Hunsrück/Nahe

Traumschleife “Mittelalterpfad” – Hunsrückidylle und mittelalterliches Ambiente

Das malerische Kleinod Herrstein im Hunsrück, mit seinen Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, ist Ausgangspunkt für diesen wunderschönen Wanderweg. Die knapp 9 Km lange Traumschleife „Mittelalterpfad“ bietet alles was eine abwechslungsreiche Wanderung ausmacht. Auf naturnahen Pfaden wandert man durch herrliche Wälder, durch offene Landschaft, an Felsen entlang und zu herrlichen Aussichtsplätzen mit wunderschönen Ausblicken auf die sanfte, wellige Hunsrücklandschaft. Bereits beim Start begibt man sich im „historischen Ortskern“ von Herrstein auf eine Zeitreise, vom Diesseits ins Mittelalter, als sei die Zeit stehen geblieben.

IMG_3030Nirgendwo sonst hat sich ein mittelalterliches Fachwerk-Ensemble so gut erhalten wie in Herrstein. Das malerische Kleinod mit seinen engen, verwinkelten Gassen verzaubert und vermittelt dem Besucher eine Atmosphäre von Harmonie und mittelalterlicher Lebensweise. Über 50 wunderschöne, restaurierte Fachwerkhäuser laden zu einem Bummel ein, bei dem es viel zu sehen und zu entdecken gibt. Nur schwer können wir uns von dem mittelalterlichen Ambiente trennen, schnüren unseren Rucksack und gehen los. Am Parkplatz „Bachweg“ beginnen wir unseren Zeitreise ins Mittelalter. Wir durchschreiten das hölzerne Portal der Traumschleife und gelangen entlang der alten Stadtmauer über das „Oberwörresbacher Kirchenpförtchen“ in den historischen Ortskern von Herrstein.

IMG_3037Mit wenigen Schritten tauchen wir in eine längst vergangene Zeit ein. Wir treffen auf den “Hankelbrunnen” mit seinen Figuren und gehen durch die tunnelartige Fachwerk-Passage der Stadtbefestigung zum spätgotischen Uhrturm, dem Wahrzeichen von Herrstein. Von hier schlendern wir durch die gleichnamige Gasse zum Schlossweg und zum Rathausplatz, über dem sich der Schinderhannesturm erhebt. Hier ist der Besucher der Schinderhannes-Legende ganz nah. Über einen Wehrgang erreicht man den Turm, der für eine Nacht dem  Räuberhauptmann als Gefängnis diente. Und immer begleiten uns die prächtigen Fachwerkhäuser die sich uns mal im gotischen, mal im barocken Stil darbieten. Über einen Treppenaufgang erreichen wir den Vorplatz der Schlosskirche, von hier schweift unser Blick über das malerische Herrstein.

IMG_3127Nach dem Glockenturm wandern wir durch den Kirchwald bergauf, den wir nach kurzer Zeit wieder verlassen und blicken auf eine wunderschöne sanft geschwungene Hunsrücklandschaft. Wir queren eine Wiese und wandern am Wald entlang, mit freiem Blick in die Landschaft. Am Ende des Waldes  gehen wir nach links und wandern leicht aufwärts durch freies Feld, bis uns ein kurzer Anstieg zu einer Sinnenbank führt, die uns zum verweilen einlädt und von der wir eine traumhafte Aussicht genießen. Anschließend wandern wir weiter und treffen auf die Römerstraße, die wir aber nach wenigen Metern wieder verlassen. Nun wandern wir durch herrliche, gelbblühende Rapsfelder mit einzigartigen Panoramablicken in die weite Landschaft.

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IMG_3162Immer wieder treffen wir auf Infotafel die einen Bezug zum Mittelalter herstellen. An einer Kreuzung halten wir uns links und wandern talwärts zu einer Bank mit Wegweiser. Von hier geht es ein kurzes Stück am Wald entlang bevor wir im lichten Wald verschwinden. Nach dem wir eine Kuppe überschritten haben bringt uns ein Weg zur K 29, diese queren wir und wechseln auf der anderen Seite auf einen Pfad. Dieser bringt uns zum Hosenbach, den wir über einen Steg queren und wechseln auf einen schönen Wiesenpfad. Nach dem wir den Wiesengrund durchwandert haben, gehen wir Richtung Waldrand, wo wir auf eine Infotafel treffen. Diese weist daraufhin das, das wahrscheinlich im kleinen Örtchen Niederhosenbach die Heilige Hildegard von Bingen geboren sein soll. Wir biegen nach links ab und wandern durch das Hosenbachtal, bis wir auf einen aufsteigenden Pfad abbiegen und wir den grauen Quarzit der „Rabenkanzel“ erblicken, eine steilabfallende, 800 m² große Felsformation.

