Seit vielen Jahren gibt es den Calmont-Klettersteig und immer mehr Menschen kommen: Klettersteigfreaks, die durch das Gelände ziehen sowie Wein- und Panoramasüchtige. Majestätisch erhebt sich der Calmont zwischen den Ortschaften Bremm und Ediger-Eller und man wundert sich dabei, dass auf dem steilsten Weinberg von Europa noch Trauben angepflanzt werden. Bis zu 70 Grad steile Hänge und fast 300 Meter hoch erhebt er sich über der Mosel.

 

Der Calmont-Klettersteig ist einer der schönsten an der Mosel. Wer auf ihm klettern möchte, beginnt die Tour am Bahnhof in Ediger-Eller, von dort führt er durch die Weingärten und über den Aussichtspunkt „Todesangst“ nach Bremm. Angst braucht man keine zu haben, auch bei der Todesangst nicht, der nur ein Felsvorsprung mit einer großen Fahne ist. Wir beginnen die Tour gleich hinter der Eisenbahnbrücke von Ediger-Eller. Über einen steilen Serpentinenpfad kommen wir zur Schutzhütte Galgenlay. An diese Stelle soll einmal ein Galgen gestanden haben, der die Menschen eindrücklich, zum Gesetz ermahnte. Heute klettert hier einer nach dem anderen an Stahlseilen und Trittstiften ein paar Meter tiefer zur nächsten begehbaren Passage.

 

Somit haben wir die erste Hürde genommen. Wie man lesen kann, sei es dem Deutschen Alpenverein und vielen freiwilligen Helfern zu verdanken, die den Klettersteig erstellt haben. Denn immer hin haben sie dafür gesorgt, dass man diesen prächtigen Berg erst begehen kann. In dem steilen Weinberg wurden sehr schwierige Passagen mit Metallleitern und Trittbügeln entschärft. Nun geht es bergauf, bergab und es gibt viel zu sehen. Was für ein prächtiger Weinberg! Aber das war nicht immer so, die meisten Parzellen lagen am Anfang des Jahrhunderts noch brach, denn Weinskandale hatten den Winzern einst so zugesetzt, das es sich nicht mehr lohnte ihn zu bewirtschaften.

 

Der steilste Weinberg Europas war damals ein sterbender Berg, aber sehr kluge Winzer besonnen sich auf sein Potential und heute sieht man vor lauter Reben den Berg nicht mehr. Um diese Jahreszeit sieht man kaum Menschen an Vorsprüngen, Tischen und Bänken sitzen. Am Wochenende im Sommer ist das anders, dann strömen Wanderer in Scharen heran um diesen Weinberg zu bezwingen. Wir gehen diese Wanderung jedes Jahr im Herbst, wenn der Ansturm auf den „Calidus Monts“ , der heiße Berg, vorbei ist. Bereits die Römer haben in diesem Berg geschwitzt um den Menschen eine Nachhilfe im Weinberg zu geben.

 

Im Sommer ist der Berg ein riesiger Hohlspiegel und fängt die Sonnenstrahlen ein und speichert sie tief im Schieferboden. Nun geht es in einen halbierten Kessel hinein wo die Reben in den Himmel zu wachsen scheinen. Um den Steillagenriesling zu ernten müssen Muskeln eingesetzt werden, dass hat sich bis heute nicht geändert. Der Wein aus dem Calmont ist einzigartig und das nicht nur wegen der Kletterei. Wir kraxeln weiter über gesicherte Felsen und Leitern zur „Todesangst“ hinauf und wieder hinunter. Oberhalb der Bremmer Kirche sehen wir den Ausstieg vor uns aber wir haben immer noch nicht genug vom Calmont. Rechts zweigt ein Weg zum Gipfelkreuz ab, den wir dankbar annehemen.

 

Oben vom Gipfelkreuz sieht die Mosel wie eine Postkarte aus und der Blick über die fast perfekte Moselschleife ist einzigartig. An Wochenenden gibt es hier für wenig Geld, Kaffee und Kuchen sowie kleine Speisen und Getränke. Wir nehmen nun den Höhenweg zurück und kommen am rekonstruierten römischen Heiligtum vorbei. Von hier haben wir ebenfalls tolle Aussichten auf die Moselregion. Nun zieht sich der Weg steil abwärts bis Ediger-Eller unserem Ausgangspunkt.

 

 

 

Schwierigkeitsgrad: schwer

 Wegstrecke: 5,6 km

Gehzeit: 3,5 Stunden

Bahn:

Regionalbahn von Koblenz und Trier bis Bahnhof Ediger-Eller, weiter mit Bus (3 min) oder Taxi.

Auto:

A61 Abfahrt Rheinböllen, B 50, B 421 Richtung Zell/Mosel, B 49 Richtung Koblenz; A48 Abfahrt Ulmen, B 259 bis Cochem, B 49 Richtung Trier bis Bremm.

Parken:

Regionalbahn von Koblenz und Trier bis Bahnhof Ediger-Eller, weiter mit Bus (3 min) oder Taxi.

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