Bergtouren

Unterwegs auf dem Sentiero del Sole – Aussichtsreiche Wanderung über dem Gardasee

Diese Wanderung führt durch das malerische Zentrum von Limone sul Garda, an wunderschönen Zypressen und alten Zitronenplantagen vorbei, und anschließend auf dem Sentiero del Sole, auf schmalen Bergpfaden unterhalb hoher Felswände am westlichen Ufer des Gardasees entlang. Eine Wanderung mit wunderschönen Aussichten auf den Gardasee.

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Wo der Gardasee sich fast fjordartig verengt, liegt am nördlichen Ufer des Gardasees das kleine malerische Städtchen Limone sul Garda, auch als Perle des Gardasees bezeichnet. Der Name des kleinen Ortes, hat nichts mit den einstmals in großen Mengen gezogenen Zitronenkulturen zu tun, sondern geht zurück auf den lateinischen Ausdruck „limes“, Grenze. Noch heute sieht man an den steilen Hängen des Dosso die Roveri am Uferbereich von Limone zahlreiche Steinmauern und Pfeiler, die sogenannten „Limonaie“, Zitronengärten, die der wunderschönen Landschaft einen ganz besonderen Reiz verleihen. Bereits der große Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, der 1786 auf seiner Italienreise in Limone ankam, vermerkte in seinem Tagebuch: „Wir kamen in Limone vorbei und den an den Berghängen terrassenförmig angelegten Gewächshäusern: ein ergötzlicher Anblick des Reichtums.“

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Wir beginnen unsere Wanderung am nördlichen Ende von Limone, an der autofreien Seepromenade „Lungomare Marconi“, an der kleinen Piazetta Erminia. Hier befindet sich auch die Touristinformation des kleinen Ortes. Wir halten uns links, folgen der Promenade und biegen nach einigen Metern nach rechts in die Via Porta ein. Wir passieren die Piazza Garibaldi, gehen am kleinen Hafenbecken mit bunten Fischerbooten vorbei und gehen unter den schönen Arkaden des Hotels Monte Baldo hindurch. Am Ende der Via Porta gehen wir nach links in die Via Nova, die uns zwischen Mauern ansteigend in Richtung Nordosten schickt. Nach etwa 10 Minuten erreichen wir nach dem Start eine kleine Brücke und überqueren den kleinen Fluss Sè, der irgendwo in den hochaufragenden Felswänden entspringt.

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Hin und wider erhaschen wir zwischen den Gebäuden einen schönen Blick auf den Gardasee. Auf einem Teerweg passieren wir einige Hotels und wandern durch Olivenhaine und erreichen einen kleinen Parkplatz des Hotels Villa Romantica, an dessen Ende ein Kiesweg Richtung See abzweigt. Wir bleiben auf der Via Nova, die am Hotel Locanda Ruscello und einem Olivenhain vorbei führt und erreichen nach etwa 5 Minuten einen kleinen Brunnen. Ein Schild macht uns auf das Ende der Via Nova und den Beginn des Sentiero del Sole aufmerksam. Wir genießen noch einmal den wundervollen Blick auf das mächtige Massiv des Monte Baldo und über die Zacken der Cima Valdritta und die Felswände der Cime di Ventrar bis zu den Bergflanken des Monte Altissimo. Wir folgen dem gepflasterten Weg, queren in einer Kurve einen kleinen Bach und wandern im Schatten zwischen hohen Mauern weiter.

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Nach dem Schild „Via Reamol“ wandern wir unter Felswänden, die mit Metallnetzen gegen Steinschlag schützen sollen und rechts von uns schimmernd und glitzert der See in der Mittagssonne. Nach dem wir Mauern, Zäune und ein Hoteltor passiert haben, wandern wir zwischen Zypressen, Olivenbäumen und Rhododendren leicht aufwärts in nordöstlicher Richtung. Am Ende einer scharfen Linkskurve mündet der Weg in eine kleine Parkbucht an der Gardesana.Wir folgen dem Wegweiser Sentiero del Sole an der Straße entlang nach rechts und queren diese nach etwa hundert Metern. Auf der anderen Seite folgen wir dem Wegweiser einen Pfad bergauf in den Wald hinein. Nach dem wir das kurze Steilstück hinter uns haben biegen wir einige Minuten später in einer scharfen Rechtskurve nach rechts ab und wandern durch einen Mischwald von Kiefern, Pinien und Kastanien.

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Wieder einmal schützen uns Metallnetze vor Steinschlag. Nun steigen wir über Serpentinen aufwärts und erreichen eine breite baumlose Schneise, von dieser haben wir einen herrlichen Blick hinüber zum Monte Baldo. Nach Querung der Schneise wandern wir auf einem Pfad durch Wald, bis dieser sich nach etwa hundert Meter gabelt. Wir gehen nach links, steigen über Serpentinen steil aufwärts und der Duft der Pinien durchströmt die Luft. Am Rand der Erosionsschneise haben wir wieder eine schöne Aussicht auf Limone und den Monte Cas. Auf einer Bank am Wegesrand lassen wir uns nieder und genießen in vollen Züge das herrliche Panorama um uns herum. Nach dem wir weitere Serpentinen gemeistert haben folgen wir dem Weg nach Norden und erreichen an einer Abzweigung erneut eine Gabelung mit zwei Sitzbänken und haben den höchsten und auch schönsten Punkt der Wanderung erreicht.

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Über uns türmen sich Felswände auf, im Süden blicken wir auf die schmucken Häuser von Limone und im Osten auf das Monte Baldo-Massiv, welch ein atemberaubendes Panorama. Gen Norden steigt ein steiler Pfad (122) zum Rochetta-Pass empor, wir aber wandern weiter dem Seeufer entgegen. Nach nur wenigen Minuten erreichen wir die Ruinen eines alten Kalkofens, einer Calchera, eine Hinweistafel klärt uns über die Geschichte der Kalköfen auf. Nur wenige Minuten später passieren wir einen alten Betonbunker und steigen weiter abwärts zu einer Weggabelung. Wir halten uns links und passieren ein Schild „Sentiero del Sole“ mit einem Sonnensymbol. Nach wenigen Minuten biegt der Pfad nach rechts ab und nach einigen steilen Metern bergab gabelt sich abermals der Weg. Wir gehen auf ein Felsplateau zu, das sich über einer Tunneleinfahrt der Gardensa erhebt. Zwei Sitzbänke laden uns wieder zum verweilen ein.

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Der Blick auf das Monte Baldo-Massiv und auf den See ist phantastisch. Die felsen hinter uns sind untertunnelt und dienten im 2. Weltkrieg als Schutzbunker. Obwohl wir nur wenige Meter von der Straße entfernt sind, wirkt dieser wunderschöne Platz irgendwie magisch auf uns. Wir wandern zurück zur Weggabelung und gehen auf die Metallnetze zu und wandern am unteren Rand entlang, passieren einen Hochspannungsleitungen und passieren abermals einen Kalkofen. Nun wandern wir durch einen Olivenhain bis zu einer mächtigen Pinie. Nun steigen wir über Serpentinen aufwärts und erreichen nach etwa 5 Minuten den von uns bekannten Hinweg. Nach etwa 40 Minuten haben wir unseren Ausgangspunkt wieder erreicht.

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Ausgangspunkt: Piazetta Ermenia

Gehzeit:  etwa 3 Stunden

Auf-/Abstiege: 295 m

Sehenswertes:

  • St. Benedetto, Limone
  • Limonaia del Castèl, Zitronengärtnen

 

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