IMG_3170Nach einem Rastplatz steigen wir über einen steilen Serpentinenpfad aufwärts zum Naturdenkmal Rabenkanzel, den wir genauer in Augenschein nehmen. Wenig später passieren wir eine Kirche und gelangen wieder zum Waldrand, wo sich uns wieder schöne Aussichten darbieten. Am Rastplatz machen wir eine kleine Pause bevor wir den Hosenbach erneut queren. Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir eine weitere Sinnenbank mit Blick Richtung Breitenthal. Über freie Flur erreichen wir wieder die K 29, queren diese und wandern auf einem Weg aufwärts weiter und können wieder die grandiosen Natur des Hunsrücks und die phantastischen Ausblicke genießen. Abermals treffen wir auf eine Sinnenbank und auf das Naturdenkmal „Jammereiche“, deren Geschichte eine Tafel verkündet.

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IMG_3245Von hier wandern wir zum Wald, wechseln auf einen Pfad, wandern durch ein kleines Wäldchen und wandern auf einem Wiesenweg weiter. Nach dem wir eine Anhöhe gemeistert haben, wander wir durch endlose Felder bis zu einem herrlichen Aussichtspunkt, mit einem 360 Grad Rundblick. Von hier blicken wir auf 17 Ortschaften und die Höhenzüge einer einzigartigen Mittelgebirgslandschaft. Auf einem Feldweg wandern wir weiter und wechseln wenig später auf einen Pfad, der uns abwärts in Richtung Aussichtsturm führt. An einer Lichtung mit Rastbänken, legen wir die Rucksäcke ab und erklimmen den Turm, von dem wir eine herrliche Aussicht in die Umgebung und auf das Fischbachtal genießen. Anschließen geht es über einen Pfad abwärts zu einer Sinnenbank, mit herrlichem Blick auf Herrstein.

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An Ginster und Felsklippen entlang wandern wir talwärts bis zur Hauptstraße in Herrstein. Durch den Mühlenweg erreichen wir den Fischbach und biegen vor diesem nach links ab und gelangen auf einem Fußweg zurück zum Ausgangspunkt der Traumschleife. Hier endet die Wanderung nach 8,6 Kilometer auf Deutschlands schönstem Wanderweg 2010. Im Cafe „Zehntscheune“ lassen wir den herrlichen Wandertag im rustikalen Ambiente, mit Spezialitäten der Region, ausklingen.

Herrstein – Malerisches Kleinod im Hunsrück

IMG_3061Der malerische Ort Herrstein liegt im Hunsrück, südlich des Idarwaldes und ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Die Burg Herrstein wurde erstmals um 1279 urkundlich erwähnt. Der Ort wie auch die Burg gehörten zur Grafschaft Sponheim und wurden vom benachbarten Ort Niederwörresbach aus verwaltet. Im Jahr 1428 bekam Herrstein die Stadt- und Marktrechte verliehen, die 1792 durch die Besetzung der napoleonischen Truppen wieder verloren gingen. Die Stadtmauer wurde  zum großen Teil niedergerissen und der Ort konnte sich um den heutigen Ortskern weiter entwickeln. Bereits im 15. Jahrhundert war Herrstein ein blühendes Handwerker- und Handelsstädtchen. In den Jahren von 1974 bis 1984 wurde der Ortskern in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege beispielhaft restauriert und erhielt dafür den begehrten „Europa Nostra Preis“.

IMG_30481988 beschloss die Gemeinde von Herrstein neben den zwei bestehenden traditionellen Märkten noch einen weiteren Markt abzuhalten. Dieser sollte dem malerischen Flair des historischen Ortskerns gerecht werden, das war die Geburtsstunde des „Schinderhannes-Räuberfestes“, das an jedem 2. Wochenende im September stattfindet und weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt ist. Mehr als über 100 Künstler-Handwerker zeigen ihr Handwerk und bieten ihre Waren an. Dazu verbreiten 2 Tage lang Possenreißer, Gaukler und Feuerkünstler mit Gesang und allerlei Kunststücken gute Laune. Der Höhepunkt des Festes bildet das Feuerspektakel auf dem Marktplatz.

Weitere Informationen: Herrstein, Künstler- und Handwerker Dorf Herrstein

 

 

Schwierigkeitsgrad: leicht

Wegstrecke: 8,6 Km

Gehzeit: 2 – 3 Stunden

PKW:

  • Vom Nahetal, B 41, von Fischbach aus über die L 160 nach Herrstein.
  • Von Tiefenstein, B 422, über die L 175 bis Herrstein.

Einkehr:

  • Café, Restaurant, Pension „Zehntscheune“, Herrstein, Tel.: 06785-1658
  • Turnhallengaststätte, Herrstein, Tel.: 06785-997780
  • „Side“, Herrstein, Tel.: 06785-999858

Führungen:
Vom 01.05. bis 31.10. donnerstags um 16.30 Uhr und samstags um 14.30 Uhr ab Uhrturm, keine Anmeldung erforderlich, Führungen für Gruppen sind ganzjährig und zu jeder Zeit nach Vereinbarung möglich.

Veranstaltungen:

  • Schinderhannes-Räuberfest, an jedem 2. Wochenende im September
  • Scheunenfest, 1. Wochenende im Juli
  • Martinimarkt, 1. Novemberwochenende
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