Weite Blicke über das größte Maar der Vulkaneifel zum Kloster Maria Laach und den Krufter Waldsee, herrliche Wiesen, rauschende Wälder, einzigartige Einblicke in die jüngste vulkanische Vergangenheit und ein (fast) alpiner Anstieg zum „Krufter Ofen“, Panoramablicke zum Siebengebirge, ins Brohltal und die Pellenz, begeistern und beeindrucken auf dieser abwechslungsreichen Wanderung.

IMG_2817Historisch beginnt die Wanderung am Parkplatz beim römischen Tumulus in Nickenich. Der kleine Ort liegt an der „Deutschen Vulkanstraße“ und an der „Straße der Römer“. Zahlreiche Funde weisen daraufhin, dass hier schon vor 2000 Jahren Kelten und Römer gesiedelt haben. Bloß hundert Meter vom Parkplatz entfernt (Zufahrt Schießanlage) befindet sich der Einstieg zum Traumpfad Pellenzer Seepfad. Den Landschaftsweiher „Sauren Wiese“ lassen wir links liegen und folgen einem Waldpfad geradeaus. Nur wenige Meter weiter öffnet sich links ein kleines Tal, wir wandern weiter bis zu einer Weggabelung am Waldrand, gehen nach links, passieren eine Wiese, wandern durch herrlichen lichten Baumbestand bis wir nach etwa 500 Meter auf einen Querweg treffen. Wir folgen dem Wegweiser nach rechts in Richtung „Eppelsberg“.

IMG_2915Über einen breiten Weg erreichen wir bald die nächste Wegkreuzung, wir halten uns links und treffen nach kurzer Zeit am Waldrand auf die ersten Spuren – gefärbte Bimsfragmente, die der Laacher Seevulkan vor etwa 13 000 Jahren ausgespuckt hat. An der folgenden Weggabelung wenden wir uns nach links, passieren eine Bank, wandern durch ein kleines Waldstück aufwärts zu einer Kuppe, von der wir die ersten schönen Ausblicke auf Nickenich haben. Rechter Hand erhebt sich eine grandiose Wand aus farbigen Ascheschichten, die auf eindrucksvoll  Art von der Vulkanvergangenheit der Region erzählt. Noch beeindruckt von der schönen Aussicht und den geologischen Zeugnissen wandern wir weiter und erklimmen noch einige Höhenmeter.

IMG_2825Der Weg windet sich nun durch jungen Wald, die folgenden Abzweigungen ignorieren wir und folgen dem Traumpfad weiter. Nach kurzer Zeit machen wir einen Abstecher, bevor der Traumpfad an einer Wegverzweigung nach links auf einen Pfad abbiegt, folgen wir dem oberen Wirtschaftsweg etwa 100 Meter zur Herrmann- Hütte, von der wir einen großartigen Panoramablick über die Pellenz genießen. Nach einer kleinen Rast kehren wir zum Pfad zurück und gelangen nach einem kurzen Wegestück zu einem breiten Wirtschaftsweg. Diesem folgen wir nach rechts, steigen ein kurzes Stück abwärts und treffen später an einer großen Kreuzung auf die „Barbara-Bank“, wandern geradeaus und erreichen die Abbauhalde am Eppelsberg. Der Eppelsberg ist ein typischer Schlackenkegelvulkan der vor ungefähr 230.000 Jahren aktiv war. Heute kann man durch den modernen Abbau an der mehr als 60 m hohen Wand den Abbau eines Schlackenkegels mit seinen Schichten sehen. Bevor wir weiter wandern, machen wir vor der nächsten Abzweigung, in Richtung Krufter Waldsee, einen Abstecher zu einer Aussichtsplattform, von der wir einen großartigen Blick auf den Steinbruch werfen können.

IMG_2856Nun geht es moderat ansteigend durch eine Baumallee im Wald. Auf dem Wegabschnitt zwischen Eppelsberg und dem Waldsee, kommt der kunstinteressierte Wanderer auf seine Kosten, 9 Holzskulpturen laden zur Kunstausstellung mitten im Wald ein. Nach einigen Richtungswechseln genießen wir den Weiterweg durch herrlichen Laubwald, passieren wenig später ein Steinkreuz abseits vom Wegesrand und erreichen an einer Waldlichtung einen Rastplatz. Nach einer kleinen Pause wandern wir weiter und biegen zum Waldsee ab. Hier kann man sich im Sommer dem kühlen Badespaß hingeben. Wir gehen links am Zaun entlang und können ab und zu durch die Bäume einige Blicke auf den See erhaschen, bevor wir vom See nach links abbiegen und bei der nächsten Gelegenheit rechts durch herrlichen Jungwald weiter wandern. Bald darauf erreichen wir eine Wiese, von der wir einen Blick auf den „Krufter Ofen“ werfen können, unserem nächsten Ziel.

