Auf der „Traumschleife Kappleifelsentour“ des Saar-Hunsrück-Steigs rund um Laufersweiler zwischen Idarwald und Mosel findet man sie noch, die menschenleeren, stillen idyllischen Plätze mit endlosen Weiten, saftigen Wiesen, plätschernden Bächen, traumhaften Panoramen und schattigen Wälder, wo man Entschleunigen und den Alltagsstress vergessen kann.

IMG_8984Wir beginnen die Wanderung in Laufersweiler zu Füßen des Idarkopfes. Am alten Rathaus aus dem 17. Jahrhundert das mit seinem rötlichen Fachwerk ins Auge sticht folgen wir dem Wegweiser „Kappleifelsen“ nach rechts und passieren die Katholische Pfarrkirche St. Laurentius. Nur wenige Schritte von dieser liegt die „Alte Synagoge“, die 1911 vollendet und eingeweiht wurde und deren Elemente vom maurischen Stil geprägt sind. Bevor wir die Wanderung fortsetzen besuchen wir die Synagoge, die heute ein Museum für jüdische Geschichte beherbergt. Gegenüber der Katholischen Kirche folgen wir einen Wiesenweg entlang von Gärten mit altem Obstbaumbestand. Auf diesem Wegstück  „Weg der Erinnerungen“ wird auf 10 Infotafeln das jüdische Landleben in Laufersweiler dargestellt. Am Ortsrand am Ende der Straße „Kelebann“ passieren wir eine mächtige, 350 Jahre alte Traubeneiche mit Bank, ihr gegenüber liegt der jüdische Friedhof aus dem 19. Jahrhundert.

IMG_9026Nun wandern wir auf einem Wiesenweg entlang des „Lyrik-Pfads“, der aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Synagoge in Laufersweiler  errichtet wurde. Auf den Bildtafeln befinden sich Gedichte von jüdischen Lyrikerinnen und Lyriker, von Erich Fried, Mascha Kalèko und vielen anderen, mit Bild und Zeichnung. Wir erreichen eine Anhöhe und genießen die herrliche Aussicht auf den Idarkopf und die sanften grünen Hügel die sich malerisch in die Landschaft einbetten. Wir wandern weiter entlang einer Pferdekoppel durch eine herrlich blühende Wiesenlandschaft hinunter in das „Hirschbachtal“ und erreichen einen wunderschönen Rastplatz. Wir folgen dem Hirschbach eine Weile, der sich in der Weite blühender Wiesen zu verlieren scheint.

IMG_9064Nach einer Rechtskurve wandern wir auf einem Wiesenweg etwa 200 Meter leicht aufwärts, biegen nach links ab und passieren ein Schafgehege mit „Skudden“, einer sehr alten und ursprünglichen Schafrasse, die  auch als „Heidschnucke der Masuren“ bezeichnet wird. An einer roten Bank biegen wir nach links ab und erreichen die Wacholder Weiden, die über Jahrhunderte hinweg dem Fang von Wacholderdrosseln dienten, die zur damaligen Zeit eine Delikatesse waren. Bevor wir in den Wald abtauchen genießen wir noch einmal den wunderschönen Ausblick auf das Hirschbachtal. Am Ende des Geheges treffen wir auf einen befestigten Wirtschaftsweg, gehen nach links, wander etwa 300 Meter durch den Wald und biegen nach links auf einen schmalen Pfad ab, der sich zwischen Buchenstämmen hindurch windet und erreichen einen Forstweg. Diesem folgen wir nach links und erreichen eine Windwurffläche.

IMG_9106Links taucht erstmals auf einem Wegschild der Namensgeber dieses Wanderweges auf, die Kappleifelsen. Nun steigen wir hinunter in das „Idarbachtal“ und queren gegenüber der Retzenmühle den Hirschbach, der hier in den Idarbach mündet. Nun folgen wir einem kleinen Wiesental bergauf und biegen bald darauf nach rechts ab und gelangen über einen schmalen und steilen Pfad zum „Kappleifelsen“ mit Sinnenbank. Von hier genießen wir den herrlichen Blick  auf den über 700 Meter hohen Idarkopf mit seinem Idarkopfturm, der in dem gleißenden Sonnenlicht nur schemenhaft zu erkennen war.

