Nirgend wo, so sagt man, ist die Landschaft der Kyll idyllischer und malerischer wie in dem kleinen Dorf in der Südeifel – Auw an der Kyll, dass von Wäldern und roten Sandsteinfelsen umrahmt ist. Wer den Kontrast von sanften Hochflächen und tief eingeschnittenen Tälern liebt, für den ist diese Tour genau das Richtige.  Der Grundsgraben, Kalkgraben, Schulersgraben und der Stillegraben mit seinen bizarren, anmutigen Sandsteinkaskaden über den sich der Schaalbach ergießt und das reizvolle Tal der Kyll machen diese Wanderung zu einem besonderen Erlebnis.

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IMG_0358Wir beginnen die Wanderung in dem kleinen und malerischen Ort „Auw an der Kyll“, der  umrahmt ist von roten Sandsteinfelsen und Wäldern. Im Zentrum steht die  ehrwürdige Mutter-Gottes-Kirche, die im Jahr 1742 erbaut wurde. Sie ist eine der ältesten und schönsten Kirchen der Südeifel und besteht aus schlichtem Bundsandstein. Der Ort ist seit fast 300 Jahren ein beliebter Marienwallfahrtsort und das „Auwer Wallfahrtsbuch“ aus dem Jahr  1712 enthält eine Vielzahl von Pilgernamen aus der Südeifel, der Mosel, von Saar und Ruwer und aus dem Großherzogtum Luxemburg. Etwas unterhalb liegt das denkmalgeschützte „Alte Pfarrhaus“, das bis 2004 Pfarramt und der Wohnsitz des Pfarrers war. Einige Bürger aus Auw und den umliegenden Nachbargemeinden haben das kulturhistorische Gebäude erworben, saniert und vollständig restauriert und zu einem schönen Gasthaus mit Biergarten umgestaltet.

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IMG_0359Nebel liegt noch über dem Tal und Wald und Wiesen träumen noch vor sich hin, als wir uns auf den Weg machen. Die Tage sind spürbar kürzer geworden und die Blätter an den Bäumen entfalten langsam ihre Farbenpracht – kein Zweifel, der Herbst hat Einzug gehalten. Stück für Stück fällt der Schleier und die ersten Sonnenstrahlen durchdringen die Baumkronen und lassen den Wald fast märchenhaft erscheinen. Vom Bahnhof erreichen wir über die Klosterstraße das „Alte Pfarrhaus“ und folgen dem Wegweiser „Schutz- und Grillhütte Preist“ für 50 Meter nach links und biegen dann abermals nach links ab und steigen einen steilen Fußweg hinauf zur Straße und erreichen den Wald. Für einige Zeit wandern wir nun durch herrlichen Mischwald und an roten Sandsteinfelsen vorbei bis zum Waldrand. Nun geht es an Wiesen und Feldernentlang zur Grillhütte Preist.

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IMG_0388Hier legen wir eine kleine Rast ein und beobachten eine Herde von Pferden auf einer Koppel, wie sie herum galoppieren und mit Ohren und Augen kommunizieren. Hinter der Hütte wandern wir ein Stück durch Wald aufwärts zu einer Anhöhe und biegen nach links ab und wandern auf einem Grasweg an Streuobstwiesen, Maisfelder und Wiesen entlang bis zu einer Straße. Diese queren wir nach links und wandern nun für längere Zeit an Maisfeldern und Wiesen entlang bis zu einem Teerweg. Diesem folgen wir hundert Meter nach rechts und biegen dann nach links ab und tauchen für kurze Zeit wieder in den Wald ein. Nun geht es durch einen Misch- und Tannenwald an dessen Ende wir auf eine Landstraße mit Rastbank treffen. Nach einer kleinen Rast queren wir die Straße nach rechts und erreichen über einen Grasweg eine Straße mir zwei Bittkreuzen und einer Bank.

