantische Tal der Lieser den Weg  bis Manderscheid.

IMG_8741Wir beginnen die abwechslungsreiche Wanderung am Gemündener Maar, dem kleinsten der drei Dauner Maare und gehen rechts am Waldcafe vorbei und wenden uns gleich nach links und steigen am Kraterrand steil aufwärts, kreuzen zwei Querwege und erreichen den 10,5 m hohen Dronkenturm auf dem Mäuseberg, der an den Gründungsvater und ersten Vorsitzenden des Eifelvereins Dr. Dronke erinnern soll, von dem wir einen wunderschönen Panoramablick über die Dauner Vulkanlandschaft haben. Von hier wandern wir über die Hochebene an deren Ende wir auf das nächste Maar treffen und genießen die schöne Aussicht über das Weinfelder Maar, das auch Totenmaar genannt wird, weil in seiner unmittelbaren Nähe ein Friedhof mit einer kleinen Kapelle aus dem 14. Jahrhundert liegt. Die Kapelle war einst die ehemalige Pfarrkirche von Weinfeld. Das Dorf wurde im 16. Jahrhundert wegen der Pest aufgegeben.

IMG_8750Wir wandern nun unterhalb der Kirche um das sagenumrankte Maar, dass zur frühen Stunde etwas von der Melancholie versprüht, das in der Beschreibung der Maare der Schriftstellerin und Eifeldichterin Clara Viebig  als „Augen der Eifel“ etwas mitschwingt. Wir gehen zur L 64 hinauf, die auf dem Kraterrand verläuft und richten unseren Blick auf der anderen Straßenseite auf die Gemeinde Schalkenmehren mit dem gleichnamigen Maar, die 1287 zum ersten Mal in einer ausgestellten Urkunde für das „Kloster Himmerod“ erwähnt wurde. Ein Weg bringt uns hinunter zum See, wir passieren den Bootsverleih und das Freibad und gelangen in den Ort hinein. An der Hauptstraße wenden wir uns nach links und folgen ihr bis zur Tourist-Information Schalkenmehren. Von hier gehen wir in die „St. Martin-Straße“, passieren einen Landgasthof, gelangen in die Straße „Zur Sternwarte“ und „Zum Scheid“ und verlassen den Ort auf der Straße der bald in einen befestigten Weg übergeht und blicken rechter Hand auf das Observatorium „Hohe List“, dessen Kuppel sich über die Baumkronen erhebt.

IMG_8762Nach den wir am höchsten Punkt am Kraterrand einer Wegkreuzung angelangt sind, gehen wir geradeaus in ein kleine Waldparzelle und steigen hinter ihr über eine Wiese wieder aufwärts bis zur L 64. Wir queren diese und gelangen auf der anderen Seite zur Klinik Altburg, biegen an der Toreinfahrt rechts in den Wald ab und wandern durch Buchen um die Klinik herum bis sich der Wald zu lichten beginnt. An einer Gabelung gehen wir nach rechts durch einen Mischwald talwärts und treffen am Ende des Weges auf einen Querweg, diesem folgen wir nach links bis zu einem Wegweiser. Wir folgen rechts einem schmalen Pfad bergabwärts zu einem breiten Waldweg, an diesem wenden wir uns nach rechts und wandern weiter Tal ein. Nach kurzer Zeit passieren wir einen Angelteich und folgen an dessen Ende dem Weg nach rechts einem Hang aufwärts, wir gewinnen schnell an Höhe und blicken bald darauf auf den Ort Trittscheid.

IMG_8783An einer Wegbiegung wandern wir auf einem Pfad geradeaus, dieser wird zunehmend schmaler und bringt uns steil abwärts zu einer Straße mit Parkplatz. Hier wenden wir uns nach rechts und treffen auf eine kleine Brücke die uns über die Lieser zur „Übersdorfer Mühle“ bringt. Hier kann man Einkehren und sich für den nächsten Streckenabschnitt stärken. Wir gehen über den Hof der Mühle und über die Zufahrt gelangen wir zur Landstraße, diese queren wir und wandern auf einem befestigten Weg weiter durch das Tal der Lieser. Herrliche Wiesen säumen das Ufer der Lieser, die sich durch den Talgrund schlängelt. Nach längerer Zeit treffen wir auf einen Wegweiser, dem folgen wir nach links über eine Brücke und wandern durch Wiesen weiter bis wir auf der gegenüberliegenden Seite in den Wald eintauchen. Ein kurzer steiler Pfad führt hinauf zu einem Waldweg wo wir auf den Lieserpfad treffen, dem wir nun bis Manderscheid folgen.