IMG_9080Von diesem herrlichen Platz können wir uns nur schwer losreisen und wandern durch Wald steil abwärts ins Idarbachtal und treffen auf eine asphaltierte Straße, rechts geht es zur gemeindeeigenen Grillhütte, wir wandern aber geradeaus über Wald- und Wiesenwege weiter bergan und erreichen nach einer Rechtskurve einen wunderschönen Aussichtspunkt mit Sinnenbank, die uns wieder zum Verweilen einlädt. Von hier wandern wir weiter durch herrlichen schattigen Wald und erreichen auf einer Anhöhe wieder offenes Gelände. Nun geht es vorbei an Wiesen und goldgeleben Weizenfeldern taleinwärts mit Blick auf St. Laurentius zur nächsten Sinnenbank. Nach einer kurzen Rast und mit herrlichen Blick auf Laufersweiler folgen wir dem Wieseweg bis zum Ort. Wer will kann hier am „Gasthof zum Idartal“ einkehren und diese wunderschöne Tour Revue passieren lassen.

Tipps:

  • Kräuterwanderung um die Laufersweiler Wacholderheide, mit Deutschlands bekanntester Almhirtin Ute Braun: www.utebraun.de
  • Führung Alte Synagoge Laufersweiler, Museum für jüdische Geschichte
  • Führung auf dem „Weg der Erinnerungen“  und auf dem „Lyrik-Pfad“
  • Führung Biotop, Skuddengehege, Telefon: 06543/2106

Alte Synagoge – Gelebtes Leben – Geraubtes Leben

IMG_8991Die Synagoge wurde in der Pogromnacht am 10. November 1938 geschändet, das Gebäude selbst blieb aber erhalten. 1955 erwarb die Ortsgemeinde das Anwesen und nahm bauliche Veränderungen vor und in den Jahren 1986 bis 1987 wurde es umfangreich renoviert. In der ehemaligen Thora-Nische erinnert ain aus drei Teilen bestehendes Bronzerelief an die 25 jüdischen Mitbürger aus Laufersweiler, die in den Konzentrationslagern des Ostens ermordet wurden. Im Erdgeschoss befindet sich eine umfangreiche Dauerausstellung zur Geschichte der Juden in Laufersweiler und der Umgebung. Die Synagoge besteht aus einem zweigeschossigen Bau und ruht auf einem Sockel von gebrochenen Sandsteinquadern. Die Fenster und das Portal sind mit schlichten Sandsteingewänden ausgebildet.
IMG_8994Um das Andenken an die 25 jüdischen Mitbürger zu bewahren, wurde im Rahmen der jüdischen Wochen 2008 ein Erinnerungsort in Form von 25 schwarzen Stelen auf dem Synagogengrundstück der Öffentlichkeit übergeben. Ein besonderes Erlebnis in der französischen Zeit war der schwere Raubüberfall der Schinderhannesbande in Laufersweiler in der Nacht vom 15. April 1801. Opfer wurde der Jude Isaac Moyses, der zur Zeit des Überfalls zusammen mit seiner Ehefrau und den sechs Kindern gegenüber der Katholischen Kirche wohnte. Mit einem Bauholz brachen die Diebe die Tür gewaltsam auf, plünderten die Warenbestände und das Geld im Haus. Draufhin wurde Johann Bückler „Schinderhannes“ genannt, 1803 in Mainz angeklgat und anschließend hingerichtet.

 

Schwierigkeitsgrad: leicht

Wegstrecke: 8,03 Km

Gehzeit: 2,40 Stunden

GPS-Track: herunterladen

Ausgangs-/Endpunkt: Altes Rathaus Laufersweiler

Parken: Parkplatz am Alten Rathaus, Ortsanfang

ÖPNV: nur schwer möglich

PKW:

B50 Abfahrt L 182 nach Büschenbeuren-Laufersweiler-Rhaunen

Sehenswertes:

  • Jüdische Synagoge, mit Museum
  • Pfarrkirche St. Laurentius
  • Jüdischer Friedhof
  • Wacholderheide

Einkehrmöglichkeit:

Gasthof zum Idartal, Unterdor 35, Laufsweiler, direkt am Weg

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