Diese Wanderung führt durch die einsame Kyllburger Waldeifel über das Schloss Malberg zum ehemaligen Kloster St. Thomas. Von hier wandern wir über den Naturerlebnispfad im landschaftlich reizvollen Heilenbachtal zwischen Ueß und Kyll zu den Neidenbacher Wasserfällen.

IMG_0514Es ist ein schöner Septembermorgen als wir von Kyllburg zur Wanderung aufbrechen. Der Wald trägt noch nicht sein allerschönstes Farbenkleid, dafür ist die Luft mild und klar. Trotzdem erfreuen sich unsere Sinne an der facettenreichen Natur. Es ist still geworden auf den Wanderwegen und einsamer als noch vor wenigen Wochen, obwohl erst jetzt die wunderbare Zeit zum Wandern anfängt. Vom Bahnhof in Kyllburg gehen wir die Bahnhofsstraße aufwärts, passieren das Nordportal des Eisenbahntunnels mit seinen schönen Zinnentürmen und erreichen den Marktplatz. Wir überqueren die Straße und folgen der Stiftstraße weiter steil aufwärts und erreichen die Stiftskirche, die Ende des 13. Jahrhundert und zu Beginn des 14. Jahrhundert errichtet wurde. Sie ist vor allem für ihre Renaissance-Fenster und den Kreuzgang bekannt.

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Hinter der Stiftskiche folgen wir der Straße abwärts und biegen nach rechts in die Kastellstraße ab und folgen ihr abwärts bis zu einem Kreisel. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite folgen wir dem Hinweisschild „Marlberg“ auf einem schmalen Pfad zu einer Brücke , wir queren die Kyll und treffen erneut auf eine Brücke, die wir abermals queren und wenden uns an ihrem Ende nach links und wandern an der Kyll entlang. Die Kyll windet sich auf 142 Kilometer quer durch die Eifel, bis zur luxemburgischen Grenze bei Trier und mündet dort in die Mosel. Bis Malberg wandern wir nun an der rauschenden Kyll entlang und erfreuen uns an den herrlichen Wiesen am Wege. Von Kyllburg  bis Malberg und St.Thomas wurde früher der Hopfenanbau sehr intensiv betrieben, denn zu Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war das „Grüne Gold“ sehr begehrt und das Bier wurde quasi über Nacht zum Volksgetränk.

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Wir erreichen die wunderschöne Sandsteinbrücke bei Malberg mit Blick zum barocken „Schloss Malberg“. Wir überqueren die Brücke und erreichen die Tellstraße, passieren den Herrengarten, in dem das Hopfenhäuschen steht und erreichen die Schlossstraße. Dieser folgen wir nun bergauf zum Schloss.  Das Schloss geht auf eine Burg zurück die bereits 1008 erwähnt wurde. Das barocke Schloss thront oberhalb des kleinen Ortes Malberg auf einer Landzunge an der großen Kyllschleife und ist einer italienischen Villa nachempfunden. Das heutige Aussehen des Schlosses geht auf den Kölner Weihbischof, Johann Werner von Veyder, zurück. Er ließ Anfang des 18. Jahrhundert den Vorgängerbau im Renaissancestil umgestalten und erweiterte die Anlage mit mehreren Gebäuden im Barockstil. Durch die Heirat der Erbtochter von Veyder kam das Schloss später in bürgerlichen Besitz und gehört seit 1989 der Verbandsgemeinde Kyllburg. Seit den 90er Jahren lässt die Gemeinde mit dem 1996 gegründeten „Förderverein Schloss Malberg“ die Anlage Instand setzen und restaurieren.

