Auf der 15. Etappe des Lahnwanderweges wandern wir durch die reizvollen Lahnauen und über aussichtsreiche Höhen zu den Highlights dieser Wanderung, der mächtigen Burg Runkel oberhalb der historischen Steinbrücke und dem Dom oberhalb der Limburger Altstadtgassen sowie zu einem romantischen Aussichtspunkt, einem Denkmal auf der gegenüberliegenden Flussseite und dem Naturschutzgebiet Wehrley.

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Wir beginnen die Wanderung am Bahnhof in Villmar. In der Nähe befindet sich das Lahn-Marmor-Museum. Einst gab es 12 Marmorbrüche in und um Villmar, von denen nur der Unica-Bruch erkennbar existiert, alle andere hat sich die Natur zurück erobert. Hier wurde im 19. Jahrhundert polierfähiger Kalkstein, Marmor, aus der Devon-Zeit abgebaut und verarbeitet. Der Lahn-Marmor entstand vor etwa 380 Millionen Jahren aus Sedimentgesteinen und Riffen des kalkhaltigen Devon-Meeres.

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Seine einmalige Farbintensität aus Braun, Gelb, Weiß, Gold und Rot verdankt der Lahn-Marmor vulkanischen Einflüssen. Aus den Werkstätten in Villmar gelangten Kunstwerke aus Lahn-Marmor in die ganze Welt, sogar bis ins Empire State Building in New York. Auch die Marmorbrücke in Villmar über die Lahn ist ein Zeugnis bedeutender Marmorarbeit. Das Lahn-Marmor-Museum und der Lahn-Marmor-Weg sind interessante Ziele für den Wanderer.

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Wir setzen unsere Wanderung fort und halten uns am Bahnhof nach links in Richtung Ort und gehen am Bahnübergang rechts weiter und wandern an der Lahn entlang, passieren eine Schleuse und erreichen eine Eisenbahnschranke, die mittels einer Wechselsprechanlage geöffnet wird. Nun heißt es warten! Hinter den Gleisen geht es nach etwa 60 m aufsteigend am Waldrand entlang und in einem Rechtsbogen tauchen wir in den Wald ein und steigen aufwärts zu einem Wegweiser. An einem Feld biegen wir nach links ab und erreichen nach kurzer Zeit den schönen Aussichtsplatz „König Konrad-Blick“ oberhalb der Lahn mit Rastbank.

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Auf dem Felsen am gegenüberliegenden Ufer befindet sich das Denkmal, von König Konrad I., der als erster Deutscher König angesehen wird. Der Sockel des Denkmals besteht aus Marmor und die Skulptur aus belgischen Sandstein. Von hier wandern wir auf der Hochfläche hoch über der Lahn an Feldern und Wiesen entlang bis wir auf einen Pfad abbiegen, der uns durch das „Wehrley“, ein Naturschutzgebiet leitet. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Aussichtspunkt „Dr.-Otto-Bruchhäuser-Tempel“, einen aussichtsreichen Pavillon, wo wir eine kleine Rast einlegen. Wir folgen dem Pfad weiter der an der Kirche endet und wandern hinab zum Bahnübergang, mit herrlichen Blick auf die Burg Runkel.

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Über hundert Burgorte soll es an der Lahn geben, aber keiner soll so idyllisch und faszinierend wie Runkel sein. Die malerischen Fachwerkhäuser unterhalb der Burg beeindruckend und sind ein optischer Hochgenuss. Die markante Lahnbrücke ist einer der ältesten an der Lahn und hat so manchen Krieg überstanden. Die Burg selbst wurde zur Sicherung des Lahnübergangs erbaut und wurde im Verlauf der Jahrhunderte erweitert. Im Mittelalter hatten es die Runkeler Bürger nicht leicht, sie wurden aus Kriegsgründen oft militärisch belagert. Heute verfügt Runkel auf der rechten Lahnseite, im heutigen Stadtteil Schadeck, über ein zweites Burg-Schloss, das dem ersten gegenüberliegt. Dies soll Heinrich Runkel seinem Vetter Siegfried aus Trotz ins Visier gestellt haben.

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Wir verlassen nur ungern das schöne Burgstädtchen und wandern zum Lahnufer hinunter, passieren einen Campimgplatz und einen Kanuverleih und erreichen die Autobrücke. Wir gehen ein Stück unter ihr durch und biegen nach wenigen Metern auf einen aufwärtsführenden Pfad nach links ab. Nun wandern wir für längere Zeit zwischen Feldern und Hangwald oberhalb der Lahn weiter, mit schönem Blick auf die Lahn. Nicht nur für Wanderer sondern auch für Kanuten, Motorskipper und Paddler ist die Lahn ein wahres Paradies. Es sind schöne Momente, wenn Boote in die Schleuse hineinfahren und der Wasserpegel sich langsam senkt und wieder hebt, es hat etwas von Entschleunigung, wie beim wandern.

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Am Ende des Pfades gehen wir nach rechts an Feldern und am Waldrand entlang und tauchen nach etwa 150 Meter in den Wald ein. Nun wandern wir auf einem breiten Waldweg für längere Zeit durch lichten Wald bis Eschofen. Im Ort folgen wir der Markierung und biegen nach rechts ab und wandern durch eine weite Wiesenlandschaft. Kurz vor dem Bach biegen wir nach links ab und folgen dem Wiesenweg zum Ortsausgang. Hier ändert sich nun die Wegführung und wir folgen der Umleitung auf dem Radweg bis nach Limburg.

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Wer sich in das Mittelalter zurückversetzen möchte, der findet in Limburg reichlich Gelegenheit. Limburg ist eine kleine pulsierende Stadt mit vielen Cafes, Schmuckgeschäften, Boutiquen, Eisdielen und Wirtshäusern. Wir gehen zielstrebig zum Neumarkt mit Plantanen-Allee und lassen uns in einem Cafe nieder und genießen das herrliche Flair bei einem Radler. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung zum Bahnhof.

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 13,3 km

Gehzeit: 3,30 Stunden

Ausgangspunkt: Bahnhof Villmar

Endpunkt: Bahnhof Limburg

Highlights:

 

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