Etwas abseits liegt sie schon vom Rotweinwanderweg – die Burg Are über Altenahr. Aber das sollte den Wanderer nicht davon abhalten, auf seiner Etappe von Altenahr nach Mayschoß ihr einen Besuch abzustatten, denn malerische Ausblicke auf das mittlere Ahrtal erwarten ihn.

Burg Are, Altenahr
Burg Are, Altenahr

Schon über 900 Jahre überragt die Burg Are den kleinen Winzerort Altenahr. Sie ist heute nur noch eine Ruine. Sie wurde etwa um 1100 vom Grafen Theodorich I von Are erbaut und 1121 erstmals urkundlich erwähnt. Um 963 erwarb Sigebodo, ein Vorfahre der Grafen von Are vom Kloster Prüm durch einen Gütertausch einige Höfe in der Region Altenahr. Die Grafen von Are bauten ihre Herrschaft zwischen Adenau und Nürburg aus. Um 1096 wurde vermutlich die befestigte Anlage zerstört, daraufhin erbaute um 1100 Graf Theodorich I (Dietrich I) die Burg Are.

IMG_5037Die Grafen von Are starben irgendwann aus und die Burg ging in den Besitz  der verwandten Familie Are-Hochstaden und Are-Nürburg über. Die Burg gehörte zu gleichen Teilen beiden Familie was durch Verträge von 1166/1202 belegt wurde. Nur 3 Jahre später ging die Burg in den alleinigen Besitz des Graf Lothar von Are-Hochstaden über.  Da sein einziger Sohn kinderlos blieb schenkte 1246 Graf Friedrich von Hochstaden, Probst zu Xanten, mit Einverständnis seines Bruders Konrad von Are-Hochstaden die Grafschaft und die Burg Are dem Erzbistum Köln.

IMG_5031Das Erzbistum baute die Burg weiter aus und wurde auch als Gefängnis für die Gegner des Erzbistums genutzt. Aus Geldnöten wurde die Burg öfters verpfändet und im 14. bis 15. Jahrhundert erweitert und umgestaltet. Im 16. bis 17. Jahrhundert wurden nur dürftige Reparaturen an den verfallenen Gebäuden durchgeführt. Im Jahr 1690 wurde die Burg nach einer neunmonatigen Belagerung durch die Franzosen eingenommen. Durch starken Beschuss wurden vor allem die Dächer und das Mauerwerk zerstört. Nach sieben Jahren zogen die französischen Besatzer ab und besetzten die Burg abermals im Spanischen Erbfolgekrieg.

IMG_5056Ab 1706 stand sie unter kurkölnischer Besatzung zum Leidwesen der Bevölkerung. 1714  erbat man beim Kölner Kurfürst Joseph Clemens um Hilfe gegen die Besatzer. Der ließ daraufhin die Burg belagern und nach seiner Eroberung sprengen. Die Überbleibsel der Burg, Holz und Steine, wurden als Baumaterial für den Neubau des Amtshauses am Fuße der Burg verwendet. Im März 1997 wurde der „Förderkreis Burgruine Are e.V.“ gegründet unter großer Beteiligung der Bevölkerung. Die Gründung erfolgte im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten an der Burg in den Jahren 1997 – 1999, mit großer Unterstützung vom Land, Kreis, Verbandsgemeinde, Landesamt für Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

 

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