Die Wanderung von Altenahr über das Teufelsloch, die Schrockhütte, den Steinerberg nach Kreuzberg, die Burg Are und den Rotweinwanderweg nach Mayschoß stellt einige konditionelle Anforderungen an den Wanderer. Steile Auf- und Abstiege müssen bewältigt werden und man wird dafür mit einzigartigen Panoramen über das Ahrtal und die Eifel entschädigt.

IMG_4898Es ist noch früh am Morgen als wir uns aufmachen, mit dem Zug nach Altenahr. Durch das Fenster blicken wir in eine graue, dichte Wolkendecke die das Moseltal bis Koblenz umhüllt. Erst in Remagen lösen sie sich langsam auf und in Altenahr empfängt uns ein strahlend blauer Himmel, die Sonne strahlt und wir strahlen mit ihr um die Wette. Ganze Scharen von Tagesausflügler und Wanderer bevölkern die Ahrtalbahn und nach wenigen Minuten wissen wir warum – es ist Weinfest in Altenahr. Wir warten bis sich die Massen aufgelöst haben und starten unsere Wanderung. Vom Bahnhof vor der Brücke gehen wir die Straße links einige hundert Meter aufwärts bis zu einer Bahnschranke. Ein schmaler Felsenpfad auf der linken Seite „Markierung 7/Teufelsloch“, die etwas von einem Schild verdeckt ist, führt durch herrlichen Wald steil aufwärts.

IMG_4901An einer Gabelung steigen wir die letzten Meter hinauf zum Teufelsloch, durch das man einen herrlichen Blick über den östlichen Teil von Altenahr und das Langfigtal hat. „Bereits im 19. Jahrhundert war das Loch in der Felswand eine Attraktion für Touristen. Gerade in der Zeit der Romantik mit ihrem Landschaftsideal und Naturgedanken durfte dieses Naturphänomen in keinem Reiseführer fehlen. In den dreißiger Jahren brachten Erosionskräfte das Loch zum Einsturz und Altenahr war um eine Sehenswürdigkeit ärmer. Also wurde in der Nähe an geeigneter Stelle einfach ein Loch in den Fels gesprengt – also doch kein Teufelswerk. Um das Teufelsloch ranken sich viele Geschichten. Das Teufelsloch soll entstanden sein, weil der Teufel eines Tages mit seiner Großmutter Holz machen war und gerieten darüber in einen großen Streit. Daraufhin schleuderte der Teufel seine Axt aus voller Wut in Richtung Großmutter, die Axt verfehlte ihr Ziel und brach ein riesiges Loch in den Fels.“

IMG_4913Vom Teufelsloch steigen wir wieder hinunter zum Hauptweg und folgen der Markierung „7/AV1“ auf einem schmalen Felsenpfad an der Hangkante entlang durch herrlichen Wald und über Serpentinen steil hinunter zu einer Weggabelung. Hier folgen wir der Markierung (8 und Schrock/Steinerberg) durch Wald und immer steiler werden hinauf zur Schrockhütte die auf einer aussichtsreichen Lage liegt. Hier legen wir eine kleine Rast ein und erholen uns von dem anstrengenden Aufstieg und genießen die herrlichen Ausblicke auf das Ahrtal bis hin zu den Höhen der Eifel mit Blick auf das Radioteleskop Effelsberg. Von der Hütte steigen wir wieder abwärts zum Hauptweg und steigen den Weg links steil aufwärts bis zu einer Weggabelung und folgen auf der gegenüberliegenden Seite dem Schild „Steinerberg“ steil hinauf durch Wald bis zu einer offenen Anhöhe. Von hier wandern wir an einer Wiese vorbei und durch herrlichen Laubwald und genießen die Stille und das Lichtfest der Farben, das von gelbgold bis rostrot reicht.

IMG_4928Bei Wind und klarer Luft, lassen wir unseren Gedanken freien Lauf und genießen mit all unseren Sinnen den Facettenreichtum der Natur. An einer Weggabelung folgen wir dem beschilderten Hinweis „Steinerberg über Wintherhardt“ durch Wald und erreichen einen wunderschönen Rastplatz. Von hier oben haben wir einen wunderschönen Blick über das Ahrgebirge und fühlen uns fast wie in den Vogesen. Nach einer kleinen Rast steigen wir steil hinunter zu einer Wegkreuzung ohne Markierung, wir gehen geradeaus und gelangen in eine offene Wiesenlandschaft. Nach etwa hundert Metern folgen wir dem steinernen Wegweiser „Kreuzberg“ steil hinunter durch Wald zur Hauptstraße. Links von uns thront die Burg Kreuzberg auf einem  kleinen Felskegel hoch über Kreuzberg. Wir überschreiten die Straße und folgen ihr auf der linken Seite für einen Kilometer zum Ort Altenburg. Im Ort führt eine kleine Brücke nach links über die Ahr. Nach der Brücke gehen wir nach rechts und erreichen die St. Maternus-Kapelle, die malerisch auf einem Hügel unterhalb des Teufelslochs steht.

IMG_4930An ihr gehen wir vorbei, überqueren abermals eine Brücke und folgen der Straße nach links für einen Kilometer nach Altenahr. Wir überqueren die Bahngleise und gelangen auf der linken Straßenseite zum Ausgangspunkt zurück. Wir gehen über die Ahrbrücke und wenden uns nach rechts und folgen der Straße am „Hotel zum Schwarzen Kreuz“ vorbei bis zu einer Straßenkreuzung. An dieser wenden wir uns nach links, wechseln zur gegenüberliegenden Straßenseite und gelangen am „Kölnisches Amthaus“  vorbei nach 300 Metern zum Aufstieg zur „Burg Are“. Über Stufen und einen schmalen Pfad gelangen wir leicht bergauf zur Burg. „Sie thront hoch über Altenahr und wurde erstmals  1121 urkundlich erwähnt und um 1100 vom Grafen von Are erbaut. Die Burg gelangte 1205 in den Alleinbesitz der Grafen von Are-Hochstaden. Um 1246 kam die Grafschaft Are und die Burg Are im Rahmen einer Schenkung in den Besitz der Kölner Kirche und wurde Amtssitz des kölnischen Amtes von Altenahr und diente den Erzbischöfen zugleich als Staatsgefängnis. In den Jahren von 1997 bis 1999 wurde die Burg finanziell gesichert und unter Denkmalschutz gestellt“.

IMG_5061Nach Besichtigung der Burg steigen wir ein Stück abwärts und folgen den Wegweiser „Mayschoß“ auf dem Rotweinwanderweg.  Fünf  Kilometer wandern wir durch Weinberge und Wald, mit herrlichen Ausblicken auf Altenahr und den kleinen Ort Mayschoß. Vom Bahnhof treten wir wieder mit dem Zug über Remagen und Koblenz die Heimreise nach Trier an. Wandern an der Ahr ist immer wieder ein wunderschönes Erlebnis.

 

 

Schwierigkeitsgrad:  schwer

Wegstrecke: 17 Kilometer

Gehzeit: 5 Stunden

Anforderungen: gute Kondition

Ausgangspunkt: Bahnhof Altenahr, Endpunkt mit RWW, Mayschoß

Einkehrmöglichkeiten:

  • Altenahr
  • Mayschoß

ÖPNV:

Mit der Bahn von Trier nach Remagen, Ahrtalbahn nach Altenahr

Sehenswürdigkeiten:

  • Burg Are
  • Weinbaumuseum Mayschoß
  • St. Maternus Kapelle

 

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Print Friendly, PDF & Email

Aufrufe: 932