IMG_2839Wir wandern leicht bergan und können an der nächsten Weggabelung einen Blick auf die gegenüberliegende Aschenwand werfen, bevor wir durch herrlichen Mischwald weiter aufwärts wandern. Nun ahnen wir schon was auf uns zu kommt, wir biegen nach links ab und wandern bergauf bis zu einem Forstweg, der uns durch Buchenwald führt. Nach etwa 140 Meter biegen wir in einer Spitzkehre nach links ab und steigen weiter aufwärts zu den aufragenden Felsen. Nun wird es richtig ernst, jetzt ist Kondition gefragt. Nun geht es auf einem sehr engen, steilen Pfad hinauf zur „Teufelskanzel“, schwindelfrei und trittsicher sollte man auf dieser Passage schon sein.  Zum Glück, gibt es für nicht trittsichere Wanderer eine ausgeschilderte Alternative, die weniger steil verläuft. Von der Teufelskanzel genießen wir grandiose Ausblicke auf den Waldsee, Kruft und bei besonders gutem Wetter, blickt man bis zum Neuwieder Becken.

IMG_2864Nach einer kurzen Verschnaufpause wandern wir nach links weiter auf einem Höhenweg, passieren eine weiteren Aussichtspunkt auf Kruft und Umgebung und erreichen eine Abzweigung, wir gehen nach rechts und steigen über einen schmalen Weg zur Schutzhütte „Am Krufter Ofen“ aufwärts. Hier legen wir noch einmal eine kleine Pause ein und wandern unter hohen Buchen weiter bis zu einer Spitzkehre. An dieser biegen wir auf einen links abbiegenden Weg ab und treffen in der folgenden Kurve auf einen herrlichen Aussichtspunkt, mit herrlichem Panoramablick. In einem leichten Auf und Ab wandern wir nun durch Hochwald bis wir auf einen asphaltierten Forstweg treffen. An diesem biegen wir links ab und erreichen nach etwa einem Kilometer freies Feld und nur wenige Meter weiter den ersten Blick auf das Kloster Maria Laach.

IMG_2879Die Landschaft ändert sich nun und unsere Blicke schweifen über offene Felder. An einer Wegkreuzung wenden wir uns nach rechts und wandern auf einem Asphaltweg zum Waldrand und in Richtung See. Am Waldrand angekommen treffen wir auf den von links kommenden Wanderweg  „Georoute L“.  Nun geht es am Uferwald entlang und wir stoßen auf die Informationstafel der Geowanderweges. Der Traumpfad verläuft nun auf dem breiten Seerundweg oberhalb des Ufers. Doch schon bald bietet sich uns eine Alternative an und wir wechseln auf den unterhalb parallel verlaufenden Seepfad. Nach etwa 600 Meter treffen wir an eine weitere Informationstafel der „Georoute L“, wo wir wieder auf den Traumpfad wechseln können. Wir setzen die Wanderung oberhalb des Ufers fort. Hin und wieder streifen unsere Blicke hinüber zum Kloster Maria Laach, das man unbedingt besichtigen sollte. Nach etwa 1 Km endet der Weg am Laacher See und wir folgen der Markierung nach rechts auf einen schmalen Pfad.

Laacher See – Landschaftsidyll und schlummernder Riese

IMG_2882Die Osteifel ist das jüngste Vulkangebiet in Deutschland. Der gigantische Vulkanausbruch in der jüngsten Erdgeschichte von Mitteleuropa veränderte die Landschaft der Eifel vor ungefähr 13000 Jahren und machte sie zu dem was sie heute ist. Als der Laacher-See-Vulkan ausbrach gab es eine bis zu 40 km hohe Eruptionssäule, dabei stieß er mit Überschallgeschwindigkeit unendliche Lavamengen in den Himmel und bis zu 1000 Grad heiße Glut- und Aschewolken schossen über das Land, bedeckten es und vernichteten dabei alles Leben. Mehrere Wochen lang wurde Bims ausgeschleudert, leichtes poröses Vulkangestein, das die Eifel bis zu 40 Meter bedeckte.  In den Haupterosionsphasen wurden unvorstellbare Mengen von bis zu 500 000 Tonnen an Material pro Sekunde ausgestossen, was ungefähr der Energie von hunderten Hiroshima-Atombomben entspricht. Der Laacher See wird als größtes Maar der Vulkaneifel bezeichnet, obwohl er wissenschaftlich gesehen weder ein Maar noch ein Kratersee ist. Der Laacher See ist eine wassergefüllte Caldera, die nach dem entleeren der Magma-Kammer unterhalb des Vulkankegels durch Einsturz entstanden ist. Sie entstand beim letzten Ausbruch dieses Vulkans im Jahr 10930 v. Chr. Der Laacher See ist mit einer Fläche von 3,3 km² und einem Umfang von etwa 7300 m der Größte in Rheinland-Pfalz. Die Tiefe des Laacher See beträgt etwa 53 Meter.

