Der Jubiläumsweg ist über 100 Jahre alt und gehört zu den schönsten Höhenwegen in den Allgäuer Alpen. Trotz seiner landschaftlichen Vielfalt, die von einer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt geprägt ist, gehört er zu den weniger begangenen Höhenwegen. Der Jubiläumsweg wurde in den Jahren 1898/99 von der Allgäuer DAV-Sektion Immenstadt, anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums, angelegt und verläuft in einer Höhe zwischen 1800 bis 2000 Meter.

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Carpe diem („nutze den Tag“) mit diesem Grundgedanken machen wir uns mit den ersten Sonnenstrahlen vom Vilsalpsee zur Landsberger Hütte auf. Fast surreal mutet die Landschaft an diesem Morgen an. Zarte Nebelschleier ziehen über den See und im Hintergrund zeichnet sich die Silhouette der Allgäuer Gipfel ab. Wir lassen es gemütlich angehen an diesem Morgen und schlendern am Ostufer entlang, bevor wir ins Traualptal abschwenken. Durch Wald steigen wir  hinauf zur Staumauer des Traualpsees. Östlich der Staumauer gen Süden folgen wir einem drahtseilgesicherter Felsaufschwung hinauf zur Lache, einem kleinen See. Nach drei Stunden haben wir die Landsberger Hütte erreicht.

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Die Hütte steht auf einer aussichtsreichen und schönen Lage am Fuße der Lachenspitze-Nordwestwand. Das Tourengebiet der Hütte wartet mit einigen Zweitausendern auf, die alle über Steige gut erschlossen sind. Die Hütte, wie man in der Chronik nachlesen kann, hat auch eine bewegte Geschichte hinter sich. Um 1891 verfolgte die Sektion Hüttenpläne im Watzmanngebiet, 1905 versuchte man das Gebiet um den Loreakopf am Fernpass zu erschließen und 1919 scheiterte man auch am Hüttenprojekt in Kenzen beiTrauchgau. Erst viel später um 1924 nahmen die Sektionsmitglieder das Gebiet um den Vilsalpsee ins Visier. Es sollten aber noch weitere 5 Jahre vergehen bis die Hütte gebaut werden konnte.

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Um 1960 wurde die Hütte wegen steigender Gästezahlen ausgebaut und einige Jahre später nach ökologischen Gesichtspunkten saniert. Man installierte eine neue Kläranlage, eine Warmwasserentkeimungsanlage und eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung. Um das Jahr 2003 erfolgte ein weiterer Ausbau der beliebten Hütte.Wir sind beeindruckt von der traumhaften Szenerie die sich um die Hütte aufbaut. Einige Altschneefelder künden noch von einem harten Winter. Hoch über der Landsberger Hütte thronen gleich drei leicht zu ersteigende Gipfel, die Rote Spitze (2130m), Steinkarspitze (2067m) und Lachenspitze (2126m). Nach dem wir die Stille und Aussicht genossen haben machen wir uns auf den Weiterweg.

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Gleich neben der Hütte steigen wir über schöne, grüne Matten an der Rote Spitze vorbei und durch Geröll hinauf zum westlichen Lachenjoch und weiter zum westlichen Rücken der Steinkarspitze zum Kastenjoch. Etwas später erreichen wir über Serpentinen die Lahnerscharte. Die Luft ist durchdrungen vom erdigen Duft der Berge und wir genießen es alleine in dieser Landschaft unterwegs zu sein. In einem Auf und Ab wandern wir durch die Hänge der Lahner- und Schänzlespitze hinauf zum östlich Rücken des Schänzlekopfes. Vis à Vis grüßt uns auch schon die mächtige Pyramide des Hochvogels. Links auf einem grünen Plateau hat sich ein Rudel Gämse niedergelassen und lässt sich von der Mittagssonne verwöhnen. Auch wir lassen uns inmitten dieser einmaligen und wunderschönen Bergkulisse nieder. Gerade das macht die Faszination von Höhenwegen aus, man erlebt die Berge hautnah, genießt die Stille und die grandiosen Ausblicke am Rande.

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Jetzt haben wir nur noch den schweißtreibenden Anstieg zur Bockkartscharte vor uns. Oben angekommen werden wir wieder einmal mit einem grandiosen Ausblick auf die Allgäuer Bergwelt belohnt. Über steile Almmatten geht es jetzt hinunter zum Prinz-Luitpold Haus, dass wir nach 6 Stunden Gehzeit erreichen. Die Hütte gehört zu den beliebtesten in den Allgäuer Alpen, vor allem wegen seinem attraktiven Gipfelziel, dem Hochvogel. Für Bergwanderer bietet sie zu dem landschaftlich reizvolle Übergänge und ist zugleich ein Etappenziel für die Via Alpina. Allzu lange konnten wir uns nicht aufhalten, der Rückweg zum Giebelhaus und nach Hinterstein zu unserem Quartier stand uns noch bevor.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Tourdaten:

Anreise: mit Bus oder Auto

Anfangs-/Endpunkt: Tannheim-Vilsalpsee/Hinterstein

Gehzeiten:

Vilsalpsee zur Landsberger Hütte 3 Stunden, Landsberger Hütte – Prinz-Luitpold Haus – Hinterstein, 7 Stunden.

Gesamtdauer: 2 Tage (je nach Kondition 1 Tag)

Kompass-Wanderkarte: 1:50 000, Allgäuer Alpen

 

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