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IMG_0552Vom Schloss gehen wir wieder die Schlossstraße abwärts bis zur Hauptstraße und biegen nach links ab und gehen dem mächtigen Kirchturm von St. Quirin entgegen. Kurz vor der Kirche biegen wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite in die Hillstraße ein und wandern steil bergauf, zunächst an einzelnen Wohnhäusern und dann an Wiesen entlang bis zu einer Rastbank mit Hinweisschildern, hier erholen wir uns kurz von dem anstrengenden Aufstieg und genießen die Landschaft um uns herum. Von hier folgen wir dem Hinweisschild „St. Thomas“ über einen Grasweg in den Wald hinein. Nach etwa 400 Meter biegen wir nach rechts auf einen schmalen Pfad ab, der zunächst leicht und wenig später steil abwärts führt. Wir passieren einen schönen Rastplatz mit zwei Steinkreuzen und wandern weiter abwärts bis zu einem breiten Waldweg. Wir gehen nach rechts und verlassen bald darauf den Wald und wandern an Wiesen vorbei mit einem wunderschönen Blick auf St. Thomas und erreichen nach wenigen Minuten einen Kinderspielplatz. Wir folgen der Straße um den Spielplatz herum und gehen weiter geradeaus und erreichen das Kloster St. Thomas.

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Zisterzienserinnenkloster St. Thomas an der Kyll

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster St. Thomas und heutige Priesterhaus des Bistums Trier, wurde gegen Ende des 12. Jahrhundert zu Ehren des Erzbischofs von Canterbury, Thomas Becket, gegründet und trägt seinen Namen. Thomas Becket war Lordkanzler unter König Heinrich II. von England und wurde nach seiner Ermordung im Jahr 1170 in der Kathedrale von Canterbury durch Papst Alexander III. heiliggesprochen. Kurz nach seiner Heiligsprechung ließ im Jahr 1173 der Ritter Ludwig von Deudelsfeld an der heutigen Stelle des Klostergebäudes eine Kapelle errichten, die vom Erzbischof Arnold I. von Trier eingeweiht wurde. In dieser sollte die heilige Reliquie aufbewahrt werden, die Ritter Ludwig von einer Wallfahrt zum Grab des Erzbischofs von Canterbury mitgebracht hatte. Die Kapelle wurde später ein bekannter Wallfahrtsort und der Reliquie sprach man große Wunderheilungen nach. Nach dem Bau der Kapelle gründete Ludwig von Deudelsfeld ein adliges Frauenkloster zu „Ehren der Jungfrau Maria und des Heiligen Thomas Becket“. Einer der Töchter Ludwigs wurde später die erste Äbtissin des Klosters. Nach einer Schenkung durch den Sohn Ludwigs begann man mit dem Bau eines größeren Klosters und der heutigen Kirche.

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IMG_0692Hinter dem Kloster geht es an Teichen entlang zu einer idyllisch gelegenen kleinen Kapelle, dort betreten wir durch eine Holztür den „Naturerlebnispfad St. Thomas“. Zunächst windet er sich an einem kleinen Rinnsal entlang bevor wir nach rechts auf einem breiten Weg an Wiesen und durch Wald weiter wandern bis zu einer Straße. Dieser folgen wir etwa 50 meter aufwärts und biegen dann nach rechts ab und folgen dem Hinweisschild „Wasserfall“ durch lichten Wald. Immer wieder treffen wir auf Informationstafeln die uns Auskunft geben über die Entstehung des Bundsandsteins, der Fauna und Flora und über heimische Tierarten. Am Ende des Naturerlebnispfades treffen wir auf einen Rastplatz und den unspektakulären Wasserfall. Hier machen wir eine ausgiebige Rast bevor wir auf dem gleichen Weg nach St. Thomas zurückkehren. Am Portal des Klosters folgen wir der Straße nach links und erreichen nach etwa 150 Meter den Bahnhof, von dem wir unsere Rückreise antreten.

 

Schwierigkeitsgrad: leicht

Wegstrecke: 13 Kilometer

GPS-Track: herunterladen

ÖPNV: Regionalbahn Trier-Köln, verkehrt stündlich

Sehenswürdigkeiten:

Einkehrmöglichkeiten:

  • Kyllburg
  • Malberg
  • St. Thomas

 

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