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IMG_0397Wir wandern weiter geradeaus und folgen dem Grasweg für einige Kilometer an Maisfeldern und blühenden Streuobstwiesen vorbei und lassen unseren Gedanken freien Lauf. Nach 1,4 Kilometer erreichen wir den „Schulersgraben“ und wandern durch ein kleines Wäldchen hindurch. Nach diesem geht es wieder auf einem Grasweg in die offene Landschaft hinaus und an Maisfeldern vorbei. Die Maisfelder erstrecken sich fast bis zum Horizont und uns wird bewusst, dass für 12% der Menschheit der Mais das wichtigste Nahrungsmittel ist. Wir brechen uns zwei Kolben ab, schälen die Blätter und zum Vorschein kommt eine goldgelbe Frucht. Auch wenn es sich hierbei um Futtermais handelt, munden tut er uns trotzdem. Am Ende der Felder treffen wir auf eine Rastbank mit Tisch und machen eine weitere Pause, bevor wir die Letzten drei Kilometer nach Auw in Angriff nehmen.

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Nun wandern wir durch herrlichen Misch- und Buchenwald an Sandsteinfelsen und Sandsteingruben vorbei taleinwärts nach Auw an der Kyll. Im Ort steht ein Eselskreuz mit den „Drei Jungfrauen von Auw“, nach der Sage sollen sie genau an dieser Stelle gelandet sein. Das Kreuz wurde restauriert und auf einem alten gegenüberliegenden Standort neu errichtet. Ursprünglich stand das Kreuz am Ufer der Kyll, musste aber wegen dem Bau der Eisenbahn im Jahr 1870 umgesetzt werden.

Die Inschrift des Kreuzes lautet:

„Hie sein zu sehen Wundermahl/Si hinderlies dazumahl/Da der Heiligen Jungfrauen drei/Wurden verfolget hie vorbey. Der Esel, darauf sie sasen/Wollt sie doch nicht verlasen/Und ihr Leben zu gewinnen, Gleich über die Kyll thut springen/Selbe auf den Ufer setzet Ganz unverletzet“

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 Die drei Jungfrauen von Auw

Das „Eselskreuz“ erinnert an eine alte Sage, die bereits seit vielen Jahrhunderten in dem kleinen Ort erzählt wird. Sie spielt zu einer Zeit als die Franken das Eifel- und Moselland beherrschten. Zu dieser Zeit waren sehr viele Menschen zum Christentum konvertiert, nur der Frankenkönig Dagobert hielt noch am alten Heidentum fest. Er führte ein ausschweifendes Leben im Gegensatz zu seinen drei Schwestern, die sich zum Christentum bekannten und in einem Kloster lebten. Dies versuchte der König mit allen Mitteln zu verhindern. Er sandte eine Truppe von Soldaten zum Kloster um die Schwestern festzunehmen und zurück an den Hof zu bringen. Als die Schwestern Irmina, Adele, und Chlothilde davon erfuhren flohen sie auf einem Esel vor den Truppen ihres Bruders. Auf ihrer Flucht kamen sie an die Kyll, fanden aber weder eine Brücke noch einen Steg vor um an das andere Ufer überzusetzen. Als sie auf einem Felsvorsprung die Soldaten hörten, beteten sie zur Jungfrau Maria und baten um Hilfe und Rat. Diese riet den Schwestern sich auf den Esel zu setzen und über die Kyll zu springen, die 35 Meter tief unter ihnen lag. Vor lauter Angst verband sich die mittlere Jungfrau die Augen und setzte zu einem riesigen Sprung über die Kyll an, wo sie unverletzt auf der anderen Seite an kam, dem heutigen Auw an der Kyll. Die Truppen des Königs dagegen stürzten in die Kyll und ertranken. Als Dank zu Ehren Marias bauten sie im Talkessel eine Kapelle, wo nach später der Marienwallfahrtsort Auw an der Kyll entstanden sein soll. Auf dem Felsvorsprung steht heute ein Kreuz, das Eselskreuz auf der Eselslay, auf dessen Rückseite die Legende eingemeißelt ist.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 18 Kilometer

Gehzeit:  4 bis 5 Stunden

Höhenmeter: 378m

GPS-Track: herunterladen

Ausgangspunkt: Parkplatz Dorfgemeinschaftshaus, Marienstraße

ÖPNV: Eifel-Regionalbahn Trier-Köln

Wanderkarte: Topographische Karte 1:25 000; Eifelverein Nr. 18

Markierung: Symbol des Naturwanderpark delux, gut beschildert

Weitere Informationen:

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