IMG_2899Nun ist wieder Kondition gefragt. Nur wenig später erklimmen wir im Hochwald den steilen Berg und beim folgenden Querweg können wir nur eine kurze Verschnaufpause einlegen, denn es geht weiterhin steil bergan. Als wir endlich die Wegkreuzung am Höhenrundweg erreicht haben, liegen die Anstrengungen hinter uns und wir können an der Schutzhütte eine verdiente Rast einlegen. Anschließend wandern wir auf breitem Forstweg im Linksbogen durch Jungwald abwärts und erreichen nach einigen Abzweigungen, die wir dank guter Beschilderung problemlos bewältigen, die L 116. Diese queren wir und folgen auf der anderen Straßenseite dem Weg nach links und wandern auf einem Pfad bergauf, bis wir auf einen Wirtschaftsweg treffen. Der von links kommende Weg verbindet den Parkplatz Keller Kreuz mit dem Pellenzer Seepfad. Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt entstand ein „Keltischer Baumkreis“, der uns Zugang zum keltischen Wissen über die faszinierende Welt der Bäume gibt. Die Kelten sagten den Bäumen verschiedene Eigenschaften nach und teilten das Jahr in Zeitphasen.

IMG_2903Den Menschen wurden je nach Geburtstag die entsprechenden Baumeigenschaften zugeordnet. Auf den Tafeln im Baumkreis findet man weitere Informationen. Der Traumpfad setzt sich nun am Abzweig des Zuwegs rechts weiter fort und als wir aus dem Wald auftauchen setzt sich der Weg an Hecken weiter fort. Als diese zurück weichen geben sie herrliche Blicke frei, beim passieren der Ruine der ehemaligen „Heimschule“ bietet sich uns ein großartiges Panorama bis zum Siebengebirge. Weiter geht es über offene Felder, erst am Waldrand biegen wir nach links ab und tauchen mit einem Rechtsschwenk wieder in den Wald ein. Später lädt eine idyllische gelegene Schutzhütte uns zu Rast ein. Anschließend setzen wir die Wanderung fort, biegen rechts ab und gehen an der folgenden Kreuzung nach rechts und wandern unter Lerchen und links an einem Ginsterfeld entlang. Wir nähern uns nun der Nordseite des „Nickerichen Hummerich“ und nach einem kurzen Anstieg treffen wir auf eine freie Haldenfläche, von der man einen Blick bis zum Drachenfels im Rheintal hat.

IMG_2913Nach einer stillen Waldpassage auf breiten Weg weichen die Bäume rechter Hand langsam zurück und wir erreichen den „Pellenzer Blick“, mit einem grandiosen Panorama über die Vulkankuppen um Kruft und Plaidt. Von hier wandern wir am Steinbruchareal abwärts und folgen dem Weg am Wald entlang nach rechts  und treffen etwas später am Ortsrand von Nickenich ein. An der kleinen Kapelle gehen wir nach rechts auf einen Feldweg und wandern am Neubaugebiet entlang wieder zurück ins freie Feld. Mitten im Feld biegen wir nach links zum Wald ab und wandern auf einem breiten Forstweg oberhalb eines Hundeübungsplatzes talwärts zur L 116. Nun geht es links auf einem Fußweg bis zu einer Verkehrsinsel (Höhe Sportplatz), queren die Straße und biegen nach rechts auf einen Pfad ab, der kurz darauf auf einem Waldweg mündet. Nun steigen wir zum Schützenhaus aufwärts und folgen der Zufahrtstraße abwärts zum Startpunkt des Traumpfades und weiter zum Parkplatz.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 16,4 km

Gehzeit: 4,30 Stunden

Startpunkt: Nickenich, Parkplatz am Tumulus, Laacher Straße

ÖPNV:

  • Regionalbahn Trier nach Koblenz, Umsteigen nach Brohl, mit ALT 810 nach Nickenich,
  • oder mit der Bahn bis Andernach, Linie 310, verkehrt täglich, nach Maria-Laach

Sehenswertes Nickenich:

  • Pellenz Museum
  • Tumulus und Römisches Stelengrabmal
  • Laacher See und Kloster Maria Laach

Umgebung:

  • Lavadome Mendig, 7 km
  • Kaltwasser-Geysir Andernach, 7 km
  • Römerbergwerk Meurin, Kretz 3 km
  • Geo- und Vulkanpark Plaidt
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