Zwischen den Weinbauorten Pommern und Karden liegt auf einem Plateau hoch über der Mosel der Martberg. Auf ihm erbauten die Treverer, ein keltischer Stamm, um 100 v. Chr. eine befestigte Siedlung. In römischer Zeit entstand daraus ein gallo-römischer Tempelbezirk, in dessen Zentrum ein großer steinerner Umgangstempel stand, der von drei kleineren Tempeln umgeben war. Die keltisch-römische Kultstätte die dem Gott Lenus Mars gewidmet ist gehört zu den wenigen Kultstätten in Deutschland.

IMG_5619Zur damaligen Zeit vermischten sich römisches und keltisches Gedankengut und es entstand mit der Zeit eine gallo-römische Religion, die ihren Ausdruck in der Götterverehrung, in Kultbauten und heiligen Orten fand. Zwar legten die Römer Befestigungen und Siedlungen an höheren Orten und in Ebenen an, gründeten Städte, trieben Handel und bauten Straßen aber in den Bergen blieben meistens nur die Kultstätten der Kelten zurück. Ein markantes Beispiel dafür ist der Martberg zwischen Pommern und Karden, der ein uraltes Zentrum der Treverer war.

IMG_5627Der keltische Stamm hatte auf dem langgezogenen Bergrücken, der zur Mosel hin steil abfällt, eine Siedlung von beachtlichen Ausmaßen angelegt, die mit Gräben und Holzpalisaden geschützt wurde. Zudem umschloss eine etwa 5 kilometerlange Holz-Steinmauer das große Gelände, auf dem viele tausende von Menschen lebten und arbeiteten. Zur römischen Zeit entwickelte sich daraus ein religiöses und politisches Zentrum, mit mehreren Umgangstempeln und Gebäuden, die nach römischer Sitte aus Stein erbaut wurden. Zum Martberg pilgerten über viele Jahrhunderte die gallischen Gläubigen, um dem Gott Lenus Mars Opfer darzubringen. Lenus Mars war der Stammesgott der Treverer, ein Kriegs- und Heilgott.

Nach Eroberung durch die römischen Legionen verschoben sich die Machtverhältnisse an Mosel und Rhein. Die Kelten passten sich der römischen Kultur sehr schnell an und die Tempelanlagen wurden im 1. Und 2. Jahrhundert erweitert. An die Stelle des Gottes Lenus stellten die Treverer in den Mittelpunkt ihrer Verehrung den römischen Kriegsgott Mars, von dem der Berg auch seinen Namen erhielt – Mons martis.

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