Traumschleife Rheingold – Ein Fest für die Augen

Die Traumschleife Rheingold führt auf abwechslungsreichen Wegen in einem ständigen Auf und Ab über aussichtsreiche Höhen mit herrlichen Panoramablicken auf das Rheintal.  Der Weg verläuft durch alte steile Weinberge, über felsige Grate, durch Wald und idyllische Bachtäler und immer wird der Wanderer für seine Anstrengungen mit wunderschönen Aussichten belohnt.

IMG_6945Wir beginnen die Wanderung am Bahnhof in Hirzenach, einem über tausendjährigen kleinen Weinort, das an den steilen Hängen des rheinischen Schiefgebirges liegt. Vom Bahnhof wenden wir uns nach rechts und biegen nach etwa 250 Meter nach links in die Kirchstraße ein und folgen der Straße zum Ortsausgang. Wir laufen an der Straße entlang und biegen nach der zweiten Kehre links in einen Waldweg ein und folgen dem Wegweiser zur „Europakuppel“ mit Schutzhütte, die wir nach wenigen Minuten erreichen und von der man einen wunderschönen Blick auf den Rhein und die Probstei hat. Eine Verkehrsverbindung von Hirzenach nach Holzfeld war zur damaligen Zeit nur über Pfade möglich. Daher wurde in den Jahren 1925 bis 1926 ein Weg in mühevoller Handarbeit hergerichtet um die Weinberge besser bewirtschaften und auch mit Fuhrwerken befahrbar zu machen. Dafür musste an dem heutigen Standort der Europakuppel ein Felsriegel durchbrochen werden.

IMG_6952Von hier wandern wir weiter zu nächst auf breiten Weg der später in einen schmalen Pfad übergeht und erreichen über den Aussichtspunkt „Elberheide“ über einen leicht ansteigenden Weg durch Wald  den „Wilpertskopf“  und „Wingertsberg“ von denen man  wunderschöner Blicke auf das wildromantische Rheintal, die Burg Maus, Liebenstein und Sterrenberg hat. Der Weg führt nun weiter an Wiesen und später an Häusern vorbei und wir wandern durch offene Flur zum Aussichtspunkt „Kalkofen“ mit Rastbank. Hier wurde bereits im 17. Jahrhundert Kalk gebrannt, das als Bindemittel für Mörtel verwendet wurde. Als Grundstoff wurde der kalkhaltige Lehm verwandt, der im südlichen Teil des „Tempusbachtales“ reichlich vorkam. Die Lehmablagerungen auf den Terrassen des Rheintales entstanden während der Eiszeit. In dieser Zeit führte der Rhein kaum Wasser und der Permafrost pulverisierte den kalkhaltigen Schotter.

IMG_6996Wir wander weiter über Wiesen und in einem ständigen Auf und Ab durch Wald zum Aussichtspunkt „Edgar-Reitz-Blick“, mit herrlichen Aussichten über die Rheinhöhen. Hier wurde die berühmte Mittelrheinszene der Fernsehserie „Heimat“  von Edgar Reitz gedreht. Von hier hat man einen herrlichen Rundumblick auf das Engtal des Rheins und die 531 Meter hohe Fleckertshöhe. Von hier wandern wir weiter durch eine herrliche Flurlandschaft und weiter durch Wald zum Aussichtspunkt „Keltenringwall“ der uns wieder einen schönen Blick auf den Rhein gewährt. An dieser Stelle befand sich zur damaligen Zeit der westliche Teil der keltischen Höhensiedlung, die durch einen 10 Meter hohen und 100 Meter langen Absperrriegel gesichert wurde. Der zwei Meter tiefe Graben der heute noch gut erkennbar ist wurde zur Sicherung des Wallrings vorgelagert. Das gesamte Areal der Höhensiedlung erstreckte sich auf etwa 40 Hektar.