IMG_8829Später gelangen wir in ein Seitental, queren an einer Bank den Bach und folgen dem Pfad oberhalb der Lieser entlang bis wir auf einen befestigten Waldweg treffen, dem wir nach rechts folgen. Abermals queren wir den Bach in einem Seitental und steigen auf einem Pfad aufwärts zu einem Waldweg. Nun verlassen wir für einige Zeit die murmelnde Lieser bis wir auf die „Urpferdbrücke“ treffen und die Lieser ein weiteres Mal überqueren und uns eine Sinnesbank zu einer kleinen Rast einlädt. Nach der Brücke führt der Weg aufwärts und zweigt wenig später nach links auf einen Pfad steil hinauf ab der uns zur „Kobeslochhütte“ führt, von der man einen schönen Blick in das dicht bewaldete Tal hat. Kurz darauf treffen wir auf einen breiten Waldweg, an diesem gehen wir nach links und treffen auf eine große Waldwiese mit Schutzhütte, die wir aufwärts gehend umrunden und wandern weiter talwärts, passieren einige Steintürmchen die von Wanderer errichtet wurden und blicken zum ersten Mal auf die Turmspitze der Oberburg.

IMG_8840Wir halten uns bald darauf wieder links und wandern in das Seitental des Ammelbaches, biegen nach kurzer Zeit wieder nach links ab und gelangen auf einen wunderschönen Pfad, der uns mit wunderschönen Blicken in das Liesertal in Richtung Manderscheid führt. Dieses über eine Kilometer lange Teilstück gehört zweifellos zu den schönsten Wegabschnitten und gibt uns einen weiteren Vorgeschmack auf den Lieserpfad, die die nächste Etappe für uns bereit hält. Wir erreichen ein Haus unterhalb am Waldrand, über einen Schotterweg der hier beginnt und in die „Klosterstraße“ übergeht erreichen wir das Manderscheider Rathaus mit dem „Schellenmann“.

Dauner Maare – Geboren aus Magma und Wasser

IMG_8743Erdgeschichtlich ist es noch nicht lange her, als vor 10.000 Jahren glühendes Magma und Wasser zusammentrafen und mächtige Vulkanexplosionen die Gesteinsmassen aus dem Erdinneren empor schleuderten. Mitten durch die Eifel auf einer Länge von 50 Kilometer erstreckt sich das Westeifeler Vulkanfeld. Über 300 Vulkane sind Zeugen einer bewegten Entstehungsgeschichte der Vulkaneifel. Es war vor allem die vor 700.000 Jahren einsetzende stärkste vulkanische Aktivität die der heutigen Vulkaneifel ihr landschaftliches Gesicht gegeben hat. Heute sind die Dauner Maare „die Augen der Eifel“ wie sie die Schriftstellerin Clara Viebig einmal literarisch beschrieben und gewürdigt hat, die meistbesuchten Landschaftsattraktionen der Eifel. Maare entstehen wenn heißes Magma in Gesteinszonen nach oben dringt und Wasser mitführt.

IMG_8762Dabei wird das Wasser explosionsartig in Wasserdampf verwandelt und sprengt durch seine Ausdehnung das umgebende Gestein nach oben aus. Im Bereich des Explosionsherdes bildet sich in mehreren hundert Meter tiefe ein Hohlraum, über diesem bricht das überlagerte Gestein zusammen und es entsteht der typische trichterförmige Krater. In der Vulkaneifel gibt es mehr als 70 Maare an denen man die Entstehungsgeschichte der Maare nachvollziehen kann. Die Dauner Maare sind ein Beispiel für diese Art von Vulkanen. Von den Dauner Maaren enthalten das Gemündener, Weinfelder und das westliche Schalkenmehrener Maar bis heute einen Maarsee. Die Vulkaneifel ist heute weit über die regionalen Grenzen hinweg bekannt und wurde als Naturerbe in die Liste  der UNESCO-Global Geoparks aufgenommen und als Nationaler Geopark anerkannt.

 

Schwierigkeitsgrad: schwarz

Wegstrecke: 23,6 Km, von Gemündener Maar 18 km

Gehzeit: 6 Stunden

GPS-Track: herunterladen

Auf- und Abstiege: 749/780 hm

ÖPNV:

  • Regionalbahn Trier-Koblenz bis Wittlich, von dort mit dem Bus 300 bis Maarstraße Daun
  • Oder Regionalbahn Trier bis Gerolstein, von dort mit Bus 500 bis Daun

Einkehrmöglichkeiten:

  • Waldcafe Gemünden
  • Übersdorfer Mühle
  • Diverse Lokale in Manderscheid

Übernachten in Manderscheid:

  • Hotel Schwaben, Lieserstraße 8-10, Telefon: 06572/4743
  • Hotel Zens, Kurfürstenstraße 35,Telefon: 06572/92320
  • Jugendherberge, Mosenbergstraße 17,Telefon: 06572/557

Sehenswürdigkeiten:

  • Heimatmuseum Manderscheid, Kurfürstenstraße 9a
  • Maarmuseum Manderscheid, Wittlicherstraße 11
  • Observartorium, Schalkenmehren, Telefon: 06592/2150
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Print Friendly, PDF & Email

Hits: 254