Dort wo sich heute die Gerolsteiner Dolomiten erheben befand sich vor fast 400 Millionen Jahren ein subtropisches Flachmeer mit einem riesigen Riff, dass zu den ältesten Riffen unserer Erde gehört. Diese besonders schöne und reizvolle Wanderung mit landschaftlichen und erdgeschichtlichen Besonderheiten entführt den Wanderer in eine spannende Vergangenheit unseres Planeten mit wunderschönen Ausblicken vom Munterley und Hustley ins Kylltal.

IMG_1450Die „Gerolsteiner Dolomiten“ rufen und die Sonne blinzelt nur selten durch die dichten Wolken, die sich in allen Schattierungen von weiß bis dunkelgrau über uns formiert haben. Etwas Gemütsaufhellung für die Wanderung wäre nicht schlecht dachten wir, aber was die Sonne nicht vermag schafften die Felsnasen von „Hustley“, „Munterley“, „Drohende Ley“, „Große Kanzel“ und „Auberg“ die uns schon von weiten grüßen und die Wahrzeichen der Stadt Gerolstein sind. Sie machen den ganz besonderen Reiz und Charme diese Stadt aus und sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.

IMG_1475Vom Bahnhof gehen wir rechts in Richtung Brücke, überqueren diese und folgen der Markierung  (Munterley, Buchenlochhöhle) auf der anderen Straßenseite. Der Weg führt anfangs durch ein Wohngebiet bevor er rechts in ein Waldstück führt. Durch dunklen Wald steigen wir leicht bergauf zum Munterley, die uns eine „Aussicht de luxe“ auf Gerolstein und das Umland beschert. Hier fanden einst Steinzeitmenschen Zuflucht und Kelten und Römer inspirierte dieser Ort zum Bau von Tempeln und Heiligtümern. Von hier wandern wir durch herrliche Wiesen bis der Weg wieder in den Wald hinein führt und uns zur „Buchenloch-Höhle“ führt, die am hinteren Rand des Munterley-Plateaus liegt. Diese entstand vor 1,8 Millionen Jahren aus einem millimeterbreiten Riss im Gesteinsmassiv und wurde in der Jungsteinzeit vor 300 000 Jahren von Menschen benutzt.

IMG_1516Weiter führt uns der Weg durch Wald und herrliche Wiesen zur „Papenkaul“, einem trockenen Krater eines vor 10 000 Jahren aktiven Vulkans. Und tatsächlich: Öffnet sich auf einmal die graue Wolkendecke und die Sonne kommt zum Vorschein, die unsere gute Stimmung noch um ein vielfaches nach oben schraubt. Mit diesem Stimmungsschub wandern wir weiter zur „Juddekirchof“, einem gallo-römischen Tempekbezirk, der im Jahre 124 n. Chr. von dem Römer Marcus Victorius Pollentius zu Ehren der Göttin Caiva errichtet worden ist. Dieser wurde im 6. Jahrhundert von einfallenden fränkischen Stämmen zerstört und man sieht nur noch die Fundamente und Relikte der Umfassungsmauern.

IMG_1543Die Sonne spendet uns immer noch ihre wärmenden Strahlen auf dem Weg zur „Kasselburg“ durch herrliche Wiesen und Felder. Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und ihr 34 Meter hoher Torturm ist heute noch ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Burgruine. 1970 wurde das Gelände der Kasselburg zu einem Adler- und Wolfspark ausgebaut. Die Burg ist leider nur in Verbindung mit einem Besuch des Parks zu besichtigen. Nach einer ausgiebigen Rast, der Besichtigung der Burganlage und der Flugschau machen wir uns auf den Weiterweg in Richtung „Geoacker“. Er wurde als Naturerlebnispark für Familien mit Kindern angelegt und Nachwuchsgeologen können hier nach Lust und Laune hämmern und nach Fossilien suchen. Von hier neigt sich die Wanderung langsam dem Ende zu, wir queren eine Straße und gelangen durch Wiesen und Wald zu einer Abzweigung mit Hinweisschildern. Den Abstecher zum Besucherzentrum „Gerolsteiner Sprudel“ lassen wir rechts liegen und wählen den Weg links, der uns über die Buchenlochhöhle und die Munterley zu unserem Ausgangspunkt wieder zurück bringt.

 

 

Schwierigkeitsgrad: mittel

Ausgangspunkt: Gerolstein, Tourist-Information, Brunnenstr. 10

Markierung: Rotes „G“ auf weißem Hintergrund

Wegstrecke: 13 Kilometer

Gehzeit: 3,30 Stunden

Anfahrt:

  • Mit ÖPNV: von Trier mit RB,RE nach Gerolstein, 1 bis 1,26 Stunden Fahrzeit
  • Mit dem Auto: Aus dem Rheinland/Ruhrgebiet über A1 bis Autobahnende Tondorf und aus dem Rhein-Main-Gebiet über A3, A61 und A48 bis zum Dreieck Vulkaneifel, ab dort ist der Weg nach Gerolstein ausgeschildert.

Karte: Topographische Wanderkarte 1.25 000. Vulkaneifel und Umgebung

Sehenswertes:

  • Munterley
  • Hustley
  • Buchenlochhöhle
  • Adler- und Wolfspark Kasselburg
  • Kultstätte Juddekirchhof
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