IMG_7021Von hier steigen wir steil hinunter auf schmalen Pfaden zu einer Schutzhütte, gehen nach links und wandern weiter in einem stetigen Auf und Ab zum nächsten Aussichtspunkt „Weiler Mühle und Eselspfad“, mit Sinnenbank. Hier befand sich einst die nordwestliche Begrenzung der keltischen Höhensiedlung, die durch die steilabfallende Hangkante zum Weilerbach führt,  die zusätzlich eine schwer überwindbare Barriere war. Der zum Weilerbach gehörende Eselspfad war mit Sicherheit bereits zur keltischen Zeit vorhanden und mit einem Tor gesichert. Von der Felskante hat man einen sehr schönen Blick über das bewaldete Bachtal und zur Weiler Mühle. Nun wandern wir steil hinunter und wieder bergauf und erreichen eine Plateauterrasse  und den Aussichtspinkt „Ginsterstück“ zwischen dem Engtal des Rheins und dem Weilerbach gelegen, dessen offizielle Flurbezeichnung den Namen „Niederwald“ trägt und man einen herrlichen Blick auf das Rheintal hat.

IMG_7029Nun wandern wir steil hinunter zur „Ploweslay“ auch blauer Felsen genannt, von dem man wieder herrliche Weitblicke auf Rhein und auf Hirzenach hat. Weiter geht es zum nächsten Aussichtspunkt „Niederwald“. Von hier hat man atemberaubende Ausblicke auf die Rheinhöhen und das Engtal des Rheins. Wenn man auf dem Felsvorsprung des Aussichtspunktes steht kann man sehr gut nachvollziehen wie zu Beginn des 19. Jahrhundert sich die Philosophie der Rheinromantik entwickelt hat. Entscheiden dazu haben die Dichter Heinrich Heine, Clemens von Brentano und der Maler William Turner beigetragen. Nun geht es auf schmalen Pfaden durch herrlichen Wald weiter zum Aussichtspunkt „Bocksberg“, hier treffen der Rheinburgenweg und die Traumschleife wieder aufeinander. Weiter geht es zum Aussichtspunkt „ Historische Weinlage Probsteiberg“, sie ist eine im „Padelsbachtal“ südlich ausgerichteet Weinbergslage, die ihren Namen von der Probstei in Hirzenach verdankt. Von hier geht es nun sehr steil hinunter zur Europakuppel und auf bekannten Weg zurück zum Bahnhof unserem Ausgangspunkt dieser phantastischen Wanderung.

Probstei Hirzenach und Pfarrkirche St. Bartholomäus

IMG_7069Der Probsteigarten stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist einer der wenigen Anlagen die im linksrheinischen Rheinland-Pfalz erhalten ist. Er ist terrassenförmig  und in einer Rechteckform angelegt und durch winklig angeordnete Wege durchzogen. In der Mitte des Gartens befindet sich ein kleines Rondell mit einer Brunnenanlage. Die Villa Brosius (ehemalige Pfarrkirche St. Bartholmäus) ist das älteste Bauwerk des Hirzenacher Ensembles und wurde in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts als Pfarrkirche errichtet. Nach dem jahr 1803 wurde die heutige Probsteikirche Pfarrkirche und wird seit Ende des 18. Jahrjunderts als Wohngebäude genutzt. Mit dem Bau der Pfarrkirche St. Bartholomäus, ehemalige Probsteikirche St. Maria und Johannes Evangelist, wurde nach der Gründung der Siegburger Probstei Hirzenach um 1109 begonnen. Es handelt sich um eine flachgedeckte, dreischiffige Pfeilerbasilika mit Querhaus und Vierung (Haupt- und Querschiff). Im 13. Jahrhundert wurde ein neues Hauptportal mit Paradies angelegt und der romanische Chor durch einen neuen ersetzt und neben der Kirchen in Trier und Marburg zu den frühesten gotischen Bauwerken gehört. Das Pfarrhaus, ehemaliges Probsteigebäude, wurde 1716 fertiggestellt und auf einem älteren Sockelsgestell errichtet.

Anmerkung: Die gesamte Wanderstrecke ist durchgehend sehr gut markiert!

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wegstrecke: 12 Kilometer

Gehzeit: 4 Stunden

Ausgangspunkt: Bahnhof Hirzenach

Endpunkt: Bahnhof Hirzenach

Auf-/Abstiege: 528m/529m

Offizieller Startpunkt:

Wanderparkplatz am Patelsbach, an der Kreuzung der Kreisstraße 114/115, unterhalb der Ortschaft Rheinbay

Startpunkt Hirzenach:

Zuweg vom Bahnhof über Kirchstraße, Abzweigung an der K 115

GPS-Track: herunterladen

Sehenswürdigkeiten:

  • Probstei Hirzenach
  • Probsteigarten
  • Pfarrkirche St. Bartholomäus
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